Herren

Lüne sorgt für nächsten Dreier

Dank dem wohl besten Jan Lüneburg aller Zeiten („nicht nur eine Legende, sondern auch unsere Lebensversicherung“) gewinnen wir unser heutiges Heimspiel bei bestem Fußballwetter mit 2:1 (1:0) gegen den FC Oberneuland. „Es war aus unser Sicht ein verdienter Sieg, bei dem wir es uns einmal mehr schwer gemacht haben“, fasste Jens Martens die Partie zusammen.

Wieder einmal mussten er und Olufemi Smith eher als Baumeister denn als Trainer fungieren – da unter der Woche auch noch Jonas Behounek und Evans Nyarko ausfielen, Philipp Koch ja bereits länger verletzt ist und Rico Bork nach seiner Verletzung noch keine Option für 90 Minuten ist, war guter Rat teuer. Wer sollte das Herzstück im zentralen Mittelfeld bilden? Die Wahl fiel auf Rechtsverteidiger Juri Marxen, der in der A-Jugend häufiger im defensiven Mittelfeld gespielt hat – ist aber auch schon ein paar Jahre her. Ergänzt wurde das Mittelfeldherz um U19-Kicker Benjamin Dreca und Stürmer Pelle Hoppe. Ein notgedrungenes Wagnis, das aber – soviel sei vorweg genommen – als durchaus gelungen zu bezeichnen war. Marxen bot eine blitzsaubere Leistung, Dreca untermauerte erneut, dass er das Zeug zu einem richtig guten Regionalligaspieler hat und Hoppe sorgte immer wieder für Akzente nach vorne, auch wenn ihm noch etwas das Abschlussglück fehlt.

Nachdem in den ersten zehn Minuten relativ wenig passierte, entwickelte sich das Spiel so, wie man es erwarten durfte. Unsere Elf spielte sich in der gegnerischen Hälfte fest, versuchte viel, doch die Bremer zeigten sich als hart zu knackende Nuss, die nach vorne immer wieder Nadelstiche zu versuchen setzte wie durch Erik Köhler, dessen Versuche man mit vereinten Kräften vom Tor fernhalten konnte (18.) sowie ein Schuss aus spitzem Winkel von Onur Uzun, den Lars Huxsohl zur Ecke abwehren konnte (21.). Abgesehen davon hatten wir ein deutliches Übergewicht, mussten uns allerdings wieder den Vorwurf machen lassen, dass wir unsere Chancen nicht konsequent nutzen. Pelle Hoppe sprang der Ball nach Flanke von Jordan Brown an den Unterarm (9.), Nils Brünings Schuss aus 12 Metern strich knapp am Pfosten vorbei (11.), Hoppes Abschluss konnte FCO-Keeper Jonas Horsch entschärfen (24.). Dann ließ sich Hoppe in aussichtsreicher Position nach außen abdrängen (31.), Horsch entschärfte Lüneburgs Kopfball (38.) und Nils Brünings 25-Meter-Schuß verfehlte das Tor knapp (39.). Kurz vor der Pause kam es dann doch nur zur verdienten Führung: Nils Brüning schlug einen Diagonalball über das halbe Feld auf Elias Saad, der die Kugel kurz vor der Grundlinie stoppte und dann mit viel Ruhe für Jan Lüneburg servierte, der am langen Pfosten vor Florent Berisha an den Ball kam und in typischer Jan Lüneburg-Manier einköpfte (42.). Um ein Haar wäre man sogar mit einer 2:0-Führung in die Pause gegangen: Benjamin Dreca schlug einen Diagonalpass auf Nils Brüning, der den Ball in die Mitte flankte. Dort verpassten sowohl Pelle Hoppe als auch Jan Lüneburg knapp. Auf der anderen Seite nahm Dane Kummerfeld die Kugel auf und brachte sie nochmal in die Mitte, wo Jan Lüneburg nur mit dem Knie dran kam und den Ball über das Tor bugsierte (45.). „Wir müssen in dieser Situation schon zur Pause das 2:0 machen“, bemängelte Martens.

