Herren

Siebter Auswärtssieg in Folge

Unsere Auswärtsserie nimmt so langsam beängstigende Ausmaße an: Das 2:1 bei der U23 von Holstein Kiel war der siebte Erfolg in Serie auf fremdem Platz! „Den Sieg hat sich die Mannschaft mit ihrer tollen Arbeit in der Hinserie erarbeitet“, fand Trainer Jens Martens nach der Partie lobende Worte für seine Schützlinge. „Wir wollten das Spiel über die Einstellung gewinnen. Es ist natürlich nach einer so langen Siegesserie nicht so einfach, den Spannungsbogen hochzuhalten. 35 Punkte vor Weihnachten sind schon ganz geil, ob du in Kiel gewinnst oder nicht. Und jetzt stehen wir hier mit 38 Punkten. Das ist wirklich Wahnsinn.“

Auf Grund der Platzverhältnisse wurde das Spiel vor überschaubarer Kulisse – die Zweitliga Mannschaft von Holstein spielte parallel zuhause gegen den VfL Osnabrück – kurzerhand auf den Kunstrasen verlegt. Das störte unsere Elf, die auf Kunstrasen trainiert, wenig, im Gegenteil: Der Sieg in Landeshauptstadt war hochverdient, obwohl das Glück zunächst nicht unbedingt auf unserer Seite war. Gleich dreimal trafen wir Aluminium, haderten zudem – wie die TV-Bilder zeigen zu Recht – mit der einen oder anderen Schiedsrichterentscheidung.

Doch der Reihe nach: Unsere Jungs hatten richtig Bock darauf, drei Punkte aus Kiel mitzunehmen – der Stachel nach dem Last Minute-Knockout im Hinspiel saß noch tief. Insbesondere die beiden Außenspieler Nils Brüning und der immer stärker werdende Lennart Keßner setzten die Kieler Defensive gehörig unter Druck. Bereits nach sechs Minuten setzte sich Keßner auf dem rechten Flügel gut in Szene und bediente am kurzen Pfosten Jan Lüneburg, der aber über den Ball schlug, dann rettete Weiner im Tor der Jungstörche klasse gegen Amamoo (8.).

Aufregung, Teil 1: Kiel-Stürmer Kulikas senste Yannik Nuxoll am Norderstedter Strafraum um. Dafür gab es nicht einmal Gelb (13.). Die Rache unserer Jungs folgte umgehend: Lennart Keßner eroberte den Ball überragend auf dem rechten Flügel, ließ zwei Kieler hinter sich und zog parallel zur Grundlinie in den Strafraum. Mit viel Übersicht fand er im Rückraum Johann von Knebel, den den Ball aus 14 Metern zwischen zwei Kieler hindurch ins Tor schoß (15.).

Aufregung, Teil 2: Mats Melahn lief Nathaniel Amamoo im Strafraum in die Hacken – klarer Elfmeter. Denkste, der Schiedsrichter ließ weiterlaufen. Kann man machen. Ist dann aber falsch (21.). Nach 30 Minuten kam Kiel zum ersten Mal gefährlich vors Tor und prompt zappelte der Ball im Netz – Kulikas stand jedoch deutlich im Abseits. Zwei Minuten später machte der ehemalige Norderstedter es besser. Eine Kopfballabwehr von Bojadgian landete auf dem Fuß von Kulikas, der per Direktabnahme aus heiterem Himmel unhaltbar zum Ausgleich traf (32.). „Wahnsinnsschuß. Den Ball wirfst du ihm noch zehn Mal zu, den trifft er nicht nochmal so. Bei 100 Mal vielleicht…“ beschrieb Martens den Ausgleich. Keßner (27./36.) und Bojadgian (39.) kamen vor der Pause noch zum Ahschluß, setzten den Ball aber am Kasten vorbei. Mit einem Unentschieden ging es in die Pause. „Gerade die ersten 30 Minuten waren wirklich überragend“, bestätigte der Coach den Eindruck der Zuschauer.

