Herren

Punkte im Dauerregen verschenkt

Im Dauerregen von Norderstedt verschenkte unsere Mannschaft heute nachmittag einen sicher geglaubten Sieg gegen die U23 des FC St. Pauli.

Etwas überraschend hatten die bislang sieglosen Kiezkicker, die ohne Profiunterstützung anreisten und lediglich drei Feldspieler auf der Bank hatten, zu Beginn etwas mehr vom Spiel. Jakub Bednarczyk mit einem Schuss aus zwanzig Metern, der einen halben Meter über das Tor ging (6.) sowie Bennet van den Berg, bei dessen Abschluss im Fünfmeterraum Lars Huxsohl parierte (20.), hatten die ersten guten Möglichkeiten für die Gäste, für uns setzte Nils Brüning ein Lebenszeichen, als er vom rechten Flügen in die Mitte zog um mit links abzuschließen – der Ball ging etwa einen halben Meter am Pfosten vorbei (8.).

Erst nach gut zwanzig Minuten kamen wir besser in die Partie und konnten gegen die sicherstehende Gästeabwehr immer wieder kleinere Nadelstiche setzen. So als Jan Lüneburg den Ball auf Dylan Williams ablegte, der auf der rechten Bahn auf einmal viel Platz hatte. Williams legte den Ball zurück auf Saad, der aus der Drehung das Tor nur um Haaresbreite verpasste (27.). Kurz vor der Pause konnte der wieder einmal auffällige Elias Saad mit einem Tempodribbling drei Gegenspieler stehen lassen und hatte dann noch das Auge für Jonas Behounek. Der fasste sich aus gut zwanzig Metern ein Herz – Jesper Heim im St. Pauli-Tor konnte den strammen Schuss aber halten (40.). Zu dem Zeitpunkt war unsere Arbeitsbiene Dylan Williams bereits nicht mehr auf dem Feld. Williams hatte zehn Minuten zuvor einen Ball erfolgreich abgegrätscht, dabei aber den Stollen seines Gegenspielers ins Gesicht bekommen. Dabei erlitt er eine kleinen Riss im Augenlid. “Wir haben draußen relativ lange versucht, die Blutung zu stillen, doch es hörte einfach nicht auf”, erklärte Jens Martens nach der Partie.  Nach sechs Minuten in Unterzahl kam Dane Kummerfeld für Williams, Rico Bork rückte dafür ins zentrale Mittelfeld.

Ein Schachzug, der sich kurz nach der Pause auszahlen sollte. Bork grätschte in der eigenen Hälfte mit großem Einsatz einen Angriffsversuch der Gäste ab, schaltete postwendend um und schickte Elias Saad auf die Reise. Der pfeilschnelle Außenspieler nahm Tempo auf, drang in den Strafraum rein und hatten die Übersicht, die Kugel auf die rechte Seite zu spielen, wo der bärenstarke Nils Brüning heran rauschte und den Ball an Jesper Heim vorbei zum 1:0 einschoß (51.). Nur drei Minuten später fast eine Kopie des Angriffs – Saad spielte auf Koch, der ebenfalls für Brüning ablegte. Dieses Mal geriet er in Rückenlage und schoß den Ball deutlich drüber (54.).

Zu dem Zeitpunkt hätten die Gäste schon führen können, denn keine sechzig Sekunden nach Wiederanpfiff landete ein Abschluss von Serkan Dursun auf der Latte (46.). Die Chance auf den Ausgleich vergab Bennet van den Berg, der eine Flanke von Dursun gegen die Laufrichtung des Torhüters, allerdings auch neben das Tor köpfte.