Ohne Wechsel ging es in die zweite Hälfte, wo unsere Mannschaft gleich wieder ein Zeichen setzte: Jan Lüneburg köpfte eine Kummerfeld-Flanke aufs Tordach (47.). Pelle Hoppe macht es ihm zehn Minuten später nach. Diesmal kam die Flanke von der anderen Seite, doch FCO-Keeper Horsch lenkte Hoppes Kopfball mit viel Einsatz über den Querbalken. Die folgende Ecke verlängerte Nils Brüning sehenswert mit der Hacke auf den langen Pfosten, wo erneut Jan Lüneburg goldrichtig stand und den Ball erneut mit dem Kopf über die Linie drückte (59.). Weiter ging es mit einer Schrecksekunde: Elias Saad blieb mit Schmerzen an der Außenlinie liegen (66.), wurde nach kurzer Behandlung umgehend ausgewechselt. Nach dem Spiel gab Saad jedoch Entwarnung. „Ich habe mein Bein etwas überdehnt, es scheint aber nicht so schlimm zu sein. Ein paar Tage muss ich aber wohl aussetzen.“ Drei Torchancen später – Hoppes Versuch nach sehenswertem Dreca-Zuspiel wurde vom Torhüter pariert (73.), Noel Denis‘ Schuß von einem Oberneuländer Hinterteil geblockt (74.), Nils Brünings Versuch ging am langen Pfosten vorbei (79.) – meldeten sich die Bremer auch in der Offensive in Form von zwei Freistößen, die aber aus aussichtsreicher Position leichtfertig vergeben wurde (78./81.). Mit dem dritten Standard setzten die Gäste dann aber doch den Schlußpunkt: Edison Mazreku kam im Strafraum gegen Fabian Grau zu Fall, es ertönte ein überraschender Pfiff: Elfmeter für Oberneuland. Auch wenn die alte Fußballweisheit sagt, dass der Gefoulte nicht selbst schießen sollte, tat er es doch – und verwandelte souverän zum 2:1-Endstand (88.) „… und dann musst du in so einem Spiel, in dem du eigentlich klar der Gewinner bist, noch einmal zittern. Das ist immer so ein bißchen unnötig.“ Am Ende war Martens trotzdem nicht unzufrieden. „Die Mannschaft hat den klaren Auftrag gekriegt, dieses Spiel zu gewinnen und die drei Punkte zu holen. Und den Auftrag hat sie erfüllt.“ Einer war dabei, der den Auftrag dann sogar übererfüllt hat. „Juri Marxen hat ein überragendes Spiel gemacht“, lobte Martens den heute umfunktionierten Rechtsverteidiger. „Ganz stark die Sechs gespielt, ganz stark nach hinten die Lücken zugelaufen, Zweikämpfe gewonnen… ganz starke Leistung.“ Neben ihm glänzte der stark aufspielende Benjamin Dreca. „Er hat auf jeden Fall schon jetzt seine Berechtigung, bei uns zu spielen, was er bereits mehrfach unter Beweis gestellt hat. Er macht das richtig gut, ist ein guter Fußballer, hat die richtige Einstellung. Benni hat absolut Regionalliga-Zukunft.“

Damit sind wir aktuell Tabellenzweiter hinter dem 1.FC Phönix Lübeck. Das wird sich allerdings sicher am kommenden Wochenende wieder ändern, denn während alle anderen spielen, haben wir frei. Wobei: Auch das stimmt nur so halb, denn am Freitag abend werden wir auf unserem Trainingsplatz hinter dem Stadion ein Testspiel gegen das mit vielen ehemaligen Norderstedtern bestückte Oberliga-Top-Team Concordia bestreiten. In der Regionalliga geht es für am Samstag, 26.03.2022 weiter mit dem Heimspiel gegen den Hannoverschen SC.

 

Tore:
1:0 Jan Lüneburg (42.; Vorlage: Elias Saad)
2:0 Jan Lüneburg (59.; Vorlage: Nils Brüning)
2:1 Edison Mazreko (88.; Foulelfmeter)

Unsere Mannschaft:
Lars Huxsohl – Jordan Brown (c), Yannik Nuxoll, Fabian Grau, Dane Kummerfeld (82. Rico Bork) – Juri Marxen – Nils Brüning (82. Michael Igwe), Benjamin Dreca (75. Jasper Hölscher), Pelle Hoppe, Elias Saad (67. Noel Denis) – Jan Lüneburg

Schiedsrichter: Timon Oliver Schulz (Arpke)

Gelbe Karten: Jan Lüneburg (4), Juri Marxen (3), Yannik Nuxoll (2)

Zuschauer: 375