Herren

Endlich wieder ein Dreier!

Nach dem ersten Blick auf die Mannschaftsaufstellung des FC St. Pauli (U23) musste Trainer Jens Martens erstmal tief durchatmen. „Mit zwei Spielern aus dem Profi-Kader hatte ich ja gerechnet…“ Dass Pauli-Coach Joachim Philipkowski gleich fünf Spieler aus dem Profikader in der Startelf hatte, schraubte die Erwartungen unseres Trainerteams dann doch etwas nach unten. Umso größer war die Erleichterung nachdem Abpfiff: Nach fünf Unentschieden in Folge gelang uns heute endlich einmal wieder ein Dreier. „Ich bin sehr, sehr glücklich und stolz auf, was die Mannschaft heute im Verbund geleistet hat. Daraus resultierte aus meiner Sicht ein absolut verdienter Sieg.“

Zunächst musste unsere Mannschaft die Anfangsdruckphase der Braun-Weißen überstehen. In den ersten Minuten des Spiels schnürte St. Pauli uns in unserer eigenen Hälfte fest und ließ uns kaum Luft zum atmen, bis wir die Umklammerung in der siebten Minute zum ersten Mal lösen konnten, als Philipp Müller aus kürzester Distanz Sören Ahlers im Tor der Kiezkicker prüfte. Das war der Auftakt in eine wirklich gute erste Halbzeit, wo insbesondere Philipp Müller an fast allen guten Offensivaktionen beteiligt war. Zugegeben: Der ein oder andere Fehlpass war auch dabei, aber immer wenn Müller den Ball hatte, war Gefahr im Verzug. Ein Freistoß von Müller aus 23 Metern wurde zum Eckball abgefälscht, den erneut Müller in die Mitte schlug. Nils Brüning verlängerte den Ball vor die Füße von Jan Lüneburg, der den Ball am langen Pfosten nur noch über die Linie drücken musste (10.).

Fünf Minuten später sah Müller, dass Ahlers weit vor seinem Tor stand und versuchte es einfach mal aus gut und gerne 35 Metern, der Ball ging jedoch am Tor vorbei (16.). Auf der anderen Seite dribbelte sich Profi-Leihgabe Etienne Amenyido durch die Norderstedter Mannschaft, ehe Hamajak Bojadgian im letzten Moment dazwischen gehen und den Ball nach vorne schlagen konnte (19.). Zwei Minuten später kam Justin Plautz nach einem Fehler im Aufbauspieler an den Ball und steckte auf Bennet van den Berg durch – Fabian Grau kam mit einer Grätsche heran geflogen und klärte den Ball. Allerdings ging auch die Fahne des Assistenten hoch, so dass es mit Freistoß weiter ging (21.). Nachdem Dylan Williams den Ball aufs Tornetz lupfte (28.) und Philipp Müllers Möglichkeit, als er von Bednarczyk gestört den Ball an die Latte schoß, auf Grund eines Offensivfouls zurück gepfiffen wurde, hatte St. Pauli die erste richtig große Möglichkeit: Ein Plautz Freistoß ging in die Mauer, den Nachschuß von Lars Ritzka konnte Stefan Rakocevic jedoch unter sich begraben.

In der zweiten Hälfte änderte sich das Bild nicht. St. Pauli spielte weiter einen gepflegten Ball, konnte sich aber gegen unsere heute sehr sicher stehende Abwehr nur selten in Szene setzen. Unsere Offensive ließ dagegen einige Chance liegen: Jan Lüneburg drückte den Ball nach starker Vorarbeit von Philipp Müller in aussichtsreicher Position ins Toraus (50.), Müller selbst ließ eine Brüning Hereingabe am kurzen Pfosten über den Spann rutschen – Ahlers konnte die kurze Ecke noch rechtzeitig dicht machen (53.), Nils Brüning verfehlte mit seinen Distanzschüssen jeweils nur um wenige Zentimeter (55./57./65.). Auch als Philipp Müller den Ball auf Jonas Behounek chippte und der den Ball direkt nahm, verfehlte die Kugel das Tor nur knapp (63.). „Wir hätten das 2:0 machen müssen. Wir hatten hier drei, vier richtig gute Chancen“, so Jens Martens. „Heute hat das eine Tor glücklicherweise gereicht, weil die Mannschaft es geschafft hat, bis zum Schluss alles zu geben und taktisch sehr diszipliniert gespielt hat.“ Stichwort Taktik: „Wir standen in den letzten beiden Spielen etwas tiefer, nachdem wir vorher zu viele Gegentore bekommen haben.“ Der Schachzug zahlte sich aus: Zum zweiten Mal hintereinander gingen wir ohne Gegentor vom Platz, auch die fünf Minuten Nachspielzeit halfen St. Pauli nicht mehr, zum Ausgleich zu kommen. „Wir haben heute keinen Punkt verdient und hätten wohl auch 120 Minuten spielen können und das Tor nicht getroffen“, zeigte sich St. Pauli-Trainer Philipkowski enttäuscht. „Norderstedt hat heute eine Taktik gewählt, mit der wir überhaupt nicht klar gekommen sind. Sie wollten tief stehen und auf Balleroberung gehen, dagegen haben wir keine Lösung gefunden und im Kollektiv versagt. Wir waren sehr statisch, hatten zu wenig Bewegung und zu wenig Positionswechsel gehabt und unsere Qualitäten heute nicht auf den Platz bekommen. Irgendwas war wohl heute in der Luft, ich weiß aber nicht was.“

Für unsere Mannschaft sind das drei ganz wichtige Punkte gegen einen Kontrahenten um einen der heißbegehrten Plätze in der Meisterrunde. Am nächsten Wochenende haben wir in der Regionalliga spielfrei, am 14.11. geht es für uns bei Altona 93 weiter.

 

Tor:
0:1 Jan Lüneburg (10.; Vorlage: Nils Brüning)

Unsere Mannschaft:
Stefan Rakocevic – Jasper Hölscher (55. Rico Bork), Hamajak Bojadgian (c), Fabian Grau, Juri Marxen – Jonas Behounek – Philipp Müller (78. Jordan Brown), Evans Nyarko, Dylan Williams, Nils Brüning (67. Kangmin Choi) – Jan Lüneburg (84. Lesley Karschau)

Gelbe Karten: Rico Bork (5), Fabian Grau (3), Hamajak Bojadgian (2), Kangmin Choi (2)

Schiedsrichter: Jannik Schneider (Gammellund)

Zuschauer: 360