Herren

Interview mit Olufemi Smith

Fussball.de hat gestern Nachmittag ein Interview mit unserem Trainer Olufemi Smith veröffentlicht, dass wir Euch nicht vorenthalten wollen.

2008 gewann Olufemi Smith in der TV-Show „Schlag den Raab“ 2,5 Millionen Euro, jetzt ist er als Trainer des FC Eintracht Norderstedt in der Regionalliga Nord in der Erfolgsspur. Nach dem Fast-Abstieg in der zurückliegenden Spielzeit rangiert die Eintracht zur Winterpause auf Platz vier. Im FUSSBALL.DE-Interview spricht der 41 Jahre alte Smith über den Lauf mit Norderstedt und seinen Millionengewinn.

FUSSBALL.DE: Mit fünf Siegen aus sechs Partien beendete der FC Eintracht Norderstedt die erste Saisonhälfte in der Regionalliga Nord. Plötzlich mischen Sie mit Ihrem Team oben mit. Wie ist der Aufschwung zu erklären, Herr Smith?

Olufemi Smith: Der Lauf ist der Ertrag kontinuierlicher Arbeit in der gesamten Saison. Das Team hat in den vergangenen Monaten unglaubliche Schritte nach vorn gemacht und sich mit guten Ergebnissen für die Arbeit belohnt. Das spiegelt sich nun auch in der Tabelle wider.

Durch die Erfolgsserie rangiert die Eintracht auf Platz vier. Wie lautet Ihr Saisonziel?

Smith: Nachdem wir in der zurückliegenden Spielzeit erst beim Saisonfinale den Abstieg verhindert und in der Sommerpause einen großen Umbruch vollzogen hatten, geht es für uns nur darum, so früh wie möglich den Klassenverbleib sicherzustellen. Wir sind auf einem sehr guten Weg, dieses Ziel zu erreichen. Dass wir aktuell Vierter sind, ist eine schöne Momentaufnahme und eine Riesensache für Eintracht Norderstedt.

Ihr gleichberechtigter Trainerkollege Jens Martens ist deutlich älter als Sie, gehört mit 64 Jahren zu den Routiniers in der Regionalliga. Wie läuft die Zusammenarbeit mit ihm?

Smith: Ausgesprochen gut. Ein Erfolgsgeheimnis ist sicher, dass wir im Trainerteam – dazu gehören mit Co- und Athletiktrainer Jan-Philipp Rose und Torwarttrainer André Zick auch zwei weitere Spezialisten – eine gemeinsame Sprache sprechen. Wir haben eine klare Aufgabenteilung. Jeder bringt sich zu 100 Prozent ein und erfüllt seine To Do’s bestmöglich.

Was übernehmen Sie, und wofür ist Jens Martens verantwortlich?

Smith: Jens kümmert sich schwerpunktmäßig um die physische Vorbereitung der Mannschaft. Er ist dafür zuständig, dass sich die Jungs in einem möglichst optimalen Fitnesszustand befinden. Durch seine große Trainererfahrung hat er ein gewaltiges Knowhow im athletischen Bereich und setzt die Belastungsreize im Training präzise. Ich bin für die taktischen Einheiten und Einstellungen des Teams sowie für die Spiel- und Gegneranalyse zuständig und versuche, für jede Partie einen passenden Matchplan zu entwickeln.

Haben Martens und Sie durch den Altersunterschied oft andere Ansichten im Training und bei den Spielen?

Smith: Jeder hat seinen individuellen Blick auf den Fußball. Allerdings ist es nicht so, dass wir dadurch aneinandergeraten. Im Gegenteil: Wir kommunizieren immer auf Augenhöhe, besprechen unsere Ansichten und kommen immer zu einem für beide Parteien zufriedenstellenden Ergebnis. Schließlich wollen wir beide dasselbe: der Mannschaft helfen, erfolgreich zu sein.

Sie sind nicht nur als Trainer von Eintracht Norderstedt bekannt. 2008 gewannen Sie bei „Schlag den Raab“ 2,5 Millionen Euro. Wie oft werden Sie heute noch darauf angesprochen?

Smith: Zum Glück nicht mehr allzu oft. (lacht)  Es ist lange her. Ich hoffe bei jedem Gespräch, dass das Thema nicht angeschnitten wird. Wenn das passiert, antworte ich so kurz wie möglich darauf und versuche, die Unterhaltung wieder auf ein anderes Thema zu lenken.

Dann werden Sie sich freuen, dass wir nur noch zwei kurze Fragen dazu haben. Das entscheidende Spiel der Show war Elfmeterschießen. Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie erfuhren, dass Sie in Ihrer Paradedisziplin Fußball Millionär in einer Fernsehshow werden können?

Smith: Mein erster Gedanke war: Oh Gott, du kannst dich jetzt nur blamieren. (lacht)  Den gesamten Abend über wurde ich als Fußballer aus einer höheren Liga angepriesen. Eine Niederlage im Elfmeterschießen gegen Stefan Raab, der ja bekanntlich nicht der begabteste Fußballer ist, wäre unangenehm gewesen. Dennoch war ich natürlich froh, dass mir das entscheidende Spiel lag und Raab nicht. Er ist schließlich ein Allrounder, der in den Shows immer so gut wie alles konnte.

Was haben Sie mit dem Geld angestellt?

Smith: Ich habe es sehr konservativ angelegt. Nach mittlerweile elf Jahren kann ich sagen, dass sich das gelohnt hat.

Autor/-in: Christian Knoth/MSPW [für fussball.de]