2018 – Juni: Steven Lindener

Ende Juni verlässt Steven Lindener nach acht Jahren – mit einem Jahr Unterbrechung – Eintracht Norderstedt. Warum er das tut, warum er 2013 Eintracht Norderstedt verlassen hat und nur ein Jahr später wieder kam und was er in Zukunft so vor hat, verrät er uns im Interview des Monats Juni. Darin erzählt er auch über Präsident Reenald Kochs schnellsten Lauf seit dem Ende seiner aktiven Karriere, gesteht seine große Liebe zum Futsal, erklärt, warum es diese Saison nicht so gut für ihn lief und dass es im Leben manchmal eben doch wichtigeres gibt als Fußball.

EN: „Hallo Steven, die erste Frage gleich mal zum warm werden: Wer bist du? Wer ist Steven Lindener?“

SL: „Fangen wir am Besten vorne an: Ich bin gerade 27 Jahre alt geworden, habe eine Freundin und einen einjährigen Sohn, der mir sehr viel Freude macht. Es ist spannend, ihm beim Heranwachsen zuzusehen, er fängt jetzt gerade an zu Laufen. Hier in Norderstedt bekleide ich seit acht Jahren die Position des linken Verteidigers, habe aber auch schon im defensiven Mittelfeld gespielt, im linken Mittelfeld und sogar schon in der Innenverteidigung…“

EN: „… du bist defensiv universell einsetzbar.“

SL: „Ja, das stimmt, obwohl ich früher offensiver war. Als ich in den Herrenbereich gekommen bin, wurde es immer defensiver. Auf der linken Seite fühle ich mich als Linksfuß auf jeden Fall zuhause. Ich habe im Zentrum und Links eigentlich alles gespielt, aber nie rechts.“ (lacht)

EN: „Ein Linksfuß ist ja auch eher selten, da setzt man ihn natürlich dann auch gerne auf seiner starken Seite ein.“

SL: „Stimmt, aber es gibt ja auch Spieler wie Arjen Robben, die von der rechten Seite kommen und dann mit der linken Klebe abziehen. Aber so einer bin ich nicht.“

EN: „Was machst du, wenn du dich nicht um Familie und Fußball kümmerst?“

SL: „Ich habe Hummeln im Hintern und bin eigentlich ständig unterwegs. Ich kann mich nicht drei Stunden zu Hause auf die Couch legen, ich muss immer was tun. Wenn wir mal frei haben, treffe ich mich mit Freunden, mache viel mit der Familie und dem Hund, bin häufig bei meinem Bruder und meinen vier Nichten – mein Bruder hat Drillinge – da ist immer Action. Wir waren gerade erst mit alle Mann im Heidepark. Ein anderes Hobby habe ich sonst aber nicht, dafür fehlt einfach die Zeit.“

EN: „Wenn ich richtig informiert bin, wohnst du am anderen Ende der Stadt, arbeitest noch ganz woanders und spielst in Norderstedt Fußball. Wie geht das?“

SL: „Ja, stimmt. Ich bin Billstedter, bin dort aufgewachsen. Ich habe vor zwei Jahren die Wohnung von meinem Bruder etwas außerhalb von Billstedt, Richtung Glinde/Oststeinbek übernommen, der da ausziehen musste, weil die Wohnung mit den Drillingen zu klein wurde. Die Fahrerei war schon immer ein Thema bei mir. Aber irgendwann gewöhnt man sich dran. In der Jugend habe ich bei St.Pauli gespielt, die trainieren am Brummerskamp, das ist in Eidelstedt, also Hamburg-West. Ich kommt aus Hamburg-Ost und musste schon damals immer quer durch die Stadt. Ich habe meine Ausbildung bei einem Steuerberater in Rahlstedt gemacht und arbeite seit Januar auf der Veddel in der Buchhaltung.“

