Herren

Norderstedter Feuerwerk – Lüne setzt Rekorde

Was für ein Auftakt in die neue Saison – mit 4:0 schickten unsere Jungs den 1.FC Phönix Lübeck zurück in die Hansestadt. Dabei hatte Trainer Jens Martens sich mit Blick auf den qualitativ hochwertigen Kader der Lübecker in Zurückhaltung geübt und wäre mit einem Unentschieden einverstanden gewesen. Ganz anders seine Spieler.

Die ersten zwanzig Minuten der Partie waren ein intensives und spannendes Aufeinandertreffen, dass sich jedoch in erster Linie zwischen den Strafräumen abspielte – dann legten die Gastgeber los und durften einen besonderen Treffer bejubeln, als Jan Lüneburg eine Flanke von Rico Bork einschädelte (33.). Für Lüneburg war es der 96. Pflichtspieltreffer im Eintracht-Trikot. Nach unseren Statistiken überflügelt er damit Oliver Hirschlein und ist nun unser vereinsinterne Rekordtorjäger – Glückwunsch, Lüne!

Zu dem Zeitpunkt hätte unsere Elf bereits führen können, doch zwei Mal reagierte Phönix-Keeper Kevin Tittel großartig. So in der 17. Minute, als Philipp Müller über den linken Flügel den Ball in die Mitte brachte, Nils Brüning die Kugel nicht richtig traf und es dadurch zu einer Vorlage für Elias Saad wurde. Der grätschte in den Ball rein, Tittel fingerte ihn gerade noch aus der Ecke. Ebenso stark die Reaktion des Torhüters bei einem strammen Müller-Schuß aus zwanzig Metern (20.). Nur bei einem Kopfball von Nils Brüning war Tittel geschlagen – doch ein Lübecker rettete auf der Linie (18.).

Während die Zuschauer erwarteten, dass Phönix nach dem Rückstand in der zweiten Halbzeit aufdrehen würde, sahen sie sich getäuscht. War es in der ersten Halbzeit noch Fabian Graudenz, über den nahezu alle gefährlichen Aktionen der Gäste liefen und der immer wieder Haris Hyseni suchte und fand, wurde dieser in der zweiten Halbzeit völlig aus der Partie genommen. Die Folge: Kaum noch nennenswerte Offensivaktionen von Phönix. Entprechend enttäuscht war Phönix-Kapitän Nico Fischer nach der Partie. “In der ersten Halbzeit hatten wir nach dem 1:0 noch gute Chancen auf das 1:1 gehabt. Aber mit unserer zweiten Halbzeit können wir überhaupt nicht zufrieden sein, das hat weder offensiv noch defensiv gepasst heute.”

Denn nach dem Wiederanpfiff drückte nur noch die Martens/Smith-Elf, das zweite Tor war nur noch eine Frage der Zeit. Nur meistens ist es ja so: Wenn man spürt, dass ein Treffer für eine Mannschaft in der Luft liegt, fällt das Tor auf der anderen Seite. Nicht so heute: Nachdem der unglaublich fleißige Elias Saad in zentraler Position 18 Meter vor dem Tor gelegt wurde, bot sich eine hervorragende Freistoßsituation: Philipp Koch, dem seit vier Jahren und drei Monaten in der Liga kein Tor mehr gelungen war, nahm Anlauf – und krönte seine tolle Leistung unter dem Jubel aller Mitspieler per direkten Freistoß zum 2:0 (60.).

Nur drei Minuten später flog ein Bork-Freistoß in den Strafraum. Brüning drehte sich in den Ball hinein und brachte ihn mit der Hacke Richtung Tor – Tittel wischte den Ball noch mit den Fingerkuppen drüber. Kurios der Treffer zum 3:0: Eine Flanke von Jonas Behounek landete bei Jan Lüneburg, dessen Abschlussversuch mißlang und zu einer Vorlage für Kangmin Choi wurde. Der traf den Ball ebenfalls nicht richtig, so dass er plötzlich zu Elias Saad kam. Der nahm die Kugel kurz an und netzte aus der Drehung schließlich ein (71.). Den Schlusspunkt setzte Nils Brüning, der eine Flanke des eingewechselten Dane Kummerfeld am langen Pfosten zum 4:0 veredelte (77.).

“Wir haben den Jungs vor der Partie gesagt, dass sie es in unserer Ära meistens geschafft haben, sich auf den Punkt zu konzentrieren”, sagte Jens Martens nach der Partie. “Das haben sie heute eindrucksvoll bewiesen. Ganz großes Kompliment an die Mannschaft.” Einen “Spieler des Spiels” zu finden war heute unmöglich. “Nach der Leistung möchte ich keinen Spieler einzeln hervorheben. Lars Huxsohl müssen wir etwas rausnehmen, der hat nicht viel drauf bekommen, aber die zehn Feldspieler und die Einwechselspieler haben sich den Arsch aufgerissen und Vollgas gegeben. Deswegen ist der Sieg auch in der Höhe meiner Meinung nach verdient.”

Heute passte auf dem Feld jedes Rädchen ins andere. Toll, wie man miterleben kann, wie Philipp Müller von Spiel zu Spiel besser wird und heute bis zu seiner Auswechselung (“Nichts Schlimmes, nur eine Vorsichtsmaßnahme”) glänzte oder so ein feiner Techniker wie Elias Saad bereits in seinem ersten Ligaspiel gegen wirklich robuste Gegner die Regionalliga voll angenommen hat. Wie Nils Brüning über den Flügel wirbelt, wie Jonas Behounek spielt als würde er schon drei Jahre mit der Mannschaft zusammen kicken, wie unsere Innenverteidigung den hochgelobten Haris Hyseni (für Jens Martens “der beste Stürmer der Regionalliga”) in Schach hielt und Philipp Koch im Mittelfeld wie ein Fels in der Brandung war. Es hat einfach nur Spaß gemacht – danke für diesen großartigen Abend, Männer.

 

Unsere Mannschaft:
Lars Huxsohl – Jonas Behounek, Hamajak Bojadgian, Fabian Grau, Rico Bork (70. Dane Kummerfeld) – Philipp Koch – Nils Brüning (80. Jasper Hölscher), Philipp Müller (46. Kangmin Choi), Dylan Williams, Elias Saad – Jan Lüneburg (80. Batuhan Evren)

Tore:
1:0 Jan Lüneburg (33.; Vorlage: Rico Bork)
2:0 Philipp Koch (60.; Vorlage: Elias Saad)
3:0 Elias Saad (71.; Vorlage: Jan Lüneburg)
4:0 Nils Brüning (77.; Vorlage: Dane Kummerfeld)

Schiedsrichter: Felix Bahr (Ahlerstedt)