Herren

Vierter Auswärtssieg in Folge

„Wir sind schon drüber, wir sind schon drüber“ rief Olufemi Smith aufgeregt in Richtung Schiedsrichter Stefan Zielsdorf. Denn die letzten Minuten der Partie beim SSV Jeddeloh hatten es in sich, die Partie hätte sich noch in beide Richtungen drehen können. Die Gastgeber übten Druck auf das Norderstedter Tor auf, während wir zu vielversprechenden Torchancen kamen. Als der Schiedsrichter die Partie abpfiff; war der Jubel groß. „Nach 90 Minuten war der Sieg verdient“, atmete Jens Martens nach der Partie durch. „Wir haben es uns aber zum Schluß schwer gemacht, weil wir mal wieder den entscheidenen K.O.-Schlag verpasst haben. Wir haben nach dem 2:1 noch genügend Chancen gehabt. Aber so mussten wir am Ende noch zittern.“

Der Weg dorthin war jedoch steinig. Oder anders: Der Weg dorthin hätte auch deutlich einfach er sein können. Denn die erste Halbzeit war fest in Norderstedter Hand. Mit einem Schönheitsfehler: Jeddelohs Kapitän Kevin Samide schlug einen Freistoß weit in den Norderstedter Strafraum auf Almir Ziga, dessen Kopfball lang und länger wurde und sich über Lars Huxsohl zum 1:0 ins Norderstedter Tor senkte (30.). Es war – nach einem Freistoß vom Jeddeloher Aktivposten Samide (6.) – eine von zwei Torchancen der Ammerländer im ersten Durchgang. Auf der anderen Seite rettete ein Jeddeloher auf der Linie – unsere Jungs forderten vom Schiedsrichter einen Handelfmeter, den es nicht gab (9.). Auch nach 17 Minuten entschied der Schiedsrichter in kniffliger Situation auf kein Handspiel. Doch auch ohne Unterstützung des Mannes in schwarz hatten wir die Führung auf dem Fuß. Johann von Knebel tanzte an der Eckfahne drei Jeddeloher aus und zog in die Mitte, traf aber nur den Pfosten (19.), wenige später rettete Boevink gegen von Knebel zur Ecke (25.). Mit dem Pausenpfiff hatte Juri Marxen den Ausgleich auf dem Fuß, verzog aber knapp (45.+1).

Auch im zweiten Durchgang lag das Plus der Spielanteile auf Norderstedter Seite, es fehlte lediglich einmal mehr die Präzision im letzten Drittel und damit die ganz große Torgefahr. Nachdem Boevink noch einen Keßner-Schuss mit viel Mühe entschärfen konnte (53.), fiel drei Minuten später der verdiente Ausgleich. Rico Bork brachte einen Freistoß von der rechten Seite mit dem linken Fuß scharf vors Tor, mehrere Spieler gingen hoch, doch nur Evans Nyarko traf den Ball und erzielte das 1:1 (56.). Was einmal klappt, klappt auch zweimal: Erneut Freistoß Bork aus ähnlicher Position, am kurzen Pfosten kam Hamajak Bojadgian den Ball und verlängerte ihn mit dem Hinterkopf zum Führungstreffer (68.).

Eine Viertelstunde vor Schluss nahm die Part noch einmal Fahrt auf. Im Stile eines Pokalspiels drückten die Jeddeloher auf den Ausgleich und luden damit zum Kontern ein. Die größte Chance hatte Nathaniel Amamoo, der mit ganz viel Übersicht von Nils Brüning angespielt wurde, sich völlig frei vorm Tor die Ecke aussuchen konnte – und das Leder an Boevink vorbei an den Pfosten setzte (78.). Jeddeloh hatte nach einem Samide-Freistoß, der quer durch den Strafraum an Freund und Feind vorbei segelte (85.) noch die große Möglichkeit zum Ausgleich, kurz darauf ging Lars Huxsohl im 1 gegen 1 volles Risiko und blieb Sieger gegen Thilo Töpken (89.), ehe der Schiedsrichter nach vier langen Minuten Zugabe für die Erlösung sorgte und die Partie abpfiff. „Wir haben nach 17 Spielen 25 Punkte“, zog Martens ein Fazit unter die Hinrunde. „Das ist bei einer so jungen und neu zusammengestellten Mannschaft aller Ehren wert. Wenn man dann noch bedenkt, was wir aktuell für Verletzungsprobleme haben und egal, wen ich aufstelle, alle hauen sich hier 100prozentig rein, das ist großartig. Auf diese Truppe können wir stolz sein. Man soll uns nur bitte Zeit lassen, die Jungs weiter zu entwickeln. Wir haben hier richtig gutes Potenzial beisammen.“

Tore:
1:0 Almir Ziga (30.)
1:1 Evans Nyarko (56.; Vorlage: Rico Bork)
1:2 Hamjak Bojadgian (68.; Vorlage: Rico Bork)

Unsere Mannschaft:
Huxsohl – Bork (81. Kummerfeld), Bojadgian, Nuxoll, Marxen – Koch (c) – Brüning, von Knebel, Nyarko, Keßner (64. Amamoo) – Kobert (82. Lüneburg)

Gelb: Bork (6), Koch (4)

Zuschauer: 344