Wer nun dachte, dass die Kieler, die bis auf das Kulikas-Tor nicht gefährlich nach vorne kamen, in der zweiten Halbzeit ordentlich aufs Gas drücken, sah sich getäuscht. Stattdessen legten unsere Jungs noch eine Schippe drauf: Bork brachte einen Eckstoß flach und scharf aufs Tor, Weiner bekam gerade noch die Beine zusammen und wehrte den Ball nach vorne ab, wo allerdings kein Norderstedter Kapital daraus schlagen konnte (48.). Dann kam auch noch Pech dazu. Keßner setzte einen Schuß an die Latte, Amamoo legte den Abpraller ab auf Brüning, der zwei Schritte in die Mitte zog und den Ball an den Innenpfosten setzte (50.).

Aufregung Teil 3: Möller setzte sich im Strafraum nahe der Grundlinie sehr rustikal gegen Amamoo ein, so dass der Norderstedter aus dem Strafraum flog. Auch hier ein klarer Elfmeter, der Schiedsrichter verlegte den Tatort jedoch nach außerhalb des Strafraums. Mit solcher Ungerechtigkeit kann ein Polizist natürlich nur schwer umgehen, von daher sorgte Rico Bork umgehend für ausgleichende Gerechtigkeit und servierte den daraus resultierenden Freistoß perfekt auf den Kopf von Yannik Nuxoll, der sich am Fünf-Meter-Raum gleich gegen zwei direkt neben ihm postierte Kieler durchsetzte und einnickte (52.). Amamoo (53.) und Keßner (56.) verpassten es, die Führung auszubauen, Brünings Tor zum 3:1 wurde wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben (67.). Auf der gegenüberliegenden Seite wurde es immer nur dann gefährlich, wenn Laurynas Kulikas in Ball-nähe war. Zunächst rettete Huxsohl (70.), dann kam Kulikas völlig frei an den Ball, köpfte den Ball aber genau in die Arme von Lars Huxsohl (76.). Nachdem wir im gesamten Spiel nicht gerade vom Glück verfolgt waren, war es in der 88. Minute dann doch einmal auf unserer Seite, als Johann Berger einen Freistoß ans Lattenkreuz nagelte (88.). In der Nachspielzeit traf der erneut starke, aber mit viel Pech im Abschluss gesegnete, Nils Brüning noch einmal den Pfosten, ehe Feierabend war. Kurz vor Schluss sorgte unser Trainerteam noch für zwei Feelgood-Momente: Die lange verletzten Jordan Brown und Fabian Grau feierten ihr Comeback! Schön, dass ihr wieder da seid, Jungs!

„Unsere Spieler haben im vergangenen halben Jahr sehr viel gelernt“, blickte Martens nach der Partie zurück auf den bisherigen Saisonverlauf. „Gerade nach unserer Euphoriephase zu Saisonbeginn, wo wir auch gegen Holstein in der Schlussminute verloren haben, haben wir das im Defensivbereich sehr, sehr gut gemacht, sind deutlich stabiler geworden. Und das ist ja im Fußball immer die Basis, sicher zu stehen. Auch nach vorne haben wir tolle Sachen heraus gespielt. Ich kann mich an kein Spiel erinnern, wo der Ball gleich drei Mal vom Innenpfosten wieder raus springt.“

Am kommenden Samstag müssen unsere Jungs im Pokal noch beim Meiendorfer SV ran – danach geht es bis Mitte Januar in die wohlverdiente Winterpause.

Tore:
0:1 Johann von Knebel (15.; Vorlage: Lennart Keßner)
1:1 Laurynas Kulikas (32.)
1:2 Yannik Nuxoll (52.; Vorlage: Rico Bork)

Unsere Mannschaft:
Huxsohl – Bork, Bojadgian, Nuxoll, Kummerfeld – Nyarko – Brüning, von Knebel, Amamoo (90. Grau), Keßner (83. Brown) – Lüneburg (c) (77. Kobert)

Gelbe Karten: –

Zuschauer: 70