Herren

Arbeitssieg im Spitzenspiel

Es war die erwartet schwere Nuss an der Hoheluft, ein umkämpftes, enges und phasenweise hektisches Spiel mit vielen Diskussionen, drei Elfmetern und neun gelben Karten – aber eben auch drei Toren, davon zwei auf der richtigen Seite.

Wer von dem Spiel zwischen dem Tabellenzweiten und dem Tabellendritten einen fußballerische Leckerbissen mit technischen Finessen und viele Torraumszenen erwartet hatte, wurde enttäuscht. Wer von dem HFV-Derby zwischen dem FC Teutonia 05 und Eintracht Norderstedt dagegen ein enges Spiel mit vielen engen Entscheidungen, ein hitziges und emotionales Duell zweier Mannschaften, die beide die Vorherrschaft im Hamburger Amateur-Fußball anstreben, sehen wollte, wurde dagegen bestens unterhalten, denn in dem Spiel war alles drin.

Im Zentrum der Diskussionen: Der junge Schiedsrichter Jarno Wienefeld, der auf dem Feld den schwierigsten Job hatte und mehrfach den Teutonen-Zorn auf sich zog. Doch der Reihe nach: Die Anfangsphase gehörte den Gastgebern, die durch einen Distanzschuss von Kapitän Dino Fazlic die erste Torchancen hatten (9.). Danach rückte zum ersten Mal der Schiedsrichter in den Mittelpunkt: Ein Eckball von Philipp Koch rutschte durch an den langen Pfosten, wo Johann von Knebel einschußbereit stand – Tino Schulze warf sich dazwischen, traf dabei aber von Knebel am Fuß – Elfmeter. Evans Nyarko, der in den letzten fünf Spielen bereits vier Mal traf, davon drei Mal per Elfmeter, nahm Anlauf und schob den Ball in die Arme von Teutonia-Keeper Zummack. Doch Schiedsrichter Wienefeld winkte sofort ab und ließ den Elfmeter wiederholen – Abdel Hathat hatte sich deutlich zu früh in den Strafraum bewegt. Dieses Mal blieb Nyarko cool und verwandelte souverän zur Führung in die andere Ecke (14.).

Die Chance, frühzeitig zu erhöhen, vergab Jan Lüneburg  – nach einer da Cuha flankte am er per Kopf an den Ball, traf die Kugel aber nicht richtig und setzte sie über den Querbalken. Schnell ging es wieder in Richtung Norderstedter Tor, wo Stefan Rakocevic seine ganze Klasse zeigte und einen Volleyschuss von Fabian Istefo parieren konnte (23.). Zehn Minuten später kochten die Emotionen erneut hoch – Davidson Eden grätschte in eine Hereingabe von Nick Gutmann, bekam den Ball dabei klar an die Hand. Erneut Elfmeter. Diesmal überließ Nyarko Nils Brüning den Ball – Yannick Zummack machte sich lang und lenkte Brünings Versuch um den Torpfosten (33.). Mit dem Pausenpfiff gelang Teutonia der verdiente Ausgleich: Ein Freißstoß von Nick Brisevac von der rechten Offensivseite fand in der Mitte den Kopf des ex-Norderstedters Marcus Coffie, der gegen gleich vier Norderstedter an den Ball kam und aus zwölf Metern einköpfte (45.).

Während im ersten Durchgang die Gastgeber etwas mehr von der Partie hatten, gehörte der Auftakt zur zweiten Hälfte uns. Philipp Koch chippte den Ball sehenswert in den Lauf von Nick Gutmann, der volley abschließen wollte – doch Marcus Coffie war da, spitzelte Gutmann den Ball vom Fuß. Die folgende Ecke von Rico Bork wurde zu einer weiteren Ecke geklärt. Die wiederum brachte Philipp Koch von der anderen Seite in der Mitte, wo Jan Lüneburg hochstieg und den Ball vom Fünf-Meter-Raum mit dem Rücken zum 2:1 ins lange Eck köpfte (54.). Fünf Minuten später stand erneut der Schiedsrichter im Blickpunkt: Abdel Hathat flankte von der rechten Seite, am langen Pfosten klärt Alex da Cunha vor Nick Brisevac, während in der Mitte Sinisa Veselinovic im Zweikampf mit Yannik Nuxoll zu Boden ging – der Schiedsrichter ließ weiterspielen (59.), worüber sich 05-Coach Achim Hollerieth so sehr aufregte, dass er die gelbe Karte bekam.

In der Folge entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe – bei der unsere Abwehr eine souveräne Leistung zeigte und hinten nichts zuließ. Vorne gab es immer wieder Nadelstiche, Johann von Knebel vergab zwei Mal aus aussichtsreicher Person (71./73.), Rico Borks Schuß strich hauchzart am rechten Pfosten vorbei (76.). In der Nachspielzeit tauchten die Gäste dann noch einmal gefährlich vor dem Norderstedter Tor auf: Ein langer Ball aus dem Mittelfeld landete bei Abdel Hathat, der frei vor Rakocevic abschließen wollte, doch Hamajak Bojadgian bekam den Fuß noch rein und klärte zur Ecke. Hathat ging dabei zu Boden, da Bojadgian aber den Ball gespielt hatte, blieb dessen Einsatz ungeahndet. Es war der letzte Aufreger der Partie, sechzig Sekunden später war Feierabend und die drei Punkte im Sack.

Damit sind wir nun punktgleich mit dem Tabellenzweiten aus Ottensen, die jedoch ein um ein Tor besseres Torverhältnis vorzuweisen haben. Am kommenden Sonntag geht es weiter mit dem Auswärtsspiel zuhause beim/gegen den FC St. Pauli (U23).

Unsere Mannschaft:
Stefan Rakocevic – Alexandre Rajao da Cunha, Yannik Nuxoll, Evans Nyarko, Rico Bork – Philipp Koch – Nick Gutmann (83. Dane Kummerfeld), Dylan Williams (86. Hamjak Bojadgian), Johann von Knebel, Nils Brüning – Jan Lüneburg (c) (73. Michael Kobert)

Tore:
0:1 Evans Nyarko (14.; Foulfelfmeter, Foul Schulze an von Knebel)
1:1 Marcus Coffie (45.)
1:2 Jan Lüneburg (54.)

Gelbe Karten: Evans Nyarko (3), Dylan Williams (1), Jan Lüneburg (1)

Schiedsrichter: Jarno Wienefeld (VfL Lohbrügge)

Zuschauer: 315 (ausverkauft)

Besonderes Vorkommnis: Brüning verschießt Handelfmeter (33.)