Herren

Torlos im Nebel von Garstedt

In einem über weite Phasen ausgeglichenen Spiel trennten wir uns heute Nachmittag torlos von der U23 des FC St. Pauli. Zwar waren wir am Ende näher am Sieg dran, über 90 Minuten geht das Remis aber in Ordnung.

In der ersten Hälfte fand die Partie unter erschwerten Bedingungen statt. Ein Nebelschleier legte sich über das Edmund-Plambeck-Stadion, der nicht immer für klare Sicht sorgte. Trotzdem hatte der gute Unparteiische Konrad Oldhafer guten Durchblick, auch wenn es in den ersten Minuten bereits zwei, drei hitzige Duelle gab hatte er die Partie im Griff. Spielerisch blieb es zu Beginn Schonkost, beide Mannschaften wirkten unruhig und gönnten sich zu viele leichte Ballverluste. Nach 20 Minuten kam es zu ersten Halbchancen: Lee zog aus 18 Metern deutlich drüber (22.), Schmidt pflückte Amamoo den Ball vom Fuß (23.), Sezer mit einem eher harmlosen Distanzschuss, der kein Problem für Huxsohl war (25.) – das alles fiel eher in die Kategorie „herantasten“. Zum ersten Mal gefährlich wurde es, als Bednarczyk mit seiner Hereingabe von der rechten Seite Stark fand, der den Ball quer durch den Fünf-Meter-Raum schoß, aber kein Abnehmer zur Stelle war. Am langen Pfosten kam der eingerückte Bednarczyk wieder an den Ball, der aber nur das Außennetz traf, wenn das im Nebel so richtig zu erkennen war (26.). Auf der anderen Seite steckte Amamoo auf den quirligen Keßner durch, dessen scharfer Querpass Jan Lüneburg auf dem falschen Fuß erwischte – da wäre deutlich mehr drin gewesen (29.). Ein guter Schuß von Koch aus der zweiten Reihe (31.) und ein Kopfball von Brüning, der nach einer Ecke von Koch den Ball nicht mehr runter gedrückt bekam (42.), dann war Halbzeit.

Beide Mannschaften kamen gut aus der Pause: Sezer prüfte mit einem guten Freistoß Huxsohl (47.), Johann von Knebel zielte nach Ablage von Jan Lüneburg knapp vorbei (48.). Die größte Chance auf den Siegtreffer hatten wir. Eine Schußflanke von Rico Bork senkte sich gefährlich, Schmidt klatschte das Leder an die Latte, dann warf sich Schmidt in den Nachschiß von Jan Lüneburg und rettete zur Ecke. Die brachte Rico Bork in die Mitte, wo Yannik Nuxoll nicht mehr entscheidend an den Ball kam (66.). Nachdem sich das Spiel weitestgehend im Mittelfeld neutralisierte, schoß zunächst vom Sechzehner links vorbei (76.), dann gab es Szenenapplaus für den erneut auffälligen Nils Brüning, der sich auf der rechten Seite ganz stark durchsetzte, Arjen-Robben-mäßig in die Mitte zog, den Ball dann aber wenige Zentimeter über das Gehäuse setzte (77.). In der Schlußphase zeigten beide Mannschaften zwar Ansätze, den Siegtreffer erzielen zu wollen, vermieden aber dabei das ganz große Risiko, um nicht in einen Konter zu laufen. „Am Ende hatten wir eine Phase, in der wir nach den vielen Standards gegen uns ein wenig Glück gehabt haben. In der Vergangenheit hatten wir schon Spiele, in denen wir super gespielt haben, aber mit leeren Händen dastanden. Heute bin ich mit dem einen Punkt zufrieden. Die Konkurrenz hat ja auch nicht so gepunktet“, sagte St. Pauli-Trainer Joachim Philipkowski nach der Partie. „Ich habe ein sehr interessantes Regionalliga-Spiel gesehen“, befand Jens Martens und war stolz auf die Lernprozesse seiner Mannschaft. „Wir haben die Lehren aus dem Hinspiel gezogen. St. Pauli hat ein sehr, sehr gutes Umschaltverhalten, da sind wir im Hinspiel ins offene Messer gelaufen. Der Lernprozess ist im Gang und hat in den letzten Wochen sehr, sehr gut gefruchtet. Aber auch bei uns wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Defensiv haben wir das sehr, sehr gut gemacht, offensiv hat uns vielleicht der letzten Wille, der letzte Biss gefehlt, um das Tor zu machen. Unterm Strich geht das Unentschieden in Ordnung, damit können wir sehr gut leben.“ Zumal der zuletzt so starke Evans Nyarko kurzfristig mit Fieber ausfiel.

Damit bleiben beide Mannschaften zum fünften Mal in Folge ohne Niederlage, wir schieben uns an den punktgleichen Bremern und Drochtersenern vorbei auf Platz 4.

Unsere Mannschaft:
Huxsohl – Bork, Bojadgian, Nuxoll, Kummerfeld – Koch – Brüning, von Knebel, Amamoo, Keßner (70. Kobert) – Lüneburg

Tore:
keine

Gelbe Karten: Koch (5), Kummerfeld (1)

Zuschauer: 585