Herren

U23 siegt im Spitzenspiel

Vor etwa 150 Zuschauern zeigten unsere U23 und der TuS Holstein Quickborn heute abend bei Temperaturen kurz vor dem Gefrierpunkt, dass sie völlig zurecht die beiden Top-Teams der Kreisliga 6 sind.

Insbesondere in der ersten Halbzeit entwickelte sich ein Spiel, dass so problemlos auch eine Klasse höher als Spitzenspiel durchgegangen wäre. Die Paulat-Elf hatte phasenweise gefühlt 80% Ballbesitz, doch Quickborn stand hinten sattelfest und ließ nichts zu – und konnte nach vorne durch Nick Brandes (3.) und Musawar Khokar (11.) immer wieder Nadelstiche setzen. Allzu oft war jedoch Endstation an unseremm Prunkstück: Der jungen Norderstedter Defensivzentrale mit dem sicheren Torwart Dave Ceesay (18) und den Innenverteidigern Lars Kuchenbecker (19) und Charles „Vollgranate“ Oba-Elle (20). Auch Quickborn hatte seine stärksten Spieler in der Defensive, so dass wir uns zunächst trotz klarer Feldüberlegenheit kaum Tormöglichkeiten herausarbeiten konnten. Erste Möglichkeiten gab es, als sich Ryan Essaka, mit 21 Jahren ältester Spieler unserer U23, durch die Quickborner Defensivreihe tankte, den Ball dan aber aus spitzem Winkel nur ans Außennetz setzte (15.) und als sich Isak Fieberg durch zwei Quickborner durchtankte, sein Zuspiel zu Essaka aber von Kadir Sen, der Essaka quasi auf den Füßen stand, abgefangen wurde (19.). Nach 29 Minuten belohnten sich unsere Jungs für ihre bis dahin wirklich gute Leistung. Arshiya Khazali zauberte einen Freistoß aus 20 Metern unhaltbar für den sicheren Quickborner Torhüter Nick Hoffmann in den Winkel.

Das war der Startschuss für 15 aufregende Minuten bis zur Pause. Ryan Essaka stürmte aus dem Mittelfeld nach vorne, ließ dabei drei, vier Gegenspieler stehen, schloss jedoch überhastet ab und jagte die Kugel in den Norderstedter Nachthimmel (32.), Nick Hoffmann rettete in der kurzen Ecke gegen Lesley Karschau (33.), Stevens Mpongo soll bei seinem Treffer, als Hoffmann einen Essaka-Schuß vor die Füße des Franzosen parierte und dieser nur noch abstauben musste, im Abseits gestanden habe (35.), kurz vor der Pause strich Mpongos Kopfball nur hauchzart ab Torpfosten vorbei (43.). Normalerweise sagen die Fußballweisheiten „wenn du ihn vorne nicht machst, fängst du dir hinten einen ein“ – um ein Haar wäre diese Weisheit wieder wahr geworden, als Jonathan Hüneburg einen Eckball auf die Torlatte setzte (38.). So ging es in einem intensiven, spannenden und wirklich guten Fußballspiel von beiden Mannschaften mit einer verdienten 1:0-Führung in die Pause. „Die erste Halbzeit war wirklich Super-Fußball, sowohl von uns als auch vom Gegner“, freute sich Trainer Jannik Paulat nach der Partie. „Nichtsdestrotz hatten wir eine deutliche Feldüberlegenheit, gefühlt 85% Ballbesitz, Quickborn konnte immer wieder Nadelstiche setzen. Das war ein geiles Spiel, definitiv kein Kreisliga-Niveau, sondern höherklassig. Das hatte Power, Dynamik, gute Ballstafetten.“

Nach dieser Klasse-Vorstellung um so ernüchternder die zweite Halbzeit. „In der zweiten Halbzeit ist bei uns momentan immer etwas der Wurm drin.“ Die Souveränität der ersten Hälfte war nicht mehr da, die Mannschaft wirkte fahrig, während die Gäste im Laufe der zweiten Halbzeit immer besser wurden. Die zweite Halbzeit begann mit einem Aufreger. Ryan Essaka hatte sich auf der linken Außenbahn stark durchgesetzt und brachte den Ball scharf in die Mitte, wo Amir Arsalan Bonjar in den Ball reinsprang und ihn aus nächster Nähe irgendwie mit mit Schulter und Arm aufs Tordach setzte (54.). Drei Minuten später musste Ayoub Akhber unter Schmerzen das Feld verlassen, für ihn kam Jeremy Debuc. Gute Besserung, Ayoub!

Nur wenige Minuten später gab es lautstarke Diskussionen – ein Quickborner Spieler kam im Norderstedter Strafraum zu Fall. Das Quickborner Trainer-Duo forderte lautstark Elfmeter – stattdessen gab es Gelb für die Trainerbank, nachdem man schon nach zwanzig Minuten ermahnt wurde und trotzdem weiterhin bei gefühlt jedem verlorenen Zweikampf lautstark „Foul“ monierte (66.). Davon ließen sich die Spieler jedoch nicht beeindrucken. Der ehemalige Norderstedter Torhüter und jetzige Quickborner Torjäger Dirk Ballandat jagte die Kugel nach schöner Kopfballablage von Nick Brandes an die Latte (68.), vier Minuten später schloß Ballandat zu überhastet ab, so dass Dave Ceesay den Ball problemlos aufnehmen konnte. Wiederum nur 60 Sekunden später legte Jonathan Hüneburg einen Freistoß auf das Tor (73.). „Ich war in der zweiten Hälfte zufrieden mit der Einstellung und dem Kampf, aber insgesamt war ich nicht zufrieden“, so Paulat. „Viel zu chaotisch, zu leichte Ballverluste… wir mussten etwas durchwechseln und das hat man gemerkt, dadurch kam eine leichte Unruhe in unser Spiel. Das hätten wir cleverer spielen können.“ Erst nachdem Ballandat auch seine dritte gute Chance nicht nutzen konnte (77.), legte unsere U23 einen Schlussspurt ein. Stevens Mpongo setzte den Ball knapp drüber (78.), Kadir Sen rettete für seinen geschlagenen Torhüter auf der Linie (79.), Lesley Karschau ließ mit kraftvollen Schritten die halbe Quickborner Defensive hinter sich, hatte dann aber nicht mehr die Kraft den Ball aufs Tor zu bringen (80.).

Während man bis zur 77. Minute das starke Gefühl bekam, dass Quickborn noch den Ausgleich macht, hatte Berkan Bulut andere Pläne. Amir Arsalan Bonjar kam über die linke Seite in den Quickborner Strafraum und legte den Ball dann zurück auf Bulut, der am Sechzehner lauerte, die Kugel aufnahm, kurz zögerte und dann überlegt flach unten rechts im Gästetor zum 2:0 versenkte (84.). Bonjar hätte in der Schlussminute sogar noch das 3:0 machen können, streichelte die Kugel aber knapp am langen Pfosten vorbei (90.).

„Über 90 Minuten war es ein verdienter Sieg, über den wir uns sehr freuen. Wir haben einen Riesen-Schritt gemacht. Für uns war es ein Super-Abend vor vielen Fans. Ein großes Dankeschön an die Eintracht-Fans, die für Stimmung gesorgt haben“, so der Trainer.

Damit überholen wir den TuS Holstein Quickborn in der Tabelle und sind nun Spitzenreiter der Kreisliga 6. Das letzte Saisonspiel ist für kommenden Sonntag, 14.00 Uhr angesetzt. Dann ist unsere Zwote zu Gast beim TuS Hemdingen-Bilsen, so das Wetter und Corona mitspielen.