Herren

0:1 gegen Drochtersen

Spiele gegen die SV Drochtersen/Assel sind immer mit die schwersten in der Saison. War so. Ist so. Bleibt so. Gegen die defensivstarken Stader war auch dieses Mal trotz aller Bemühungen für unsere von neun Ausfällen geplagte Mannschaft nichts zu holen.

Die ersten Hiobsbotschaften gab es schon am Freitag und Samstag: Philipp Koch und Dane Kummerfeld meldeten sich mit Rückenbeschwerden ab. Da mit Rico Bork auch der zweite etatmäßige Linksverteidiger gelb gesperrt fehlte, baute unser Trainerteam um. Juri Marxen ging von der rechten Seite auf die linke und übernahm zudem die Kapitänsbinde, Alexandre Rajao da Cunha gab auf der rechten Seite sein Startelfdebüt. Um es vorweg zu nehmen: 20 Minuten brauchte unser Youngster, dann war er in der Partie drin und hatte einige gute Szenen auf der rechten Außenbahn. „Für sein erstes Spiel von Anfang an war das eine sehr ordentliche Leistung. Das verspricht Gutes für die Zukunft“, sah Trainer Jens Martens die Leistung von Alex da Cunha sehr positiv.

Weniger positiv sieht er dagegen die aktuelle Personalsituation. „Ich hoffe, wir bekommen für nächsten Samstag zumindest 15, 16 Spieler zusammen.“ Rico Bork wird nach überstandener Gelbsperre auf jeden Fall wieder zurück ins Team kehren, wie es mit Dane Kummerfeld, Philipp Koch und Jordan Brown aussieht, wird sich erst im Laufe der Woche zeigen.

Das Spiel selbst war für die 500 Zuschauer sicher kein fußballerisches Feuerwerk, aber das war auch nicht zu erwarten. Drochtersen ist bekannt dafür, dass sie eine sehr robuste und starke Defensive haben, um dann überfallartig nach vorne zu stürmen. Letzteres klappte heute allerdings nicht, da unsere Defensive – lange Zeit unser „Problemkind“ – sattelfest stand. „Es ist schon erstaunlich“, sagte Jens Martens nach der Partie. „Am Anfang der Saison haben wir ständig hinten welche reingekriegt, vorne aber auch getroffen. Jetzt stehen wir relativ stabil hinten, vorne treffen wir aber die Bude nicht. Egal, wer spielt.“ Im ersten Durchgang konnten wir uns nur zwei Torchancen erarbeiten. Nyarko setzte einen 20-Meter-Schuss auf die Querlatte (15.), Nathaniel Amamoos Kopfball nach Flanke von Alex da Cunha konnte Siefkes halten (37.). Auf der anderen Seite war Neumann plötzlich im Strafraum, traf aber fast von der Grundlinie nur das Außennetz (38.).

Jens Martens zeigte sich sehr zufrieden mit der ersten Hälfte. „Wir haben ein sehr gutes, strukturiertes Spiel gemacht, hinten gut gestanden. Wir wollten das Spiel in der zweiten Halbzeit so weiter führen und noch zum Tor kommen.“ Das Vorhaben hielt allerdings nur bis zur 70. Minute, als Nico von der Reith sich den Ball zum Freistoß griff und aus 18 Metern unhaltbar im linken Giebel versenkte.

Zuvor begann die zweite Halbzeit vielversprechend: Nagels Schuss ging knapp neben das Tor von Lars Huxsohl (48.), Evans Nyarko (50.), Michael Kobert (51.) und Johann von Knebel (59.) zielten nicht genau genug. Nach dem Führungstor der Gäste mussten wir etwas öffnen, um noch zum Ausgleich zu kommen. Uns ging dadurch ein wenig die Struktur im Spiel abhanden, den Niedersachsen boten sich nun natürlich weitere Möglichkeiten. Huxsohl blieb im Getümmel Sieger (78.), ein Schuß von Nagel ging knapp über das Gebälk (85.). Und unsere Jungs? Bemühten sich nach Leibeskräften, ließen aber immer wieder Präzision und Zielstrebigkeit vermissen, so dass ein Kopfball von Jan Lüneburg (79.) in der Schlußphase die einzige nennenswerte Aktion blieb. „Wir haben wenig klares rausgespielt“, kristierte Martens. „Die Bälle, die wir am Ende hoch reingespielt haben, waren alle sehr ungenau, dann haben wir die falsche Entscheidung getroffen, uns im Strafraum zu lange am Ball aufgehalten, keine Abschlüsse gesucht und wenig Kopfbälle gewonnen. Und wenn man am Ende kein Tor macht, muss man sich nicht wundern, wenn wir durch einen Freistoß hier 0:1 verlieren.“

„Wir sind glücklich, dass wir das Spiel für uns entscheiden konnten“, freute sich D/A-Trainer Lars Uder nach der Partie. „In der ersten Halbzeit war Norderstedt klar im Spiel und hatte einige gute Möglichkeiten, wir haben es gut verteidigt und relativ wenig zugelassen. Nach der Halbzeit gehen wir glücklich in Führung. Danach haben die Norderstedter Reihen durch die Umstellung ein Stück weit auseinander gestanden, wodurch sich für uns ein paar Kontermöglichkeiten ergeben haben. Danach war es ein recht offenes Spiel, beide Mannschaften hätten noch treffen können und das wäre in Ordnung gewesen. Von daher sind wir froh, dass wir die 1:0-Führung über die Zeit bringen konnten.“

Tor:
0:1 Nico von der Reith (70.)

Unsere Mannschaft:
Huxsohl – Marxen (c), Bojadgian, Nuxoll, Rajao da Cunha – Nyarko – Brüning (87. Akyol), von Knebel, Brisevac (68. Lüneburg), Amamoo – Kobert

Gelbe Karten: Nyarko (2), Marxen (2), Rajao da Cunha (1)

Zuschauer: 500