EN: „Das heißt, du fährst morgen aus der Ecke Glinde zur Veddel, von da nach Norderstedt zum Training und dann wieder zurück nach Glinde? Wieviel bekommst du von deinem Nachwuchs überhaupt mit?“

SL: „Das ist immer schwierig, hängt aber auch immer von den Trainingszeiten ab. Wenn wir um 19.30 Uhr Training haben, habe ich die Möglichkeit, zwischen Arbeit und Training nochmal für 50 Minuten nach Hause zu fahren. Das heißt, ich fahre erstmal von der Veddel wieder nach Glinde – was ja nicht so richtig auf dem Weg nach Norderstedt ist – und habe dann 50 Minuten zum Essen und für meinen Sohn, weil ich ihn sonst so wenig sehe. Und dann fahre ich im Berufsverkehr weiter zum Training.“

EN: „Ich vermute mal, hier liegt der Hauptgrund dafür, dass du Eintracht am Saisonende verlässt? Damit es etwas stressfreier wird und du mehr Zeit mit deiner Familie verbringen kannst?“

SL: „Auf jeden Fall, ja. In der Jugend, mit Anfang 20, macht man das alles noch mit. Aber wenn man älter wird, wird das echt schwer. Ich habe dieses eine Jahr, in dem mein Sohn da ist, gemerkt, wie wenig Zeit ich für ihn habe. Meine ganze Familie – Freundin, Kind, Vater, Oma und so – sind jetzt, während wir dieses Interview führen, gerade in Dänemark. Die schicken mir die ganze Zeit Bilder von da und ich bin hier und spiele Fußball. Das ist wirklich schwer und hat mir gezeigt, wo die Prioritäten liegen. Ich will später, wenn ich älter bin, nicht bereuen, dass ich so wenig Zeit für ihn hatte.“

EN: „Das Thema Fußball ist damit nicht endgültig passé für dich?“

SL: „Nein, ich spiele, seit ich vier Jahre alt bin, Fußball, schon fast immer leistungsbezogen. Das wird auch weiterhin ein Thema sein, aber eben nicht mehr in diesem Umfang.“

EN: „Das heißt, Tendenz Oberliga und räumlich Richtung Hanburg-Ost?“

SL: „Genau. Ich werde in der kommenden Saison in der Oberliga für Concordia spielen. Das ist relativ dicht an meinem Wohnort. Ich habe einfach keine Lust mehr, nach der Arbeit noch 45 Minuten one way zum Training zu fahren.“

EN: „Ein relativ großer, spannender Punkt in deiner Vita ist Futsal.“

SL: „Futsal war immer meine große Liebe. Ich bin Straßenkicker durch und durch, bin in Billstedt aufgewachsen und war in meiner Ecke immer der einzige Blonde. Da hat man gelernt, sich durchzusetzen. Ich mag das kleine Feld, den Ball immer eng am Fuß zu haben… Onur Ulusoy, mit dem ich damals schon auf der Straße gespielt habe, ist damals auf die Idee gekommen, mit uns eine Futsal-Mannschaft zu gründen (Anm.: die Hamburg Panthers, die wohl bekannteste deutsche Futsal-Mannschaft). Das hat immer wahnsinnig viel Spaß gemacht, wir waren ja auch sehr erfolgreich. Leider ist Futsal in Deutschland nicht so bekannt wie in anderen Ländern.“

EN: „Der Begriff „Futsal“ ist schon sehr bekannt, Futsal wird ja auch von den Verbänden sehr gepushed. Aber was steckt eigentlich dahinter? Was ist der Unterschied zwischen dem normalen Hallenfußball, wie wir ihn kennen, und Futsal?“

