Herren

Salto-Nyarko lässt uns feiern

So ein bisschen fühlte man sich an unser Gastspiel in Flensburg erinnert, wo wir die klar bessere Mannschaft waren und in der Nachspielzeit das Gegentor zum 0:1 bekamen. Nur dass die Rollen dieses Mal anders herum verteilt waren und wir das bessere Ende für uns hatten. „Ich war mit dem 0:0 schon unzufrieden“, sagte Havelse-Trainer Jan Zimmermann in der Pressekonferenz nach dem Spiel. „Dass daraus noch ein 0:1 geworden ist, ist doppelt hart.“ Ähnliche Worte wählte Jens Martens, damals, in Flensburg. Und auch dieses Mal war ein Freistoß Ausgangspunkt des Treffers. Rico Bork schoss den Ball aus 17 Metern scharf und flach Richtung Tor, Havelse-Keeper Brandt konnte den Ball gerade noch zur Seite abwehren. Der ganz starke Johann von Knebel nahm den Ball auf, drehte sich am Gegenspieler vorbei und flankte in die Mitte, wo Fölster und Tasky zu weit von Evans Nyarko weg standen. Der aktuell zum Innenverteidiger umfunktionierte Mittelfeldmann stieg hoch und nickt das Leder ins Tor (90.). „Wir wissen, dass wir am Ende einen glücklichen Sieg eingefahren haben“, sagte Jens Martens nach dem Spiel, in dem die Gastgeber deutlich näher am Sieg dran waren als wir. „Wir haben drei Spiele kurz vor Schluss verloren, diesmal war das Glück auf unserer Seite.“

Danach sah es zunächst gar nicht aus. Kapitän Jordan Brown, eigentlich für die Startelf vorgesehen, verspürte ein ziehen und musste nach dem Aufwärmen abwinken, so dass Nils Brüning kurzfristig in die Startelf rutschte. Zudem saß der eigentliche Fußballrentner und Co-Trainer Jan-Philipp Rose auf Grund der personellen Engpässe in der Innenverteidigung als Spieler auf der Bank. Das überhaupt gespielt werden konnte, war den Havelser Spielern zu verdanken, die am Vortag selbst mit angepackt hatten, um die Pfützen, die der Dauerregen hinterlassen hatte, verschwinden zu lassen. „In einem Strafraum stand das Wasser“, sagte TSV-Verteidiger Niklas Tasky gegenüber Sportbuzzer. „Wir haben die Erde ausgegraben, das Wasser abgetragen und alles wieder zugeschüttet.“

Von Beginn an wirkten die Havelser, als wollten sie sich selbst unbedingt für den Aufwand belohnen, waren frischer und dominanter als unsere Elf. Insbesondere Zehner Deniz Cicek bereitete unserer Defensive Kopfzerbrechen und war an nahezu jeder gefährlichen Offensivaktion der Niedersachsen beteiligt. Sein erster Versuch landete in den Fängen von Lars Huxsohl (5.), Versuch Nummer zwei landete am Außennetz (8.). Auch als Yannik Jaeschke Julius Langfeld in den Strafraum schickte und dieser aus vollem Lauf abzog, blieb Lars Huxsohl Sieger, indem er beide Fäuste nach oben riss. Plume per Kopf (20.), Langfeld (30.) und Jaeschke vergaben weitere gute Möglichkeiten. Wir hatten durch Nathaniel Amamoos artistischem Seitfallzieher (23.) und einem Freistoß von Nick Brisevac (42.) zumindest zwei gute Möglichkeiten.

Nach der Pause bekamen wir die Havelser Offensive besser in den Griff. Zwar hatte der TSV weiterhin mehr Spielanteile, allerdings dauerte es eine Viertelstunde, bis es wieder gefährlich wurde. Plume sprang höher als alle anderen und köpfte knapp neben das Tor (59.).. Eine Minute später zeigte Schiedsrichter Bahr auf den Punkt, nachdem Julian Rufidis gegen Hamajak Bojadgian zu Fall kam (Jens Martens: „Mein Spieler hat gesagt, es wäre kein Elfmeter gewesen“). Kapitän Tobias Fölster trat an und schoss den Ball flach unten rechts – doch Lars Huxsohl bewies, dass er auf der Linie eine Klasse für sich ist und konnte den Schuss sogar festhalten! (60.)

Doch damit gaben sich die Havelser noch lange nicht auf. Doch Cicek hatte heute einfach kein Abschlussglück. Zunächst griff Lars Huxsohl beherzt zu (74.), dann zielte er im Fallen knapp am linken Pfosten vorbei (81.). Auf der gegenüberliegenden Seite setzte Jan Lüneburg einen Kopfball nach Flanke von Juri Marxen knapp über den Kasten. So bliebt es 89 Minuten lang torlos. Bis Evans Nyarko kam und Norderstedt ins Glück stürzte. „Spielerisch war das nicht so doll“, musste Jens Martens zugeben. Aber: „Ich bin mit der taktischen und kämpferischen Leistung meiner Mannschaft sehr einverstanden.“

Mit zwei Auswärtssiegen in Folge, die so sicherlich nicht zu erwarten waren, freuen wir uns nun umso mehr auf das Gastspiel von Klassenprimus VfB Lübeck am kommenden Sonntag im Edmund-Plambeck-Stadion. Ein Spiel, dass ihr keines Falls verpassen solltet!

Unsere Mannschaft:
Huxsohl – Kummerfeld, Bojadgian, Nyarko, Marxen – Koch – Brüning, von Knebel, Brisevac (80. Bork), Amamoo (90.+1 da Cunha) – Kobert (62. Lüneburg)

Tor:
0:1 Evans Nyarko (90., Vorlage: Johann von Knebel)

Gelbe Karte:
Bork (4), Bojadgian (2), Marxen (1)

Zuschauer: 405