Herren

Schlecht gespielt, aber gewonnen

Trotz der schlechtesten Saisonleistung war Jens Martens nach der heutigen Partie gegen den BSV Schwarz-Weiß Rehden nicht unzufrieden. Denn nach der wirklich guten Leistung in Flensburg, bei der wir am Ende ohne Punkte nach Hause fahren müssen, lautete der Ansatz dieses Mal: „Wir können gerne schlecht spielen, wenn wir am Ende die drei Punkte mitnehmen.“ Mit einem Grinsen fügte er hinzu: „Das hat die Mannschaft heute sehr gut umgesetzt“, um dann seine Einschätzung der Leistung zu präzisieren. „Spielerisch war es ganz klar unsere schlechteste Leistung in dieser Saison. Kämpferisch und taktisch haben wir uns aber sehr, sehr ordentlich verhalten.“

Vieles am heutigen Spiel erinnerte an das Spiel in Flensburg am vergangenen Samstag – nur eben umgekehrt. Die Gästemannschaft aus Rehden hatte ein optisches Übergewicht, war über weite Phasen des Spiels die bessere Mannschaft – und kurz vor Schluß kommt die Heimmannschaft zum Tor des Tages und stellt damit den Spielverlauf auf den Kopf.

Von Anfang an entwickelte sich eine eher zähe Partie. Zwar stand unsere Defensive erneut sicher, die Fehlerquote im Aufbauspiel war allerdings erschreckend hoch. „Die Passquote dürfte bei 25% liegen“, unkte Trainer Olufemi Smith nach Spielende und dürfte damit nicht weit von der Wahrheit entfernt liegen. Immer wieder landete der Ball bei den Niedersachsen, zeitweise hatte man das Gefühl, Rehden würde mit 13 Mann auf dem Platz stehen. „Es war verdammt eng im Mittelfeld“, sagte Nick Brisevac, der das Tor des Tages erzielte, im Anschluss an die Partie zur hohen Fehlerquote im Passspiel. Das Tor fiel jedoch spielerisch sehenswert: Dane Kummerfeld gewann den Ball an der eigenen Grundlinie, über Philipp Koch und Rico Bork kam das Leder zu Johann von Knebel, der das Spielgeschehen auf die rechte Außenbahn verlagerte. Dort hatte der bis dahin wieder fleißige, bei seinen Hereingaben aber glücklose, Juri Marxen viel Platz, ging 30, 40 Meter, um den Ball dann auf Höhe der eigenen Trainerbank an den Strafraum zu flanken. Nick Brisevac nahm den Ball an, zog in die Mitte, fand die Lücke zwischen Menga und Weidlich und traf aus 17 Metern flach unten links zum 1:0 (87.), was uns am Ende glückliche drei Punkte bescherte.

„Wir haben das Spiel zwar unglücklich verloren, aber ich glaube nicht an Glück und Unglück. Ich glaube an harte Arbeit, Demut und Arbeit gegen den Ball. Wenn wir nicht bereit sind, genau so schnell nach hinten zu laufen wie nach vorne, dann verlierst du dieses Spiel“, kritisierte Rehden-Coach Heiner Backhaus das Defensivverhalten seiner Elf. Noch mehr als das Gegentor irritierten ihn aber die guten Kopfballmöglichkeiten, die Jan Lüneburg kurz zuvor hatte. „Der Gegner hat mit dem ersten Torschuß das Tor gemacht, hat aber vorher vier Mal nach einer Ecke aufs Tor geköpft. Daran habe ich viel mehr zu nagen. Der Spieler stand vier Mal mutterseelenallein, es gab eine klare Zuteilung. Das ist für mich nicht zu respektieren und zu verstehen.“ Die erste Möglichkeit hatte Lüne nach 15 Minuten, bekam aber nicht genug Druck hinter den Ball, so dass Borgman im Tor der Rehdener den Ball fangen konnte, nach 33 Minuten köpfte Lüne deutlich drüber. Auf der anderen Seite hatten die Gäste die besseren Möglichkeiten: Ein Freistoß von Djumo ging knapp über das Toreck (29.), Fouley zog aus 20 Metern knapp vorbei (36.) und Suljevic bekam den Ball abseits-verdächtig in die Lücke gespielt und schlenzte die Kugel frei vorm Tor stehend oben rechts vorbei (40.).

Direkt nach der Pause hatte unsere Mannschaft nach Standards zwei gute Möglichkeiten: Erst wurde der Ball per Kopf an den langen Pfosten verlängert, wo Esche den Ball ans Gesäß bekam – von dort ging der Ball knapp neben das Tor. Nach der folgenden Koch-Ecke konnte Borgman einen Lüneburg-Kopfball mit den Fingerspitzen über Tor streicheln (52.). Die Gäste hatten durch Djumo eine gute Möglichkeit, der völlig frei vor Lars Huxsohl an den Ball kam, aber an den herausragenden Reflexen unseres Keepers scheiterte (64.). Viel mehr passierte nicht, ehe es in der Schlußminute noch einmal hoch her ging: Rico Bork rasierte Esche an der Seitenlinie um, woraufhin Djumo Bork weg schubste. Der Schiedsrichter ließ Gnade vor Recht ergehen und beließ es bei beiden Spielern bei Verwarnungen, ehe er nach fünf Minuten Nachspielzeit die Partie beendete.

Erwähnenswert: Alexandre Rajao da Cunha, der bislang nur in unserer Zweiten Mannschaft zum Einsatz kam und sich dort hervorragend präsentierte und für Einsätze „oben“ empfahl, kam in der Schlußminute zu seinem ersten Regionalliga-Einsatz.

Weiter geht es bereits am kommenden Mittwoch im Wiederholungsspiel der abgebrochenen Partie gegen den HSC Hannover. Anstoß im Edmund-Plambeck-Stadion ist um 19.30 Uhr.

Unsere Mannschaft:
Huxsohl – Kummerfeld, Bojadgian, Nuxoll, Marxen – Koch – Brüning (90. Rajao da Cunha), von Knebel, Brisevac, Brown (69. Bork) (c) – Lüneburg (79. Kobert)

Tor:
1:0 Nick Brisevac (87.)

Gelbe Karten: Bork (3), Nuxoll (2), Brown (2), Koch (1)

Zuschauer: 365