Herren

Dank Brown und Choi: Klassenerhalt fast sicher

Nein, schön war es zumindest für die Zuschauer nicht. Die Partie gegen den BSV Schwarz-Weiß Rehden fand unter sehr wechselhaftem Wetter statt, teils sonnig, teils Regen, teils Hagel. Und auch das Spiel selbst konnte sie nicht wirklich erwärmen. Taktisch geprägt von zwei starken Defensivreihen gab es kaum Torchancen. Am Ende setzte sich unsere Mannschaft durchaus verdient mit 2:0 durch.

War das jetzt schon, fünf Spiele vor Saisonende, der vorzeitige Klassenerhalt? „Rein rechnerisch sind wir noch nicht durch“, gab sich Trainer Olufemi Smith defensiv „aber das war sicherlich ein ganz wichtiger Schritt.“ Denn: Auch wenn die Clubs aus der unteren Tabellenhälfte noch 18 Punkte in sechs Spielen holen können, darf da bei 13 Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz eigentlich nichts mehr anbrennen.

Doch zum Spiel: Norderstedt musste auf den gelbgesperrten Jan Lüneburg verzichten, für ihn rückte Pelle Hoppe ins Sturmzentrum. Hinter den Spitzen bekam Kangmin Choi eine Chance – und nutzte diese. „Eigentlich vermeide ich es, Spieler herauszuheben“, sagte Jens Martens nach der Partie. Dieses Mal war es anders. „Wir freuen uns – genau wie die gesamte Mannschaft – sehr für Jordan Brown, der lange nicht getroffen hat, und Kangmin Choi nach seiner langen Leidenszeit.“ Der Matchwinner selbst gab sich gewohnt bescheiden: „Ich habe zwar ein Tor geschossen, aber wir haben alle zusammen gewonnen“ und blickt zurück auf seine Leidenszeit. „Ich war beim Militär, habe zwei Jahre keinen Fußball gespielt. Nach dem Militär hatte ich eine sehr schwierige Situation, war nicht wirklich fit. Heute habe ich mich sehr gut gefühlt und durch dieses Spiel neues Selbstvertrauen bekommen und werde so wie heute weiter hart arbeiten.“ Keine Frage: Mit einem fitten Choi steht unserem Trainerteam eine starke Alternative zur Verfügung.

Die erste Hälfte war auf überschaubarem Niveau, zumindest was die Offensive auf beiden Seiten betraf. Pelle Hoppe legte den Ball stark an Pierre Becken vorbei, doch anstatt schnell den Abschluss zu suchen, drehte er nach außen ab, so dass Rehden klären konnte (9.)… es war das einzige Mal, dass wir bis zur 45. Minute überhaupt gefährlich in den Strafraum kamen. Dann eroberte Juri Marxen  im Mittelfeld den Ball und spielte auf den linken Flügel zu Nils Brüning, der den Kangmin Choi Richtung Grundlinie schickte. Dort tanzte er Pierre Becken aus und passte in die Mitte. Pelle Hoppe ließ den Ball am kurzen Pfosten durch, in Mittelstürmerposition lauerte Jordan Brown, der den Ball unter Bedrängung ins Tor spitzelte (45.). Direkt nach dem Tor pfiff Schiedsrichter Horn zur Pause. „Mit der knappen Führung gehen wir glücklich in die Pause, ein Unentschieden wäre sicher gerechter gewesen“, musste Olufemi Smith nach dem Spiel zugeben. „Wir waren in der ersten Halbzeit nicht gut im Spiel, haben gegen das Pressing des Gegners keine Lösung gefunden und uns selbst oft in Schwierigkeiten gebracht. Wir haben auch unser eigenes Pressing nicht so auf den Platz gebracht, der Gegner hatte zu viele Möglichkeiten, sich sauber hinten raus zu kombinieren. Damit waren wir nicht ganz zufrieden. Wichtig war aber, dass wir die Null gehalten haben und uns in alles reingeworfen haben, das war am Ende der Schlüssel.“

Nachdem unsere Mannschaft den ersten Druck der Gäste überstanden hatten, fand Nils Brüning auf der rechten Seite Kangmin Choi, der den Ball vor dem Strafraum annahm, mit einem Übersteiger an Jan Roschlaub vorbei ging und mit einem platzierten Schuss aus sieben Metern ins lange Eck seinen ersten Pflichtspieltreffer seit dreieinhalb Jahren erzielte (54.). Jordan Brown hätte nach 63 Minuten auf 3:0 stellen können, traf den Ball aber nicht richtig. Abgesehen von einer Möglichkeit in der 21. Minute, als Kamer Krasniqi nur knapp eine Flanke von Kevin Coleman verpasste, dauerte es 76 Minuten, bis das von Lars Huxsohl gehütete Tor in ernsthafte Gefahr geriet. Der Ball wurschtelte sich an der Strafraumgrenze durch viele Beine und landete bei Jan Roschlaub, dessen Schuss knapp vorbei ging. Auf der anderen Seite legte sich Choi den Ball nach einem Behounek-Zuspiel zu weit vor (79.), der eingewechselte Philipp Müller hob Ball über Torwart und Torlatte (82.). Sekunden zuvor musste Lars Huxsohl sich beim Schuß von Kamer Krasniqi mächtig strecken, um diesen zu entschärften. In der Schlußphase drückten die Gäste nochmal, doch sowohl bei dem Abschluss von Krasniqi (88.) als auch bei der Chance von Menga bekam unsere starke Defensive ein Bein dazwischen (89.). „In der zweiten Halbzeit wollten wir klarer in unseren Aktionen sein und haben es dann deutlich besser gemacht. Über die 90 Minuten war der Sieg durchaus verdient, denke ich“, so Olufemi Smith. Viel Beifall gab es nach der Partie auch von den ukrainischen Gästen, die sich das Spiel auf Einladung des Vereins ansahen und das gesamte Spiel mit Ukraine- und Eintracht Norderstedt Flagge auf der Haupttribüne verfolgten.

„Norderstedt macht aus drei Chancen zwei Tore, wir hätten wohl noch drei Stunden spielen können, ohne ein Tor zu schießen“, stellte der Rehdener Team-Manager Benjamin Priesmeier, der am Wochenende zuvor noch einen 5:0 Sieg seiner Mannschaft feiern konnte, nach der Partie nüchtern fest.

 

Unsere Mannschaft:
Lars Huxsohl – Juri Marxen, Yannik Nuxoll, Fabian Grau, Dane Kummerfeld – Jonas Behounek – Jordan Brown (81. Michael Igwe), Kangmin Choi (87. Jasper Hölscher), Evans Nyarko (90. Benjamin Dreca), Nils Brüning (85. Rico Bork) – Pelle Hoppe (65. Philipp Müller)

Tore:
1:0 Jordan Brown (45.; Vorlage: Kangmin Choi)
2:0 Kangmin Choi (54..; Vorlage: Nils Brüning)

Gelbe Karten: Jonas Behounek (6)

Schiedsrichter: Christopher Horn

Zuschauer: 300