Herren

Altona trotzt Bork-Hammer

Nach dem Schlusspfiff blickte man im Rund des Stadions in viele leere Gesichter – abgesehen von Block A5, wo etwa 50 mitgereiste Altonaer mit ihrer Mannschaft jubelten. Während die einen den Punktgewinn lautstark bejubelten, waren die anderen sprachlos, dass man es nicht schaffte, das bislang noch punktlose Altona 93 vor heimischen Publikum zu besiegen.

Dabei begann die Partie vielversprechend, die Mannschaft schien an die an die starken Heimspiele gegen Phönix Lübeck und den FC St. Pauli anknüpfen zu wollen. Zwar sorgte ein schlimmer Rückpass von Choi für eine Riesenmöglichkeit für den ehemaligen Norderstedter Dominik Akyol, der freie Schußbahn hatte, den Ball aber knapp über das Tor chippte (4.). Doch abgesehen davon gehörte die erste Viertelstunde den Hausherren. Ein Kopfball von Jan Lüneburg (2.), ein Linksschuss von Dylan Williams (6.) und ein Schlenzer von Elias Saad (7.) verfehlten noch das Ziel. Doch dann rutschte eine Koch-Ecke durch und landete auf dem Fuß von Rico Bork, dessen Hammer aus 17 Metern im Tor der Gäste einschlug (13.). Wer nun jedoch einen fußballerischen Festtag erwartet hatte, wurde enttäuscht. “Wir haben nach der ersten Viertelstunde echt abgebaut”, zeigte sich Jens Martens enttäuscht. “Altona hat sich dann richtig reingekämpft in das Spiel, das haben sie gut gemacht.“

Hilfestellung bekamen Sie dabei von zahlreichen Ungenauigkeiten in unserem Spiel. Zum Glück hatten wir zumindest in der ersten Hälfte Fortuna auf unserer Seite – ansonsten hätten es nach 25 Minuten womöglich Elfmeter für Altona gegeben, als bei einem Klärungsversuch von Hamajak Bojadgian die Hand im Spiel war. Doch auch die wildesten Proteste der Altonaer halfen nicht – die Pfeife blieb stumm. Wenig später verpasste Andre Wallenborn mit einem schönen Flugkopfball den Ausgleich (36.), der zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient gewesen wäre.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Schock. Philipp Koch blieb nach einem Zweikampf im eigenen Strafraum liegen, auch die schnelle Hilfe unserer Physio Vanessa Blunk half nicht – Kocher musste verletzt raus, humpelte auch nach dem Schlusspfiff noch stark. Das sah nicht gut aus, gute Besserung, Philipp! Für Koch kam Dane Kummerfeld, der gerade erst zum Aufwärmen geschickt wurde, und musste einen Kaltstart hinlegen. Direkt nach dem Wechsel ging Saad im Zweikampf mit Marco Heskamp zu Boden – kein Elfmeter, das sah zu gewollt aus. Altonas Antwort: Ole Wohlers schoß den Ball ans Außennetz (53.). Besser, aber noch nicht gut, machte es Djavid Abdullatif, der den Ball an die Unterkante der Latte zimmerte, von wo der Ball zunächst an den Pfosten und dann wieder nach draußen sprang (70.). Doch dann war das Glück aufgebraucht. Eine Flanke von Andre Wallenborn landete auf dem Kopf von Hendrik Bombek, der per Bogenlampe Lars Huxsohl überlupfte (71.). Ein Treffer, der unserem Trainerteam überhaupt nicht schmeckte. Nicht, weil es unverdient gewesen wäre, dass war es sicher nicht. Aber: “Es gibt klare Zuordnungen bei kurzen Ecken. Die wurden nicht eingehalten”, schimpfte Jens Martens.

Eine direkte Antwort blieb aus, doch in den letzten zehn Minuten nahm die Partie noch einmal Fahrt auf. Zunächst konnte Altona-Keeper Jasin Jashari einen Bork-Freistoß entschärfen (80.), ein Freistoß von Dennis Rosin ging ans Außennetz (86.). Schließlich konnte Jashari eine Kummerfeld-Flanke gerade noch wegwischen, im folgenden Gestocher war es schließlich Behounek, dessen Schuss entscheidend abgefälscht wurde. Und dann kam die 92. Minute… Lüneburg steckte den Ball stark auf Elias Saad durch, der im Strafraum von Andre Wallenborn klar nach unten gedrückt wurde – der Elfmeterpfiff blieb jedoch aus. Während einige eine Konzessionsentscheidung nach dem nicht gegebenen Handelfmeter in Halbzeit eins vermuteten, sah es Altonas Andre Wallenborn nüchterner: “Es passte zur Linie des Schiedsrichters heute. Er hat die ganzen 50/50-Duelle nicht gepfiffen und das war genau so eine Situation.” Und so blieb es dann nach 95 Minuten beim 1:1 Unentschieden, welches sich Altona “aufopferungsvoll erkämpft hat”, wie Jens Martens nach der Partie feststellte.

Für uns folgen nun zwei Hammerspiele – am Samstag beim SC Weiche Flensburg, eine Woche später ist der VfB Lübeck zu Gast in Norderstedt.

Unsere Mannschaft:
Lars Huxsohl – Jonas Behounek, Hamajak Bojadgian, Fabian Grau, Rico Bork – Philipp Koch (c) (49. Dane Kummerfeld) – Nils Brüning (46. Michael Igwe), Kangmin Choi (60. Evans Nyarko), Dylan Williams, Elias Saad – Jan Lüneburg

Tore:
1:0 Rico Bork (13.)
1:1 Hendrik Bombek (70.)

Gelbe Karten: Jonas Behounek (2), Rico Bork (2), Kangmin Choi (1), Fabian Grau (1), Michael Igwe (1), Jan Lüneburg (1)

Schiedsrichter: Christopher Horn (Lunden)

Zuschauer: 450