Herren

Sondergenehmigung beantragt

Die Frage, die momentan immer noch über allem steht, ist: Wie geht es weiter? Klar ist nur: Verband und der Großteil der Vereine wollen, dass die Saison wie in den Regionalligen West und Südwest fortgesetzt werden kann. Eigentlich wollten die Vereine in der vergangenen Woche zusammen kommen und genau darüber sprechen. Nach der Verlängerung der Lockdowns wurde der Termin auf kommende Woche verschoben, um zunächst die Ergebnisse der nächsten Ministerkonferenz abzuwarten.

Grundlage dafür, dass wieder gespielt werden kann, ist aber natürlich, dass zunächst das Mannschaftstraining wieder aufgenommen werden kann. Die Zweitmannschaften (bis auf Holstein Kiel) durften auf Grund ihres Status als Profi-Verein – alle Spieler sind hauptberuflich Fußballspieler – weiter trainieren, zudem bekam der FC Oberneuland von der Stadt Bremen eine Sondererlaubnis. Seit einigen Tagen haben auch die U23 von Holstein Kiel sowie die beiden Hamburger Vereine FC Teutonia 05 und Altona 93 die Genehmigung, in voller Mannschaftsstärke zu trainieren, was den NFV ein Stück näher Richtung Wiederaufnahme des Spielbetriebs bringt.

Dazu ist jedoch natürlich notwendig, dass auch die anderen Vereine trainieren dürfen. Dementsprechend hat ein Großteil der Vereine bei den zuständigen Behörden beantragt, den Trainingsbetrieb ebenfalls wieder aufnehmen zu können.

Die Kernfrage, die es zu beantworten gilt: Ist die Regionalliga eine Amateur-Liga oder eine Profi-Liga? Ein Problem bei der Klärung der Frage ist die große Heterogenität der Regionalliga Nord. Die meisten Mannschaften setzen auf Spieler, die man als Halbprofis bezeichnen könnte. Also Spieler, die mit dem Fußballspielen Geld verdienen, nebenbei aber noch ganz normal arbeiten gehen oder studieren um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Zweitmannschaften setzen auf Vollprofis während es vereinzelt auch Mannschaften gibt, die auf Vertragsamateure setzen.

Doch ab wann ist ein Profi überhaupt ein Profi? Muss er dafür das Fußballspielen als Hauptberuf ausüben? Oder reicht es, als Nebenjob gegen den Ball zu treten? Für Eintracht Norderstedt-Präsident Reenald Koch ist die Sachlage klar: Wieviel Geld die einzelnen Spieler verdienen, ist dabei nicht relevant. „Eintracht Norderstedt zahlt jeden Monat 4000 Euro an die Berufsgenossenschaft“, sagte er gegenüber der Norderstedter Zeitung. „Dieser Beitrag ist uns während des Lockdowns nicht erlassen worden. Und der Staat kann doch nicht einfach mal so ein Berufsverbot verhängen.“ Zumindest nicht, wenn in der gleichen Branche, in derselben Liga, andere ihrem Beruf nachgehen dürfen. Hier müsse es also heißen: „Gleiches Recht für alle.“

Daher hat Koch für Eintracht Norderstedt ebenfalls die Sondergenehmigung beantragt. „Wir haben das Hygienekonzept der Deutschen Fußball-Liga fast komplett übernommen, nur den wesentlich teureren PCR-Test durch den zweimal wöchentlich durchzuführenden Covid-19-Antigen-Schnelltest ersetzt“, erklärte Koch der Norderstedter Zeitung.

Der Antrag befindet sich zur Zeit in Prüfung, eine Rückmeldung des Gesundheitsamtes Segeberg liegt noch nicht vor. „Seit drei Monaten sind die Spieler nur am Laufen oder machen Online-Training. Die Jungs sind genervt, wollen endlich wieder gegen den Ball treten“, sagt Trainer Jens Martens. Und fügte in der NZ hinzu: „Vor kurzem hat es einer meiner Spieler auf dem Punkt gebracht, als er zu mir sagte, er sei doch kein Leichtathlet.“