Auf der anderen Seite erkämpfte sich Jonas Behounek, der von Spiel zu Spiel besser wird, den Ball an der Grundlinie, chippte den Ball in die Mitte, wo am langen Pfosten Jan Lüneburg lauerte, sich artistisch in die Luft legte und per Seitfallzieher sehenswert zum 2:0 traf (65.). “Wenn man einen Spieler wie Lüne vorne in der Box hat, muss man den mit Flanken und Hereingaben füttern. Wenn das funktioniert, macht er auch seine Buden”, sagte der Vorlagengeber. Die Zuschauer waren begeistert von ihrer Mannschaft, zollten immer wieder lautstark Applaus für gewonnene Bällte in der Defensive oder starke Offensivaktionen, die zumeist über Elias Saad und Nils Brüning vorgetragen wurden. “Wir sind schwer in die Partie reingekommen. In der zweiten Halbzeit war es dann richtig gut”, fasste Jens Martens zusammen. “Da merkt man auch, dass das Publikum mitgeht, gelungene Aktionen sofort beklatscht. Da waren wir uns sicher, dass wir das Spiel gewinnen. Vielleicht zu sicher.”

Denn aus dem Nichts kam St. Pauli dann doch nochmal heran. Von der rechten Seite flog eine Flanke in den Strafraum, in der Mitte gingen Hamajak Bojadgian, Torhüter Lars Huxsohl und St. Pauli-Stürmer Serkan Dursun hoch. Die beiden Norderstedter schienen sich gegenseitig zu behindern, Dursun sagte danke und traf zum 1:2-Anschluss (83.). Plötzlich merkten die Braun-Weißen, dass noch was geht. Diesmal glänzte Dursun als Vorbereiter, schlug einen Ball von der linken Seite in den Sechzehner. Huxsohl kam noch an den Ball, wehrte diesen aber für die Füße von Aurel Loubongo-M’Boungou, der nur noch zum Ausgleich einschieben musste (85.). “Nach dem ersten Gegentor hätten wir gleich mehr Ruhe reinbekommen müssen”, sagte Jonas Behounek nach dem Spiel. “Das ist uns nicht gelungen, stattdessen kam noch das zweite Gegentor hinterher.”

Weiter geht es bereits am kommenden Mittwoch um 19.30 Uhr bei der SV Drochtersen/Assel. “Wir werden erstmal auf Regeneration setzen”, warf Martens einen Blick auf die kommende Woche. “Die meisten Jungs haben 90 Minuten bei diesen Bodenverhältnissen gespielt, in der zweiten Halbzeit war einiges an Tempo drin, die werden sicherlich morgen und übermorgen beim Regenerationstraining müde sein. Wir werden viel machen, dass die Jungs dann wieder möglichst frisch sind.” Zumindest dürften Martens dann zwei weitere Spieler zur Verfügung stehen. Evans Nyarko ist wieder fit und auch bei Philipp Müller, der an leichten Muskelproblemen leidet, sieht der Trainer berechtigte Chancen, dass er zumindest im Kader steht. “Das ist eins meiner Lieblingsspiele”, freut sich Jonas Behounek schon jetzt auf die Partieam Mittwoch. “Irgendwie spiele in Drochtersen immer abends. Es ist dunkel, da sind viele Leute, da ist immer viel Alarm. Drochtersen ist eine Männermannschaft, da geht es zur Sache. Deswegen ist das ein Spiel, auf das sich die Mannschaft auch freut.”

Unsere Mannschaft:
Lars Huxsohl – Jonas Behounek, Hamajak Bojadgian, Fabian Grau, Rico Bork – Philipp Koch (c) – Nils Brüning (76. Michael Igwe), Kangmin Choi, Dylan Williams (36. Dane Kummerfeld), Elias Saad – Jan Lüneburg (87. Batuhan Evren)

Tore:
1:0 Nils Brüning (51.; Vorlage: Elias Saad)
2:0 Jan Lüneburg (66.; Vorlage: Jonas Behounek)
2:1 Serkan Dursun (83.)
2:2 Aurel Loubongo-M’Boungou (85.)

Schiedsrichter: Kevin Behrens (Hasede)

Zuschauer: 400

Gelbe Karte: Philipp Koch (1)