Herren

Auswärtssieg in Altona

Nach 90 Minuten konnte man das Ergebnis am zufriedenen Gesicht von Jens Martens ablesen. „Wir haben heute hochverdient gewonnen, waren schon in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft“, freute sich unser Trainer. Gleich mehrere Faktoren trugen dazu bei, dass die Norderstedter Bank einen ruhigen Nachmittag verleben konnte. Gerade einmal zwölf Minuten waren gespielt, als Rico Bork den Ball in die Mitte flankte. Der Ball wurde vor die Füße von Johann von Knebel abgewehrt, der am Sechzehner stehend den Ball mit rechts an Marco Schultz vorbeilegte, mit links abzog und zur Führung traf. Mit der Führung im Rücken konnten wir das Spiel souverän gestalten. Unsere Defensive um Yannik Nuxoll und Hamajak Bojadgian stand sicher und war immer einen Schritt schneller am Ball als die Gastgeber. Ein Kopfball von Aminzadeh in die Arme von Lars Huxsohl (31.) – mehr hatte Altona nach vorne nicht zu bieten. Auf der anderen Seite strich ein Rico Bork-Freistoß knapp drüber, ehr sich Altona selbst schwächte: Norderstedt wollte kontern, Ridel Monteiro legte Johann von Knebel und wurde nach der zweiten gelben Karte vorzeitig duschen geschickt (38.). Zu bemängeln war bei einer guten Mannschaftsleistung eigentlich nur, dass man aus den deutlichen Feldvorteilen nicht viel gemacht hat.

Auch in der zweiten Hälfte änderte sich das Bild zunächst nicht: Altona bemüht, aber nach vorne nicht zwingend, wir souverän, allerdings auch ohne die großen Angriffsbemühungen., was Jens Martens bemängelte. „Nach dem ersten Platzverweis machen wir, obwohl wir es deutlich angesprochen hatten, es nicht tun zu wollen, den Schritt weniger, den man in Überzahl macht. Altona hat es zu zehnt richtig gut gemacht. Wir haben eine Zeit gebraucht, um das Spiel wieder zu kontrollieren.“ Nach einer knappen Stunde nahm die Partie dann auch Offensiv Fahrt auf: Niklas Siebert kratzte einen Jan Lüneburg Kopfball ebenfalls per Kopf von der Linie (58.), Grünitz rettet gegen Brüning (63.). Dann wurde es emotional: Marco Schultz ging im Strafraum zwischen Nuxoll und Bojadgian zu Boden und will einen Elfmeter, den der Schiedsrichter nicht gibt. Rico Bork kommt hinzu und wird von Schultz umgestoßen – Gelb (68.). Keine 60 Sekunden später kommt Schultz im Mittelfeld gegen Lennart Keßner zu spät und senst unseren Rechtsaußen um – Gelb-Rot war die Folge (69.). „Wenn man da unten steht, will man alles tun, um daraus zu kommen. Die Emotionen waren eigentlich richtig. Das er zehn Zentimeter zu spät kommt, ist ein Paradebeispiel für Mannschaften, die aufsteigen und mit einer blutigen Nase alles abwehren wollen“, machte Berkan Algan seinem Kapitän keinen Vorwurf.

Den aus dieser Situation entstandenen Freistoß flankte Philipp Koch auf den Kopf von Yannik Nuxoll, Jan Lüneburg sprang am langen Pfosten mit dem Kopf in den Ball und nickte zum 2:0 ein (70.). Anstatt mit seinen Mitspielern zu feiern, rannte Lüne schnurstracks Richtung Bank in die Arme von Trainer Jens Martens. „Ich habe ihm heute morgen noch gesagt, dass es sein Spiel wird und er ein Tor macht“, schmunzelte unser Trainer.

Gegen neun Altonaer hatten wir nun relativ leichtes Spiel. Und dann kam auch das noch dazu, was Altona-Trainer Berkan Algan später in die Kategorie „Pleiten, Pech und Pannen einordnete“. Der Sekunden vorher eingewechselte Michael Kobert wurde von Evans Nyarko mit einem tollen Pass auf die Reise geschickt, doch AFC-Keeper Niklas Grünitz ist weit vor seinem Tor vor ihm am Ball und schlägt diesen nach vorne – direkt in die Füße des ebenfalls gerade eingewechselten Corey Williams. Der spielt den Ball erneut auf Kobert, der den Ball aus gut und gerne 30 Metern mit seinem ersten Ballkontakt über Grünitz hinweg im Tor unterbrachte (80.). Wir hätten das Spiel sogar noch deutlicher für uns entscheiden könnten, doch zunächst verhinderte Grünitz den vierten Treffer, indem er einen Bork-Schuss über die Latte lenkte (85.), mit der letzten Aktion des Spiels schoß Philipp Koch einen Freistoß an den Pfosten, der Ball prallte vor die Füße von Nils Brüning, der den Ball problemlos im Tor unterbrachte – allerdings hatte der Schiedsrichter hier eine Abseitsposition gegeben (89.). Da es in der Regionalliga noch keinen Videoassistenten gibt, wurde die Entscheidung auch nicht mehr revidiert. Sehr schade, denn Nils Brüning zeigte einmal mehr eine starke Leistung, hat aber nach wie vor unglaublich viel Pech im Abschluss – ihm wäre es so sehr zu gönnen gewesen. Dann war Feierabend, mit einem souveränen 3:0-Auswärtssieg – dem fünften in Folge – springen wir auf Platz 7 in der Tabelle. „Wir haben die Überzahl gut ausgespielt und sind nicht nur deswegen sehr zufrieden“, fasste Martens nach der Partie zusammen. „Wir haben jetzt 28 Punkte, das ist toll. Hätte mir die vor der Saison jemand für diesen Zeitpunkt prognostiziert, hätte ich das unterschrieben, ohne zu spielen. Mit unserer jungen Mannschaft und bei zwölf Zugängen im Sommer ist das eine tolle Bilanz.“

„Wir sind noch längst nicht weg. Wir werden alles daran setzen, in der Regionalliga zu bleiben“, machte Altona-Boss Dirk Barthel den Anwesenden AFClern nach der Partie Mut. Dafür wünschen wir dem AFC alles Gute!

Unsere Mannschaft:
Huxsohl – Bork, Bojadgian, Nuxoll, Marxen – Koch – Brüning, von Knebel (79. Williams), Nyarko, Keßner (70. Amamoo) – Lüneburg (c) (79. Kobert)

Tore:
0:1 Johann von Knebel (12., Vorlage: Rico Bork)
0:2 Jan Lüneburg (70.; Vorlage: Yannik Nuxoll)
0:3 Michael Kobert (80.)

Gelbe Karte:
Marxen (3)

Zuschauer: 1.000

Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rote Karten für die Altonaer R. Monteiro (38.) und Schultz (70.).