Herren

Wie gewonnen, so zerronnen

„Wie gewonnen, so zerronnen“ fasste Trainer Jens Martens unser Gastspiel beim FC St. Pauli seufzend zusammen. Erneut bekamen die Zuschauer ein verrücktes Spiel im Edmund-Plambeck-Stadion zu sehen. Zur Pause führte der Gastgeber vom FC St. Pauli verdient mit 1:0, mit einer deutlichen Leistungssteigerung in Halbzeit zwei drehten unsere Jungs das Spiel auf 2:1. Doch während das 3:1 schon in der Luft lag, drehte St. Pauli das Spiel erneut und verpasste uns innerhalb von nur fünf Minuten den K.O.

Der Beginn der Partie verhieß nichts Gutes: Dursun (4.) und Lee (6.) hatten schon in der Anfangsphase der Partie beste Torchancen für die Gastgeber, verfehlten das Tor aber knapp. Mit Versuch drei machten Sie es deutlich besser: Sezer verlängerte eine Flanke von Meißner per Kopf in die Mitte, wo Christian Stark den Ball vier Meter vor dem Tor technisch wertvoll annahm und zur Führung für den FC verwandelte (10.). Zwanzig Minuten dauerte es, bis wir besser ins Spiel fanden und die ersten Akzente nach vorne setzen konnten. Doch sowohl Brown (19.) als auch Brüning (22.) konnten aus ihren Möglichkeiten kein Kapital schlagen. In der Folge plätscherte die Partie ereignislos vor sich hin, bis sie kurz vor der Pause doch nochmal Fahrt aufnahm. Stark verfehlte für die Gastgeber knapp das Gehäuse (39.), auf unserer Seite zwang Rico Bork mit einem Flatterball aus 20 Metern Leon Schmidt zu einer Glanztat (42.). Zur Pause stand es im Edmund-Plambeck-Stadion verdient 1:0 für den Kieznachwuchs.

Nach einer eher lauwarmen ersten Halbzeit, nahm die Partie in der zweiten Hälfte deutlich an Unterhaltungswert zu. Daran hatten unsere Jungs zunächst einen großen Anteil, denn sie kamen deutlich stärker aus der Kabine und drehten die Partie in kürzester Zeit. Rico Bork schlug einen eher harmlosen Ball in Richtung Mitte, wo Viet über den Ball trat. Dadurch hatten Nick Brisevac auf der rechten Seite Platz, brachten den Ball in die Mitte, wo Jordan Brown aus sechs Metern Entfernung seine neu gewonnen Torjägerqualitäten erneut unter Beweis stellte und zum Ausgleich traf (52.). Und wir konnten gleich noch einen drauf setzen: Der erneut sehr fleißige Juri Marxen schlug einen langen Ball in die Spitze, Michael Kobert ließ Marvin Senger stehen und brachte den Ball aus spitzem Winkel etwas glücklick im Tor unter (54.). Nun lief das Spiel in unserem Sinne, wir hatten die Partie über weite Phasen im Griff. Auch wenn die Gastgeber durch Sezer (59./62.) und Stark (72.) durchaus Möglichkeiten zum Ausgleich hatten. Dennoch lag das 3:1 förmlich in der Luft. Doch es kam anders. Ganz anders. Der bis dahin starke, aber glücklose Sezer spielte einen Doppelpass mit Lee, marschierte parallel zur Strafraumgrenze ein paar Schritte und nagelte das Spielgerät aus 18 Metern in den rechten Torwinkel (84.). Wir wollten das Ergebnis schnell korrigieren, doch dadurch ergaben sich hinten Lücken, die St. Pauli eiskalt mit freundlicher Unterstützung unserer Defensive für sich nutzte. Zunächst spielte Wieckhoff einen scharfen Querpass in die Mitte, wo drei Spieler in den Ball hinein rutschten – letztlich war Fabian Grau derjenige, der an den Ball kam, ihn aber vor Sezer in die eigenen Maschen beförderte (86.). Doch damit hatten die St. Pauli-Talente noch nicht genug. Philipp Koch verlor den Ball im Aufbauspiel an Cemal Sezer, der Christian Stark bediente. Der konnte sich – alleine vorm Tor – die Ecke aussuchen, blieb cool und schon den Ball an Lars Huxsohl vorbei zum 4:2-Endstand ins Netz. Jens Martens zeigte sich nach dem Spiel ernüchtert: „Wir haben das in der zweiten Halbzeit eigentlich sehr konstant gespielt, nach dem 2:2 aber völlig die Türen offen gelassen. Wir müssen ergründen, wie das passieren konnte. Denn am Ende innerhalb von fünf Minuten drei Gegentore zu bekommen und als 4:2-Verlierer da zu stehen, kann uns natürlich nicht gefallen.“ Die zwei englischen Wochen, die St. Pauli nicht hatte, wollte er jedoch nicht als Argument gelten lassen. „Wir haben nach dem 2:2 zu sehr geöffnet, von daher ist das eher ein taktische Geschichte.“

Weiter geht es am kommenden Sonntag im Edmund-Plambeck-Stadion gegen die nächste Wundertüte der Liga, die U23 von Holstein Kiel mit unseren ehemaligen Spielern Marcus Coffie, Mats Facklam und Laurynas Kulikas, die heute mit 5:2 (!) gegen die U23 von Werder Bremen gewinnen konnten.

Unsere Mannschaft:
Huxsohl – Marxen, Grau, Nuxoll, Brown (c) (82. Meien) – Koch – Bork (68. Kummerfeld), Nyarko, Brisevac, Brüning – Kobert (73. Lüneburg)

Tore:
1:0 Christian Stark (10.)
1:1 Jordan Brown (51.; Vorlage: Nick Brisevac)
1:2 Michael Kobert (54.; Vorlage: Juri Marxen)
2:2 Cemal Sezer (84.)
3:2 Fabian Grau (86., Eigentor)
4:2 Christian Stark (89.)

Gelbe Karte: Brown

Zuschauer: 408