SL: „Beim Futsal gibt es keine Bande, sondern normales Aus wie draußen. Beim Hallenfußball spielt man mit vier Spielern plus Torwart. Wenn man da einmal führt, kann man entspannt auf Ballbesitz spielen und spielt quasi 5 gegen 4. Das geht im Futsal nicht. Man darf den Torwart nur einmal anspielen, dann muss der Ball über die Mittellinie gespielt werden, bevor man den Torwart wieder anspielen darf. Das heißt, man kann nicht auf Zeit spielen. Das Spiel ist dadurch deutlich schneller. Zudem ist die Spielzeit beim Fußball 2×30 Minuten netto, das heißt jedes Mal wenn der Ball im Aus ist, wird die Zeit angehalten. Ein weiterer Unterschied ist, dass man nur fünf Fouls pro Halbzeit begehen darf. Jedes weiteres Foul wird mit einem Neun-Meter geahndet. Da wird man zur Fairness erzogen.“

EN: „Als du angefangen hast, Futsal zu spielen, war das ja noch völlig neu. Wie bist du bzw. Onur Ulusoy überhaupt darauf gekommen, Futsal zu spielen? Habt ihr das mal im Internet gesehen und gedacht ‚geil, machen wir mal?‘“

SL: „Onur hat schon vorher beim ‚Team Yasar‘ Futsal gespielt. Da gab es Unstimmigkeiten zwischen ihm und der Mannschaft, woraufhin er beschlossen hat, eine eigene Mannschaft zu gründen. Er hat dann einige Jungs aus der Ecke Billstedt/Horn, die sich schon von der Straße kannten, zusammen getrommelt und die Hamburg Panthers gegründet. Da wir uns schon von so lange kannten, waren wir von Anfang an ein eingespieltes Team und ziemlich erfolgreich.“

EN: „Du warst mit den Panthers zwei Mal Deutscher Meister und hast sogar im Europapokal gespielt.“

SL: „Genau. Als Deutscher Meister bist du automatisch für den UEFA-Cup qualifiziert. Das erste Jahr waren wir in Paris und haben gegen die Meister aus Frankreich, Belgien und Schottland gespielt. Die anderen kamen in ihren eigenen Mannschaftsbussen an, hatten ihren eigenen Koch dabei und wir waren nur ein paar Kicker von der Straße… da hat man gemerkt, was wir in Deutschland für Amateure sind, dass Futsal international nochmal anders gespielt wird. In unserem ersten Jahr international haben wir nur auf den Sack bekommen, das war unglaublich. Aber auch eine sehr schöne Erfahrung, mit der Freizeitmannschaft dahin zu fliegen und das alles mehr oder weniger von UEFA und DFB bezahlt zu bekommen. Alleine die Erfahrung, wie professionell die anderen arbeiten, war eine gute Erfahrung.“

EN: „Im folgenden Jahr habt ihr euch wieder qualifiziert.“

SL: „Das war in Tampere (Finnland) und lief deutlich besser. Da haben wir gegen die Meister als Malta, Dänemark und Finnland gespielt und sind sogar eine Runde weiter gekommen. Die Runde war in Riga (Lettland), da waren die Gegner (Vitebsk/Weißrussland, Bratislava/Slowakei, Riga/Lettland) schon deutlich stärker, so dass wir als Hobbyfußballer keine Chance hatten.“

EN: „Die Panthers haben sich zum Großteil aus Oberliga-Spielern zusammen gesetzt oder wie war das?“

SL: „Die meisten kamen aus der Oberliga, es waren aber auch einige Landesliga-Spieler dabei.“

EN: „Wird Futsal nochmal ein Thema für dich?“

SL: „Futsal war immer meine Leidenschaft. Es hat mir so viel Spaß gemacht, ich habe mit den Jungs so viel erlebt… Aktuell ist nichts geplant, aber das lasse ich mir auf jeden Fall offen.“

EN: „Wenn dir Futsal so viel Spaß macht, warum hast du dann damit aufgehört? Wäre der zusätzliche Aufwand zu hoch gewesen?“

