Herren

Engagiert, aber ineffektiv

Wer dachte, dass unsere 14 verbliebenen einsatzfähigen Feldspieler nach dem DFB-Pokal-Spiel müde wären, sah sich getäuscht.

Die Zuschauer sahen eine engagierte und leidenschaftliche Leistung der Eintracht-Elf. Allerdings auch eine ineffektive, glücklose und bisweilen ziemlich ungewohnt fehlerbehaftete. Am Ende stand eine unglückliche, aber nicht unverdiente 0:1-Niederlage gegen die SV Drochtersen/ Assel.

Direkt nach dem Schlußpfiff rief unser Trainerteam die Mannschaft energisch zusammen und verschwand in der Kabine. Doch nur zwei Minuten später stand Jens Martens bereits wieder für Interviews in der Mixed Zone zur Verfügung – die Ansprache war offenbar kurz, aber deutlich.

An der Einstellung hatte er nichts zu meckern. “Das war sehr engagiert gefightet.” Allerdings störten ihn drei andere Punkte gewaltig. “Wir haben in der ersten Halbzeit drei 100prozentige Torchancen und müssen in Führung gehen, doch wir nutzen sie nicht.” Schon nach drei Minuten hatte Nils Brüning eine hervorragende Schußchance, später schoß Johann von Knebel freistehend übers Tor (32.), ehe D/A-Keeper Patrick Siefkes einen Fabian Grau Kopfball sehenswert parieren konnte (42.). “Also sagen wir den Jungs in der Pause, dass wir den vierten Hochkaräter nutzen.” Doch das Gegenteil war der Fall.

Nach nur 17 Sekunden der zweiten Hälfte, die Trainer hatten noch nicht einmal wieder ihren Platz eingenommen, klingelte es auf der falschen Seite, als Alexander Neumann auf dem rechten Flügel Fabian Grau und Yannik Nuxoll stehen ließ und den Ball flach in den Rückraum passte. Am Sechzehner stand Jannes Wulff goldrichtig, nahm die Kugel vor Juri Marxen an und traf mit einem trockenen Linksschuss zur Gästeführung (46.).

Der dritte Punkt, der störte, war die für unsere Elf untypische hohe Fehlpassquote. Leidtragender war vorallendingen Arbeitsbiene Dane Kummerfeld, der mehrfach in aussichtsreicher Position gestartet war, den Ball aber immer wieder in den Rücken gespielt bekam.

In der Schlußphase wurde es etwas hektischer, die Gäste versuchten mit allen Mitteln das Ergebnis über de Zeit zu retten, sahen alleine in den letzten zehn Minuten vier Mal gelb. Insgesamt verteilte Schiedsrichter Holst gleich zehn gelbe Karten in einer keinesfalls unfairen Partie – unter anderem verwarnte er Drochtersens Präsident Rigo Gooßen, der die Partie auf der Trainerbank verfolgte.

Martens/Smith reagierten, brachten den gerade erst 18 Jahre alt gewordenen U19-Stürmer Batuhan Evren als zweite Sturmspitze neben Jan Lüneburg. “Batu” arbeitete sofort gut mit und sorgte für Unruhe im Strafraum, konnte aber auch keine entscheidenden Akzente mehr setzen. Die letzte Großchance hatte Johann von Knebel, der nach einem abgeblockten Nyarko-Schuss den Ball vor die Füße bekam, jedoch am glänzend reagierenden Patrick Siefkes scheiterte (83.).

“Wenn man erst einmal zurück liegt, ist es gegen so eine Mannschaft, die defensiv sehr engagiert ist und gut steht, schwer, das Spiel nochmal zu drehen. Sie haben sehr aggressiv gespielt und uns früh unter Druck gesetzt”, bewertete er das Spiel der Gäste. Dazu kam die eigene hohe Fehlpassquote. “So haben wir uns viele Angriffe, die in Ansätzen gut aussahen, selbst kaputt gemacht.”

Die Chance, es besser zu machen, bietet sich am kommenden Samstag. Dann geht es zum Aufsteiger 1.FC Phönix Lübeck. Anpfiff am Buniamshof ist um 17.00 Uhr. Einen Livestream gibt es nicht, ihr könnt die Partie aber natürlich in unserem Fussifreunde Ticker mitverfolgen.

Tor:
0:1 Jannes Wulff (46.)

Unsere Mannschaft:
Lars Huxsohl – Juri Marxen (90. Lesley Karschau), Yannik Nuxoll, Fabian Grau, Dane Kummerfeld (82. Batuhan Evren) – Philipp Koch – Nick Gutmann, Jordan Brown (c) (65. Evans Nyarko), Johann von Knebel, Nils Brüning – Jan Lüneburg

Gelbe Karten:
Jordan Brown, Fabian Grau, Juri Marxen

Zuschauer: 320