Herren

Torlos gegen Flensburg

Das zweite Spitzen-Heimspiel in Folge gegen den Tabellen-Dritten SC Weiche Flensburg 08 endete heute nachmittag leistungsgerecht mit einem torlosen Unentschieden. In der Bewertung des Unentschiedens waren sich beide Trainer allerdings uneins. Daniel Jurgeleit sah „ein glückliches Unentschieden für Norderstedt“, während Jens Martens nach einigen guten Torchancen seiner Elf in der Schlußphase seine Elf vorne und Flensburg im Glück sah.

Das Spiel selbst bot tatsächlich nur wenige Highlights. Es dominierten Kampf und Einsatz, immer wieder kam es zu Stockfehlern und Ausrutschern auf dem Platz, so dass sich den Zuschauern zwar eine spannende und bisweilen emotionale Partie bot, spielerische Highlights allerdings Mangelware blieben. Schon im Vorfeld war Trainer Jens Martens klar, dass es gegen die robuste und sattelfeste Flensburger Abwehr – immerhin die beste der Liga – schwer werden würde. „Wir werden nicht viele Möglichkeiten bekommen“, sagte er vor der Partie. „Wir müssen effektiv sein.“ Das blieb leider Theorie. „Aber hinten steht die Null. Da muss ich meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen, das haben sie extrem gut verteidigt gegen so starke Kopfballspieler.“ Erst nach einer guten halben Stunde kam es zu nennenswerten Tormöglichkeiten. Die erste bereitete Nils Brüning vor, als er sich an der Torauslinie durchsetzte und den Ball scharf in die Mitte brachte – zu scharf für Nathaniel Amamoo, der etwas zu spät kam und den Ball knapp verpasste (36.). Eine Zeigerumdrehung später konnte sich Johann von Knebel im Strafraum gegen Ilidio Pastor Santos durchsetzen, setzte den Abschluss allerdings einen guten Meter zu hoch an. Da aus dem Spiel gegen zwei gut stehende Defensivreihen nicht so viel ging, waren Freistöße ein beliebtes Mittel – einen Koch-Freistoß konnte Florian Kirschke entschärften (41.), auf der anderen Seite flog ein Freistoß von Julian Stöhr durch Freund und Feind hindurch ins Toraus – auch hier war deutlich mehr drin (45.).

In der zweiten Hälfte bot sich ein ähnliches Bild. Die Flensburger hatten nun mehr vom Spiel, abgesehen von einem von Knebel-Abschluß in die Arme von Kirschke (52.) dauerte es jedoch auch hier bis in die Schlußphase, ehe es noch einmal rassig wurde.

Gefährlich wurde es erstmals nach 74 Minuten. Der ehemalige Norderstedter Tayfun Can brachte den Ball in die Mitte auf den Fuß von Dominic Hartmann. Dessen Schuß konnte Lars Huxsohl zunächst nicht festhalten, im Nachsetzen grätschte Tim Wulff dann aber Yannik Nuxoll um, so dass es Freistoß für uns gab. Auf der anderen Seite war Rico Bork Nutznießer eines Koch-Eckballs – Hartmann warf sich in Borks 20-Meter-Hammer und entschärfte den Ball damit für seinen Keeper (79.). Die Grenzstädter drückten nun auf den Siegtreffer und wollten aus allem einen Freistoß rausholen, um ihre kopfballstarken Spieler in Szene setzen zu können. Gut, dass der kurzfristig eingesprungene Schiedsrichter Daniel Fleddermann, der angenehm viel laufen ließ, die Übersicht behielt. Soe war die letzte und wohl größte Chancen des Spiels uns vorbehalten. Johann von Knebel setzte mitt einen starken, öffnenenden Pass Nils Brüning in Szene, der sich auf links durchsetzte und den Ball wieder in die Mitte brachte, wo Paetow am langen Pfosten, bedrängt von Amamoo und von Knebel, in höchster Not rettete (85.). So blieb es am Ende bei einem unter dem Strich verdienten Unentschieden. „Wir haben jetzt innerhalb von zwei Wochen gegen den Tabellen-Ersten und gegen den Dritten gespielt. Gegen Wolfsburg haben wir ein gutes Spiel gemacht, aber leider verloren. Heute – im Gegensatz zum Hinspiel, wo wir in der Nachspielzeit 1:0 unglücklich verloren haben – gegen den Tabellendritten einen Punkt geholt. Das ist soweit in Ordnung“, zog Jens Martens ein kurzes Fazit unter das schwere Auftaktprogramm in die neue Saison.

Tore
keine

Unsere Mannschaft
Huxsohl – Bork, Grau, Nuxoll, Brown (c) – Koch – Brüning, von Knebel, Nyarko, Amamoo – Lüneburg (68. Kobert)

Gelbe Karte: Bork (9), Brown (3)

Zuschauer: 510