SL: „Nee, gar nicht mal. Dadurch dass ich ja regelmäßig Fußball trainiere, hätte ich Futsal gar nicht trainieren, sondern einfach nur spielen müssen. Als ich zu Eintracht zurück ging, musste ich aber mit Futsal aufhören. Das war auf Grund der zusätzlichen Belastung und des erhöhten Verletzungsrisikos vom Verein nicht gewollt. Das fand ich persönlich sehr schade, aber da Eintracht Norderstedt mein Arbeitgeber und Futsal nur Freizeitvergnügen ist, habe ich dem zugestimmt.“

EN: „Mit Fußball angefangen hast du mit vier Jahren…“

SL: „…bei Billstedt/Horn in der Pampers-Liga, ja. Wir haben es mit unserem „Dorfverein“ Billstedt/Horn geschafft, bis in die C-Regionalliga aufzusteigen, das ist in der Altersklasse 14/15 Jahre die höchste Liga. Das war schon ein großer Erfolg. Nach der Saison bin ich zum FC St. Pauli gewechselt, wo ich vier Jahre lang in der B- und A-Jugend gespielt habe. In meinem letzten A-Jugend-Jahr habe ich dann einen Anruf vom damaligen Eintracht Norderstedt-Trainer Andreas Prohn (Anm.: aktuell Trainer des Niendorfer TSV in der A-Junioren-Bundesliga) bekommen – und bin dann her gewechselt.“

EN: „Seitdem hast du bis auf ein Jahr bei Vicky immer für Eintracht gespielt?“

SL „Ja, im Herrenbereich kenne ich eigentlich gar nichts anderes. Angefangen habe ich bei Eintracht damals in der Oberliga. Ich war aber jung und voller Tatendrang, wollte unbedingt Regionalliga spielen und mit Eintracht aufsteigen. Das haben wir die Jahre vorher nicht geschafft. Auch im Aufstiegsjahr sah es ja erst so aus, als würden wir es nicht schaffen, wir sind ja in der Liga nur Vierter geworden und der FC Elmshorn hatte als Tabellenführer gemeldet. Dann habe ich mich etwas umgeguckt und entschieden, zum SC Victoria zu wechseln, die damals bereits in der Regionalliga gespielt haben. Im Nachhinein hat Elmshorn ja doch nicht gemeldet, Eintracht ist als Vierter in die Aufstiegsrunde gegangen und überraschend aufgestiegen. Da war ich einfach zu ungeduldig.“

EN: „Dein Wechsel ging damals nicht so ganz störungsfrei ab, oder?“

SL: „Das stimmt, ja. Als mein Wechsel zu Victoria bekannt wurde, haben wir uns darauf verständigt, dass ich nicht mehr für Eintracht spiele. Als dann die Aufstiegsspiele anstanden, haben wir uns nochmal zusammen gesetzt und uns überlegt, dass ich da doch nochmal mitspiele und mithelfe. Das habe ich dann auch gemacht und das Ergebnis ist ja bekannt. Das war ein tolles Erlebnis und einer der schönsten Momente, die ich hier hatte.“

EN: „Dann bist du für ein Jahr zu Vicky gegangen und danach wieder nach Norderstedt zurück gekehrt.“

SL: „Sportlich und vom Drumherum hat es mir bei Vicky nicht so gefallen. Daraufhin habe ich dann Reenald angesprochen und gefragt, ob er mich zurück holen würde, was er dann auch gemacht hat. Dafür bin ich ihm auch heute noch sehr dankbar.“

EN: „Trotz der Unstimmigkeiten bei deinem Abgang?“

SL: „Ja. Reenald ist vielleicht nicht immer einfach, aber er ist sehr netter Mensch mit dem man über alles Reden kann, egal was ist. Das habe ich damals gemacht und dann hat es auch mit der Rückkehr geklappt.“

