Herren

Traum-Comeback für Koch!

„Hättest du mir zur Halbzeit gesagt, dass wir hier noch 4:0 gewinnen… ich hätte es dir nicht geglaubt“, sagte ein breit grinsender Jens Martens nach dem heutigen Auswärtsspiel bei Altona 93. Zu ausgeglichen war die Partie in der ersten Halbzeit, als Altona gut stand und immer wieder Nadelstiche nach vorne setzen konnte.

Bereits nach sieben Minuten kamen die Hamburger zu ersten Mal gefährlich vors Tor, als Noah Gumpert seinen Kapitän Dennis Rosin bediente, der alleine vor Stefan Rakocevic auftauchte, dabei aber im Abseits stand. Im Gegenzug flankte Philipp Müller den Ball scharf in die Mitte, die Kugel rutschte gleich an mehreren Spielern vorbei zu Nils Brüning, der davon völlig überrascht frei vor dem Tor mit dem Ball nichts anfangen konnte (8.). Auch Müller selbst hatte nicht mehr Erfolg – sein Schuß landete auf der Torlatte (13.). Nachdem Gumpert zu lange brauchte, sich den Ball in aussichtsreicher Position zurecht zu legen (23.), wurde es spielerisch etwas ruhiger.

Dafür hatte Schiedsrichterin Franziska Wildfeuer einiges zu tun – Philipp Müller kam im Zweikampf mit Dren Feka als letzter Mann zu Fall, doch die Schiedsrichtern stand gut und entschied auf Weiterspielen (24.), dann bekam Jan Lüneburg im Mittelkreis den Arm von Hendrik Bombek ins Gesicht, es blieb aber bei einer Ermahnung (31.). Vor der Pause nahm die Partie dann noch einmal Fahrt auf. Noah Gumpert scheiterte mit seinem Schuss an Stefan Rakocevic, der sich hierfür gehörig strecken musste (37.),  dann klärte Juri Marxen gegen Dennis Rosin, der mit viel Tempo in den Strafraum eindrang (42.).

Mit der letzten Aktion vor der Pause spielte Nils Brüning Jonas Behounek an, der Wachowski stehen ließ und aus neun Metern abzog – Jashari im Tor der Altonaer riss die Arme hoch und konnte den Ball zunächst parieren, allerdings direkt vor die Füße von Jan Lüneburg, der mit viel Übersicht im Rückraum Dylan Williams fand. Williams fasste sich ein Herz, zog ab und traf mit dem Pausenpfiff zur Führung (45.+2).

Die zweite Hälfte begann schwungvoll. Mundhenk grätschte im letzten Moment Williams den Ball vom Fuß (47.), im Gegenzug flankte Mundhenk gefährlich in die Mitte, wo Wohlers den Ball nur knapp verpasste (48.). Weiter geht es auf der anderen Seite, wo Philipp Koch zu Jonas Behounek flankte, der am kurzem Pfosten steht, den Ball aber in aussichtsreicher Position nicht über die Linie bringen konnte (49.). Auf der anderen Seite hatte Bombek den Ausgleich auf dem Kopf, schädelte die Ecke von Dren Feka jedoch knapp drüber (51.).

Nach die Partie bis hierhin sehr ausgeglichen war und man nicht erkennen konnte, warum Altona in der Tabelle so weit unten steht, übernahm unsere Elf nun mehr und mehr die Kontrolle über das Spiel und arbeitete sich zahlreiche Chancen heraus. Nach einem Steckpass von Behounek kam Müller frei vorm Tor zum Abschluss, scheiterte aber am glänzend reagierenden Jashari (55.).  Zwei Minuten später traf Müller dann nach einer schönen Kombination über Behounek und Williams ins Tor, stand dabei aber im Abseits. Und um ein Haar wäre die fahrlässige Chancenverwertung ins Auge gegangen. Einen Eckball von Dennis Rosin faustete Rakocevic vor die Füße von William Wachowski, der aus spitzem Winkel abzog, dabei aber „nur“ Hamajak Bojadgian traf (61.).

„Bis zur 60 Minute hat Altona sehr gut mitgehalten“, fand Jens Martens berechtigte, warme Worte für den glücklosen Gegner. „Die erste Halbzeit fand ich ziemlich ausgeglichen mit einem guten Zeitpunkt für unsere Führung. Das hat Altona natürlich gefordert, ein bißchen zu öffnen. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr Räume haben sich uns geboten, in die wir dann reinspielen konnten.“ Zunächst musste allerdings ein Standard herhalten: Philipp Koch, nach 38 Minuten für den angeschlagenen Evans Nyarko gekommen, legte sich nach einem Foul an Philipp Müller den Ball zurecht, nahm Anlauf und drehte die Kugel aus 23, 24 Metern zum 2:0 ins Tor (67.). Vier Minuten später brachte erneut Koch den Ball in die Mitte zu Jan Lüneburg, der am langen Pfosten lauerte und den Ball zum 3:0 über die Linie drückte (71.) – was für ein Comeback unseres Rekordspielers!

Damit war der Altonaer Widerstand gebrochen und unsere Jungs konnten noch einen drauf setzen. Der offensiv wieder sehr gefährliche Philipp Müller schickte Jordan Brown auf der rechten Außenbahn mit einem steilen, sehr steilen Pass auf die Reise. Mit großer Kraftanstrengung erwischte Brown den Ball gerade noch, bevor er über die Torauslinie flog und flankte präzise in die Mitte, wo Jan Lüneburg in die zweite Etage stieg und mit seinem zweiten Treffer per Kopf den 4:0-Endstand herstellte.

„Wir sind jetzt neun Spiele in Folge unbesiegt mit fünf Unentschieden und vier Siegen. An dem Ziel haben wir festgehalten“, sagte Martens nach der Partie und freute sich. „Jetzt sind wir im Rennen auf jeden Fall wieder gut dabei.“ Denn durch den Sieg schieben wir uns zumindest übergangsweise auf Platz 5 vor, der zur Teilnahme an der Meisterrunde berechtigen würde. Hinter uns liegen mir der U21 des HSV und dem VfB Lübeck allerdings noch zwei Mannschaften, die ein Spiel weniger haben und uns im Erfolgsfall überholen könnten.

Für uns geht es am kommenden Sonntag weiter, wenn der SC Weiche Flensburg 08, der heute völlig überraschend im Schleswig-Holstein-Pokal dem Stadtrivalen TSB Flensburg mit 1:2 unterlag, mit unserem ehemaligen Trainer Thomas Seeliger an die Ochsenzoller Straße kommt.

Unsere Mannschaft:
Stefan Rakocevic – Dane Kummerfeld, Fabian Grau, Hamajak Bojadgian (c), Juri Marxen – Jonas Behounek, Evans Nyarko (38. Philipp Koch) – Nils Brüning (68. Jordan Brown), Dylan Williams (78. Jasper Hölscher), Philipp Müller (84. Noel Denis) – Jan Lüneburg

Tore:
0:1 Dylan Williams (45.+2; Vorlage: Jan Lüneburg)
0:2 Philipp Koch (67.; direkter Freistoß nach Foul ab Philipp Müller)
0:3 Jan Lüneburg (71.; Vorlage: Philipp Koch)
0:4 Jan Lüneburg (84; Vorlage: Jordan Brown)

Gelbe Karte: Dylan Williams (2), Juri Marxen (1)

Schiedsrichter: Franziska Wildfeuer (Sereetz)

Zuschauer: 907