Herren

Spannung. Dramatik. Lüneburg!

„Geil. Es ist einfach nur geil“, freute sich Olufemi Smith nach der heutigen Partie gegen den FC Teutonia 05. Grund für seine Freude war Eintracht Sturmikone Jan Lüneburg, der in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit seinen Körper in einen Eckball warf und so das Tor des Tages erzielte. Das Tor, das uns den erneuten Weg in den DFB-Pokal ebnete. Auch ein zweifelhafter Platzverweis gegen Kangmin Choi, der nach einer angeblichen Tätlichkeit vom Platz gestellt wurde, konnte unsere aufopferungsvoll kämpfenden Männer nicht stoppen – nach zwanzig minütiger Unterzahl konnten unsere Jungs jubeln.

Von Anfang an zeigte sich, dass es eine enge, spannenden Partie werden würde. Insbesondere das Duell zwischen dem lauffreudigen Jan Lüneburg und dem ehemaligen Norderstedter Marcus Coffie in der Innenverteidigung der 05er ergab immer wieder rassige Zweikämpfe. Zum ersten Mal gefährlich wurde es nach 14 Minuten. Lüneburg steckte den Ball durch auf Gutmann, der im letzten Moment durch Coffie vom Ball getrennt wurde. Die folgende Ecke köpfte Bojadgian über das Tor. Nach einer knappen halben Stunde tankte sich Johann von Knebel durch mehrere Teutonen und kam im Strafraum zu Fall, doch Schiedsrichter Oldhafer ließ zurecht weiterspielen (28.). Wenige Minuten später brannte es auf der anderen Seite. Alex da Cunha verschätzte sich mit einem Rückpass völlig und spielte diesen in den Lauf von Mfumu. Der nahm mit der Kugel am Ball Fahrt auf und wollte abschließen, doch Fabian Grau kam mit einer Grätsche geflogen und klärt den Ball glänzend (34.). Im Gegenzug verpassten Lüneburg (35.) und Gutmann (43.) nur knapp die Führung. Die fiel mit dem Pausenpfiff: Rico Bork trat einen Eckball von der linken Seite in die Mitte, mehrere Spieler stiegen hoch, doch nur einer kam an den Ball: Mr. Pokal Jan Lüneburg nickte die Kugel aus kurzer Distanz zur verdienten Führung ein (45.+2).

Nach der Pause machten unsere Jungs genau so stürmisch weiter. Zummack im Tor der Teutonen rettete glänzend gegen auf ihn zueilenden Nick Gutmann (51.), Johann von Knebels Linksschuss rauschte nur knapp am Tor vorbei (52.). Doch nicht nur die Hamburger haben einen herausragenden Keeper, wir auch. Wiederum nur eine Minute später rettete Lars Huxsohl glänzend gegen Akyörük (53.). Die große Chance zum Ausgleich vertan Schulze, dessen Schuss Millimeter am Pfosten vorbei strich (63.). Nun ging es munter hin und her – Choi bediente Dylan Williams, dessen Abschluss erneut von Zummack entschärft wurde (67.).

Zwei Zeigerumdrehungen später kam es zur umstrittensten Szene des Spiels. Kangmin Choi kam an der Strafraumgrenze bei einer Rettungsaktion von Schulze zu Fall – der Teutone beugte sich über Choi und gab ihm einige Worte mit auf den Weg, Choi stand auf, beide standen Nase an Nase… und plötzlich sank der 05er zu Boden. Choi („Wir standen Kopf an Kopf, er hat mich unterhalb des Auges berührt und ist dann umgefallen“) verstand die Welt nicht mehr, alle um ihn herum Stehenden genau so wenig. Noch weniger, als Schiedsrichter Oldhafer nach Beratung mit Assistent Porsch glatt Rot für Choi zückte (69.). Teutonia wollte die Überzahl nun natürlich nutzen und drückte, doch unsere Defensive hielt – auch, als Hamajak Bojadgian angeschlagen vom Feld musste und durch Yannik Nuxoll ersetzt wurde. In der Nachspielzeit vergab der eingewechselt Sinisa Veselinovic mit einem Schuss von der Straufraumgrenze die Möglichkeit zum Ausgleich (90.+1) – dann war Feierabend. Großer Jubel im EPS – wir spielen am ersten August-Wochenende DFB-Pokal!“

„Es war aus meiner Sicht ein hochverdienter Sieg“, sagte Olufemi Smith nach der Partie. „wir hatten mehr und die besseren Torchancen. Die Jungs haben das spielerisch und kämoferisch richtig gut gemacht, standen defensiv sehr stabil und haben mit- und füreinander gearbeitet. Nach der Roten Karte hat Teutonia natürlich den Druck nochmal erhöht, aber wir haben sehr gut dagegen gehalten. Das war ein richtig geiler Sieg, ich bin sehr stolz auf die Jungs.“ Und nun, im DFB-Pokal, wer soll’s sein? „Das ist mir wirklich egal. Alle wollen immer Bayern oder Dortmund haben, aber ganz ehrlich: Da sind wir chancenlos. Ich hätte lieber einen Gegner, gegen den wir an einem sehr guten Tag zuhause zumindest die Chance haben, für eine Überraschung so sorgen.“ Jens Martens war der Gegner ebenfalls egal. „Wir knallen hier zu Hause jeden weg“, sagte er mit einem Augenzwinkern.

Bevor Martens allerdings auf das Spiel zu sprechen kam, stellte er das Organisationsteam um Olaf Bösselmann in den Vorderngrund, dass in nur 48 Stunden die komplette Veranstaltung umplanen und unter erschwerten Bedingungen umorganisieren musste – alles ehrenamtlich neben der Arbeit, versteht sich. Die Jugendleitung, Jugendtrainer und sogar Fans packten mit an, um das, was am späten Mittwochabend noch unmöglich schien, zu schaffen. Ein großes Dankeschön auch von unserer Seite an alle Beteiligten! Ohne Euch wäre das nicht zu schaffen gewesen!

 

Unsere Mannschaft:
Lars Huxsohl – Rico Bork, Fabian Grau, Hamajak Bojadgian (80. Yannik Nuxoll), Alexandre Rajao da Cunha – Philipp Koch (80. Jordan Brown) – Kangmin Choi, Johann von Knebel, Dylan Williams, Nick Gutmann (63. Nils Brüning) – Jan Lüneburg (c) (72. Evans Nyarko)

Tore:
1:0 Jan Lüneburg (45.+2; Vorlage: Rico Bork)

Rote Karte: Kangmin Choi (69., „Tätlichkeit“)

Schiedsrichter: Konrad Oldhafer (Poppenbüttel)