EN: „Hattest du mal Ambitionen, den Hamburger Raum zu verlassen? Ich habe in früheren Interviews mit Marin Mandic, Deran Toksöz oder Jan-Philipp Rose gesprochen und alle haben zwischenzeitlich mal außerhalb von Hamburg gepielt, ehe sie zurück gekehrt sind. Bei dir gab es nur Billstedt/Horn, St. Pauli, Victoria und Eintracht.“

SL: „Ich hatte hier in Norderstedt relativ starke Jahre und habe ein bißchen auf mich aufmerksam gemacht. Ich habe einige Probetrainings gemacht und habe viel versucht. Ich war bei Eintracht Frankfurt, bei der TSG Neustrelitz, beim VfB Lübeck und einigen anderen. Ich hätte es mir auch vorgeworfen, hätte ich es nicht zumindest versucht. Aus verschiedensten Gründen hat es aber nicht so funktioniert, wie ich es mir vorgestellt hatte.“

EN: „Bei Eintracht Frankfurt war es aber für die zweite Mannschaft, oder?“

SL: „Ja. Eintracht Frankfurt war eine Super-Adresse. Ich habe da ein super-Probetraining abgeliefert, der damalige Trainer war ziemlich begeistert. Er wollte mich dann gerne nochmal sehen und hat mich in einem Testspiel eingesetzt, aber das lief für mich relativ unglücklich, so dass es nicht zustande kam.“

EN: „Du warst in all den Jahren in Norderstedt eigentlich immer unumstrittener Stammspieler. In dieser Saison hast du deinen Stammplatz verloren. Wie ist es für jemanden, der es gewohnt ist, immer zu spielen, wenn man plötzlich auf der Bank sitzt oder sogar nicht mal im Kader ist?“

SL: „Ich habe über 200 Spiele gemacht und war lange Stammspieler. Natürlich ist es ungewohnt und kränkt einen, wenn man nicht spielt. Wir spielen hier ja auch halbprofessionell Fußball mit einem hohen Zeitaufwand, da will man immer spielen.“

EN: „Wie kommt es, dass du deine Leistung dieses Jahr nicht so wie gewohnt abrufen konntest?“

SL: „Vielleicht kann man seine Leistung mit der Doppelbelastung mit der Arbeit – ich arbeite seit anderthalb Jahren Vollzeit – und der Fahrerei nicht mehr so bringen, vielleicht ist der Körper nicht mehr so im Saft, wie er früher mal war. Man merkt es auch: wenn man nach der Arbeit hier noch hochfährt, ist man manchmal einfach nicht mehr so leistungsfähig, wie man es früher einmal war. Ich denke, das ist der Hauptgrund, warum ich nicht mehr an frühere Leistungen rangekommen bin und dann auf die Bank musste.“

EN: „Wenn du jetzt nach acht (minus einem) Jahr deine Eintracht-Zeit Revue passieren lässt. Was bleibt hängen?“

SL: „Norderstedt wird mir sehr, sehr positiv in Erinnerung bleiben. Der ganze Verein, das ganze Drumherum ist einfach top. Ich habe auch Seiten kennen gelernt, wo es anders ist. Für mich ist Eintracht Norderstedt der beste Amateur-Verein in Hamburg. Direkt nach dem HSV und Pauli kommt Norderstedt, wir brauchen uns vor niemandem zu verstecken. Das Familiäre wird mir fehlen. Manchmal sitzt man zuhause und denkt „Mist, jetzt muss ich wieder los und die ganze Strecke nach Norderstedt fahren…“ aber sobald ich hier bin, ist alles vergessen. Wir verstehen uns als Mannschaft sehr gut, das passt einfach alles. Man kommt in die Kabine, es werden Witze gemacht, wir haben Spaß. Am Anfang, als ich hier war, haben wir immer noch Saisonabschlußfahrten gemacht, nach Mallora und so. Da waren schon einige Sachen bei, die mir im Kopf bleiben…“

