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Eine gute Halbzeit reichte nicht

Eine Faustregel bei den defensivstarken Drochtersenern lautet: Du bekommst nicht viel Torchancen, also musst du aus denen, die du hast, etwas machen. Die Torchancen, die wir hatten, waren dann allerdings echte Hochkaräter. Direkt nach Wiederanpfiff kratzte Finn Zeugner einen Saad-Kopfball von der Linie (49.), Nils Brüning hob den Ball nach einem Choi-Steilpaß über den Torwart, allerdings auch am Tor vorbei (59.), Batuhan Evren traf mit seinem Drehschuss nur den Pfosten (73.), nach einem Eckball konnten Jan Lüneburg, Fabian Grau, dessen Abschluss auf der Linie geklärt wurde, und Jasper Hölscher mit dem Nachschuß den Ball nicht an der D/A-Defensive vorbei bringen, so dass die alten Weisheit griff. “Wenn du die Bälle vorne nicht rein machst, kannst du kein Spiel gewinnen.” Zu allem Überfluss wurde es in der zweiten Halbzeit auch noch hektisch. Nachdem der Schiedsrichter sämtliche Foulspiele der Drochtersener mit Gesprächen löste, wurde schon der ein oder andere Spieler unruhig. “Nun laber doch nicht nur, sondern mach auch mal was”, war vom Feld zu hören. Das tat er dann auch, indem er nacheinander Dylan Williams (56.) und Elias Saad (59.) verwarnte, was zahlreiche Diskussionen mit unseren erregten Spielern nach sich zog. Nun ist es nicht so, dass man für die Fouls nicht hätte gelb geben können, allerdings passte die Verhältnismäßigkeit nicht – noch weniger, als Rico Bork an der Außenlinie mit Anlauf weggesenst wurde und es lediglich Freistoß gab (68.). Die Folge: Nahezu jede Freistoßsituation wurde bis zum Schlusspfiff von beiden Seiten kommentiert und diskutiert.

Dass es dann nicht zumindest zu einem Punkt langte, ist der ersten Halbzeit geschuldet. Zwanzig Minuten lang tasteten sich beide Teams ab, ohne dass nennenswertes passiert. Mit einer Ausnahme: Nach einem Abspielfehler in der Norderstedter Defensive landete der Ball bei El-Salah, der so freie Bahn hatte und den Ball aus zwanzig Metern an den Pfosten nagelte (12.). Ein defensiver Abspielerfehler sorgte auch für die erste Schrecksekunde in der Defensive der Gastgeber: Ein zu kurzer Rückpass von Hessar landete bei Jan Lüneburg, der vorm Torwart an den Ball kam, dabei jedoch der Grundlinie schon zu nah war, so dass der Ball ins Toraus ging, ohne dass Lüneburg den Ball verwerten konnte (20.). Dies war der Auftakt zur Sturm- und Drangphase der Gastgeber. Eine scharfe Hereingabe von Ioannou (22.) wurde genau so von Lars Huxsohl entschärft wie die Schüsse von Felix Niebergall (24.) und Maximilian Geißen (33.). Als Fabio Dias bei einer Vorteilsauslegung des Schiedsrichters am schnellsten reagierte, war Huxsohl allerdings geschlagen. Dias’ Ball drehte sich unhaltbar in den Winkel (39.). Drei Minuten später schlug Fabian Grau über den Ball. Wieder schaltete Dias schnell, brachte den Ball von der rechten Außenbahn an den linken Flügel, wo Hassan El-Salah aus kurzer Distanz einschoß (42.). “Das war für uns ein gebrauchter Tag in der ersten Halbzeit, wir sind überhaupt nicht in die Pötte gekommen. Drochtersen hat zur Halbzeit hochverdient geführt”, fasste Jens Martens die ersten 45 Minuten ernüchtert zusammen. “In der zweiten Halbzeit haben wir versucht, den Anschlusstreffer zu erzielen, aber der Ball wollte nicht rein. Wenn man den Ball nicht reinmacht, kann man Spiele nicht gewinnen, von daher war es ein verdienter Sieg für Drochtersen.” Umgekehrt war D/A-Coach Lars Jagemann mit der ersten Hälfte seiner Mannschaft sehr zufrieden. “Nach den ersten 10, 15 Minuten war es eine richtig gute Halbzeit mit vielen Balleroberungen und richtig schnellem Spiel nach vorne. In der zweiten Halbzeit haben wir etwas wild agiert und uns hinten reindrängen lassen. Was allerdings gut war, ist, dass wir mit Leidenschaft unser Tor verteidigt und zwei Mal den Ball auf der Linie gerettet haben.” Vereinspräsident Rigo Gooßen blickt schon voraus: “Das können wir gerne fortsetzen gegen Heide. Da habe ich viel mehr Bammel vor als jetzt gegen Norderstedt.”

Für uns ist am Wochenende spielfrei – weiter geht es am kommenden MIttwoch mit dem Heimspiel gegen Altona 93.

 

Unsere Mannschaft:
Lars Huxsohl – Jonas Behounek, Hamajak Bojadgian, Fabian Grau, Rico Bork (79. Dane Kummerfeld) – Philipp Koch (c) (84. Yannik Nuxoll) – Nils Brüning (62. Jasper Hölscher), Dylan Williams (69. Batuhan Evren), Kangmin Choi, Elias Saad – Jan Lüneburg

Tore:
1:0 Fabio Dias (39.)
2:0 Hassan El-Saleh (42.)

Schiedsrichter: Jannik Weinkauf

Gelbe Karten: Philipp Koch (2), Dylan Williams (1), Elias Saad (1), Rico Bork (1), Jonas Behounek (1)

Zuschauer: 542