Herren

Verdiente Niederlage gegen den FC St. Pauli

Es gibt Tage, an denen einfach nichts geht. So ein Tag war heute. Am Ende verpassten wir nach der schlechtesten Saisonleistung durch eine auch in der Höhe verdiente 0:3-Niederlage gegen die spielstarke U23 des FC St. Pauli den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz.

Trainer Jens Martens gab sich auf der Pressekonferenz nach dem Spiel ungewohnt wortkarg, dafür aber gewohnt unverblümt. Dass man einen gebrauchten Tag erwischt habe, wollte er nicht gelten lassen. “Das ist mir heute zu einfach”, so der Trainer. “Das war eine katastrophale Leistung heute, von der zweiten bis zur 93. Minute.” In der zweiten Minute war es Jan Lüneburg, der nach einem langen Ball plötzlich vor dem St. Pauli-Tor freistand, seinen Gegenspieler abschüttelte, den Ball aber knapp am langen Pfosten vorbei setzte. Hätte der gesessen, hätte die Partie vermutlich einen ganz anderen Verlauf genommen. Hat er aber nicht. “Danach hat bei uns bis zur 93. Minute überhaupt nichts gepasst”, so Martens. “Auch das Pausendonnerwetter hat nichts bewirkt. Wir hatten zwar in der zweiten Hälfte etwas mehr Ballbesitz, aber ohne Effekt.”

Nach der vergebenen Großchance nahmen die Kiezkicker das Zepter in die Hand und ließen es, begünstigt durch ungeahnte Defensivschwächen, auch nicht mehr los. Aurel Loubongo-M’Boungou (4./20.) und Cemal Sezer (21.) kamen zu ersten vielversprechenden Chancen. Die beiden Spieler sorgten auch für die Führung der Hamburger. Loubongou-M’Boungou hatte auf rechts viel Zeit und Platz, spielte den Ball zu Sezer, der am Elfmeterpunkt lauerte und die Kugel zum 1:0 unter die Latte drosch (23.) – das ging zu einfach. Damit nahm der Profi-Nachwuchs erst Fahrt auf. Der stete Unruheherd Sezer traft die Latte (25.), Max Brandts abgefälschter Schuss landete nur knapp neben dem Pfosten (29.). Doch die folgende Ecke führte zum Erfolg. Sezer trat den Eckball scharf in die Mitte, wo mehrere Spieler in den Ball sprangen – Philipp Koch war letztlich derjenige, der ihn in die eigenen Maschen abfälschte (30.). Und Sezer hatte noch lange nicht genug, verfehlte nur vier Minuten später erneut nur um wenige Zentimeter. Unser Trainerteam reagierte auf die defensive Anfälligkeit und offensive Harmlosigkeit und griff zu ungewohnten Maßnahmen: Bereits kurz vor der Pause mussten Philipp Koch, der die fünfte gelbe Karte sah und gegen Heide aussetzen muss, und Nils Brüning das Spielfeld verlassen, Dane Kummerfeld und Hamjak Bojadgian kamen. Dafür rückte Evans Nyarko aus der Innenverteidigung ins defensive Mittelfeld, Rico Bork wurde vom Linksverteidiger zum Linksaußen.

Damit wurde das Spiel in der zweiten Hälfte etwas besser, doch nach wie vor blieb man vorne zu harmlos – ein von Knebel-Schuss wurde geblockt (46.), ein Bork-Freistoß landete in der Mauer (48.) – und hinten anfällig. Ein eigentlich harmloser Freistoß von Sezer flog halbhoch quer durch den Strafraum vorbei an drei Norderstedter. die nicht klären konnten. Am langen Pfosten lauerte Jakob Münzner, der schneller am Ball war als zwei Eintracht-Spieler und aus fünf Metern zum 3:0 versenkte (59.). Ein Nuxoll-Kopfball (65.), ein Schuss des eingewechselten Corey Williams (85.) – mehr war es nicht. Warum es nicht zu mehr reichte, konnte Martens in der Pressekonferenz nicht beantworten. “Ich weiß es nicht. Ich habe keine Erklärung dafür”, so der Coach.

So Corona will, werden wir die Hinrunde am kommenden Sonntag mit einem Heimspiel gegen den Heider SV abschließen. Ob das Spiel wirklich stattfinden kann, wird die Corona-Entwicklung der nächsten Tage zeigen. Im Kreis Dithmarschen liegt der Inzidenzwert zur Zeit über 50, was dagegen spricht wenn sich in den nächsten Tagen keine Besserung einstellt.  “Ich hoffe sehr, dass wir die Hinrunde abschließen und uns für das heutige Spiel rehabilitieren können”, so Jens Martens.

 

Unsere Mannschaft:
Stefan Rakocevic – Alexandre Rajao da Cunha, Yannik Nuxoll, Evans Nyarko, Rico Bork – Philipp Koch (44. Hamajak Bojadgian) – Nick Gutmann (63. Corey Williams), Johann von Knebel, Dylan Williams, Nils Brüning (44. Dane Kummerfeld) – Jan Lüneburg (c)

Tore:
1:0 Cemal Sezer (23.)
2:0 Philipp Koch (30., Eigentor)
3:0 Jakob Münzner (56.)

Gelbe Karte: Philipp Koch (5), Rico Bork (2), Dylan Williams (2)

Schiedsrichter: Jannik Schneider