EN: „… aber auch besser da bleiben?“

SL: „Besser da bleiben und nicht an die Öffentlichkeit geraten, ja.“ (lacht) „Die Aufstiegsspiele werden mir natürlich auch in Erinnerung bleiben.“

EN: „Wie lief das damals eigentlich mit der Aufstiegsrunde? Eigentlich war ja Elmshorn qualifiziert, die aber keine Zulassung bekommen haben. Und plötzlich standet ihr als Vierter in der Aufstiegsrunde, obwohl ihr ja alle schon mit einem Bein im Urlaub ward…“

SL: „Ja, wir sind da ohne Vorbereitung reingegangen, aber die Saison war ja gerade erst vorbei und wir standen noch gut im Saft. Auch wenn es sehr kurzfristig war: die Aufstiegsrunde ist natürlich Motivation ohne Ende und setzt nochmal zusätzliche Kräfte frei.“

EN: „Was bleibt noch?“

SL: „Was noch in Erinnerung geblieben ist: als wir den Aufstieg perfekt gemacht haben und Reenald Koch Bier über den Kopf kippen wollten… der hat einen Sprint hingelegt, so schnell ist er in seiner aktiven Fußballkarriere nie gelaufen, niemand hat ihn gekriegt.“ (lacht) „Bei dem Sprint hat er sich sogar einen Muskelfaserriss zugezogen.“ (lacht) „Und natürlich die Oddset-Pokal-Finals und die damit verbundenen DFB-Pokal-Spiele. Vor so vielen Fans zu spielen ist für Amateur-Spieler natürlich ein riesiges Highlight, das hat Mega-Spaß gemacht.“

EN: „Kommen wir zu unseren Abschlußfragen… Wenn du für Eintracht Norderstedt einen deutschen Spieler deiner Wahl holen könntest… wer wäre das?“

SL: „Ich hätte Piotr Trochowski hergeholt. Mit dem verbinde ich eine Menge. Troche kommt auch aus Billstedt, wohnte zwei Straßen entfernt. Mit seinem Bruder habe ich häufig Fußball gespielt. Zu der Zeit als Troche bei Bayern war, war ich oft bei denen zuhause, wir haben im Keller auf kleine Tore gespielt, enges Feld… Manchmal hat Troche mitgespielt, wenn er da war. Was der da rausgeholt hat an Tricks… wow! Das hätte ich gerne erstmal in Zeitlupe gesehen, das ging so schnell… so ein Edeltechniker, kleiner Wirbelwind… den könnte ich mir hier gut vorstellen.“

EN: „Interessante Antwort. Wenn wir den Spieß mal umdrehen und du könntest in einer Mannschaft deine Wahl spielen, welche wäre das?“

SL: „Barcelona. Ich bin Barcelona-Fan durch und durch. Und mit Ronaldinho würde ich gerne mal spielen, das ist mein absoluter Lieblingsspieler. Ich habe so viele Videos von ihm geguckt, teilweise ganze Spiele gesehen nur wegen ihm, der hat mich so fasziniert, wie leichtfüßig das alles aussah… mit dem zusammen bei Barcelona spielen wäre ein Traum.“

EN: „Wenn dich einer fragt: „Warum soll ich zu Eintracht Norderstedt kommen, wenn ich auch HSV/St. Pauli haben kann…“ was sagst du ihm?

SL: „Wir haben das beste Amateurstadion in Hamburg, unsere Heimspiele sind häufig sehr gut – wobei es natürlich Ausnahmen gibt wie diese Saison gegen Altona und gegen Drochtersen/Assel, wo gar nichts ging. Aber im Regelfall sieht man ein gepflegtes Passspiel, wir sind keine Mannschaft die hinten Beton anrührt und die Bälle nach vorne drischt. Gutes Stadion, Guter Fußball, Getränke und Wurst gibt es auch… es ist einfach ein Super-Verein.“

 

EN: „Vielen Dank für das Interview, Stevo, und alles Gute für Deine Zukunft!“