Herren

Unsiegbar oder Unbesiegbar?

Sind wir nun unsiegbar oder unbesiegbar? Seit sechs Spielen haben wir nicht mehr verloren, allerdings bewegen wir uns nach dem nun fünften Unentschieden in Folge auch in der Tabelle nicht wirklich von der Stelle.

Unsere Mannschaft, die in den letzten 72 Stunden gleich vier kurzfristige Ausfälle zu beklagen hatte (Michael Igwe, Elias Saad, Rico Bork, Dane Kummerfeld), zeigte sich kampfstark und einsatzfreudig, konnte die sich anbietenden Chancen gegen die gewohnt defensivstarken Gäste allerdings nicht in Tore ummünzen. Kurz vor Schluss feierte unser Kapitän Jordan Brown nach langer Verletzungspause sein Comeback – eigentlich sollte er erst nächstes Wochenende in den Kader rutschen, auf Grund der vielen kurzfristigen Ausfälle kehrte er bereits früher als geplant zurück.

Von den personellen Problemen zeigte sich die Mannschaft aber unbeeindruckt, im Gegenteil. In der ersten Hälfte hatte man den Angstgegner aus Drochtersen gut im Griff und kam immer wieder zur Torgelegenheiten. Die erste bot sich Nils Brüning, nachdem D/A-Keeper Siefkes eine Müller-Flanke nach vorne abwehrte, Brüning aber nicht mehr ran kam (4.), gefolgt von einem Seitfallzieher von Jan Lüneburg, der sein Ziel ebenso knapp verfehlte (9.) wie Philipp Müllers Abschluss aus 16 Metern (22.). Die einzige Chance der Gäste hatte Steffens, dem der Ball allerdings im letzten Moment von Rakocevic vom Fuß geklaut wurde (27.). Im direkten Gegenzug hielt auch D/A-Keeper Siefkes seinen Kasten im Duell mit Philipp Müller (27.) sowie Nils Brüning (32.) sauber. „Wir hatten im ersten Durchgang drei richtig gute Möglichkeiten, Drochtersen nicht eine“, trauerte Jens Martens den vergebenen Möglichkeiten hinterher.

So ging es trotz eines klaren Chancenplus torlos in die Halbzeit. Den besseren Auftakt in den zweiten Durchgang hatten die Gäste, die zunächst Stefan Rakocevic vor mehreren Aufgaben stellten. Doch weder die Toptorjäger Hassan El-Saleh (48.) und Fabian Dias (50.) noch Freistoß-Experte Nico von der Reith (52.) konnten den Serben bezwingen. Auf der anderen Seite prüfte Philipp Müller mit einem aufsetztenden Freistoß aus 26 Metern erneut Siefkes, der den Ball zur Seite abwehren konnte (61.). Plötzlich brannte es im Norderstedter Strafraum. Nach einem Mißverständnis zwischen Rakocevic und Hölscher schlug letzterer im Strafraum einen Querschläger. Als Hölscher selbst den Ball kurz vor der Linie klären wollte, wurde er von Steffens gefoult – Glück gehabt (69.). In den letzten 20 Minuten gab es immer wieder kleinere Unterbrechnungen, die den Spielfluss störten. Müller (71.) und Lüneburg (81./87.) vergaben ebenso aussichtsreiche Möglichkeiten wie auf der anderen Seite Maximilian Geißen (74.). Geißen sah nach der Partie eine sehr ausgeglichene Partie. „Es war über 90 Minuten ein von beiden Mannschaften sehr intensiv geführtes Spiel, es ging ziemlich schnell hin und her mit Chancen für beide Mannschaften.“ Jan Lüneburg schlug in die selbe Kerbe. „Wir hatten im ersten Durchgang mehr Spielanteile, in der zweiten Hälfte hat sich das dann reguliert. Es haben viele Zweikämpfe im Mittelfeld stattgefunden. Mit Glück machen wir noch den Lucky Punch. Wenn wir aber auf die bisherige Saison blicken, müssen wir vielleicht auch froh sein, dass wir keinen Lucky Punch gegen uns bekommen haben.“

„Mit der Leistung der Mannschaft bin ich sehr zufrieden“, zog Martens ein Fazit unter die Partie. „Vielleicht müssen wir es jetzt auch mal von der Seite sehen, dass wir zum sechsten Mal hintereinander nicht geschlagen wurden – aber natürlich wissen wir auch, dass uns die Unentschieden nicht weiter nach vorne bringen. Wir haben uns vorgenommen, stabiler zu werden – das haben wir heute im Defensivverbund sehr, sehr gut gemacht.“ Auch für den Gegner hatte Martens ein Lob parat. „Wie gut Drochtersen verteidigen kann, haben wir heute über 90 Minuten gesehen. Die lassen in der Luft gar nichts zu, sind wirklich kopfballstark. Gerade im Defensivverbung ist Drochtersen eine sehr starke Mannschaft, von daher können wir mit dem Punkt am Ende zufrieden sein.“

In der Tabelle belegen wir aktuell den siebten Platz. Das könnte sich bereits am kommenden Wochenende ändern, wenn wir beim FC St. Pauli (U23) im eigenen Stadion zu Gast sind.

Unsere Mannschaft:
Stefan Rakocevic – Jasper Hölscher, Hamajak Bojadgian (c), Fabian Grau, Juri Marxen – Jonas Behounek – Philipp Müller (84. Jordan Brown), Evans Nyarko, Dylan Williams, Nils Brüning (75. Kangmin Choi) – Jan Lüneburg

Tore: keine

Gelbe Karten: Jan Lüneburg (3), Fabian Grau (2), Philipp Müller, Jasper Hölscher

Schiedsrichter: Alexander Herbers (Lathen)

Zuschauer: 395