Herren

Mühsamer Sieg in Niendorf

Unser Trainerteam Jens Martens und Olufemi Smith wollte vor dem DFB-Pokalspiel gegen Hannover 96 gerne noch einen echten Härtetest absolvieren. Und der Oberligist Niendorfer TSV, Gegner in der 1. Runde des LOTTO-Pokals, wurde genau das.

Da der Rasenplatz wenig überraschend gesperrt wurde, fand das Spiel auf dem sehr kurzen und schon etwas in die Jahre gekommenen Kunstrasenplatz am Sachsenweg auf. Zudem regnete es auch noch nahezu das gesamte Spiel über in Strömen – beste Voraussetzungen für einen echten Pokalfight, “der Zuschauer verdient gehabt hätte”, wie NTSV-Trainer Ali Farhadi nach der Partie treffend sagte.

Die ersten Minuten kann man getrost als Phase des Abtastens bezeichnen, bis nach zehn Minuten eine Flanke von Jonas Behounek in der Mitte unfreiwillig von unserem ehemalige U19-Spieler Malik Yago vor die Füße von Dylan Williams gestoppt wurde. Williams schoß den Ball war in die Wolken, doch es war der Auftakt für eine wilde Viertelstunde, in der beide Teams aufs Tempo drückten und es Schlag auf Schlag ging. Saad verpasste das Tor mit seinem Schuß knapp (13.), Grubba konnte seine Klasse bei einem Distanzschuß von Philipp Koch beweisen (15.), auf der anderen Seite sorgte ein weiterer ehemaliger Norderstedter für Gefahr. Ein langer Ball von Dario Streubier fand Ante Kutschke, der plötzlich alleine vor Huxsohl auftauchte – Glück für uns, dass Kutschke der Ball versprang, da war deutlich mehr drin (21.). Zwei Minuten später kam erneut Kutschke nach einem Konter zum Abschluß, sein Schuß war aber kein Problem für den wie immer souveränen Lars Huxsohl. Weitere 120 Sekunden später fand Philipp Müller mit seiner Flanke den am langen Pfosten lauernden Jan Lüneburg, der zum Kopfball hoch stieg, sich dabei aber bei seinem Gegenspieler aufgestützt haben soll.

Dann beruhigte sich die Partie ein wenig, ehe sie kurz vor der Pause nochmal richtig Fahrt aufnahm. Im Mittelpunkt: Torhüter Lars Huxsohl, der die Null mit zwei Klasseparaden hielt. Zunächst flankte Routinier Daniel Brückner maßgenau auf den Kopf von Lennart Merkle. Besser als der Kopfball von Merkle war nur die Parade von Huxsohl, der sich ganz lang machen musste, um sein Tor sauber zu halen (38.). Drei Minuten später war es erneut Merkle, der aus der Drehung abschloß. Huxsohl konnte den Ball mit den Fingerspitzen gerade noch um den Pfosten lenken. Zwischen diesen beiden erstklassigen Niendorfer Chancen, hatten allerdings auch wir eine: Behounek schickte Brown mit einem langen Ball auf die Reise. Brown, der auch in dieser Saison unsere Mannschaft als Kapitän aufs Feld führt, flankte von der Grundlinie in den Rückraum, wo Elias Saad heran rauschte und die Kugel zur Führung in die Maschen drosch (39.). Mit einer 1:0-Führung ging es in die Pause.

Das Vorhaben, die Führung möglichst schnell auszubauen, ging aber mächtig nach hinten los. Im Norderstedter Strafraum kam Hassan Zarei im Duell mit Philipp Koch zu Fall – Elfmeter. Lars Huxsohl ahnte zwar die Ecke, den platzierten, halbhohen Schuß von Daniel Brückner konnte er jedoch nicht abwehren (51.). Plötzlich hatte der Oberligist Oberwasser, der Ball lief – und wir verloren den Zugriff auf die Gastgeber, die nun die Pokalüberraschung vor Augen hatten. Der eingewechselte Leon Meyer vergab vor den Augen seines Bruders Linus “Fußballgottes” Meyer zwei mal (57./66.). Nun war die Partie, die auf einem hohen Tempo stattfand, an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten. Und auch der Schiedsrichter hatte bei einigen kniffligen Szene alle Hände voll zu tun und lag dabei nach Auffassung der Trainer nicht immer richtig. NTSV-Trainer Ali Farhadi musste sich deutliche Worte anhören, unser Co-Trainer Andre Ladendorf sah sogar die gelbe Karte. Damit dürfte er seit Einführung der gelben Karte für Mitglieder des Stabs der erste sein, der eine Verwarnung kassierte. Glückwunsch, Lade! 😉

Als sich die ersten schon mit dem Gedanken ans Elfmeterschießen anfreunden wollten – in dieser Saison gibt es keine Verlängerung im LOTTO-Pokal – zeigte sich die brutale Qualität unserer Spieler. Außer einem Schuß aus der zweiten Reihe von Philipp Koch, der zwei Meter am Tor vorbei ging (75.), passierte im letzten Drittel nämlich relativ wenig. Doch dann schlug Elias Saad aus Rechtsverteidigerposition einen 50-Meter-Pass direkt in die Füße des eingewechselten Nils Brüning, der bedrängt von zwei Niendorfern zwar etwas aus dem Rhythmus kam, den Ball aber dennoch an Tobias Grubba vorbei ins Netz spitzelte (80.) und das Spiel damit zu unseren Gunsten entschied. Ante-Akira Kutschke hatte zwei Minuten vor Schluß noch einmal die Möglichkeit zum Ausgleich, doch der Ball rutschte ihm über den Fuß, so dass es beim glücklichen, aber über 90 Minuten nicht unverdienten 2:1 blieb. “Es war ein cooles Spiel, was wir abgeliefert haben. Aber Fußball ist ein Ergebnissport und deshalb ist Norderstedt auch verdient weiter”, fasste Ali Farhadi bei aller Begeisterung über die Leistung seiner Mannschaft zusammen. Sein Gegenüber Jens Martens sah es trotz aller Schwierigkeiten, die seine Mannschaft mit den Niendorfern hatte, ähnlich nüchtern. “Wir wollten den Sieg einfahren und dieses Ziel haben wir erreicht”, sah aber ebenfalls eine “sehr starke Niendorfer Leistung, die haben sauber und fair dagegen gehalten. Es war eine verdammt schwierige Geschichte. Unterm Strich bin ich einfach zufrieden und glücklich, dass wir die zweite Runde erreicht haben.”

Die Auslosung zur zweiten Runde findet bereits morgen abend um 18.00 Uhr statt. Da die zweite Runde am DFB-Pokal-Wochenende ausgetragen wird, ist davon auszugehen, dass unsere Partie am 10. oder 11. August gespielt wird.

Tore:
0:1 Elias Saad (39.; Vorlage: Jordan Brown)
1:1 Daniel Brückner (51.; Foulelfmeter)
1:2 Nils Brüning (80.; Vorlage: Elias Saad)

Unsere Mannschaft:
Lars Huxsohl – Jonas Behounek, Hamajak Bojadgian, Fabian Grau, Dane Kummerfeld (84. Rico Bork) – Philipp Koch – Jordan Brown (c) (77. Batuhan Evren), Dylan Williams, Philipp Müller (62. Nils Brüning), Elias Saad – Jan Lüneburg

Schiedsrichter: Adrian Höhns (Dassendorf)