Herren

Huxsohl rettet Punkt in Lüneburg

Mit einem glücklichen, aber auf Grund der kämpferischen Leistung verdienten Punkt kehren wir aus Lüneburg zurück. Fabian Istefo brachte den LSK in Führung, der ehemalige Lüneburger Michael Kobert glich kurz vor Schluß aus. In einer Schlußphase, die an Spannung kaum zu überbieten war, wurde Keeper Lars Huxsohl zum Matchwinner (sofern man das bei einem Unentschieden so sagen kann…), als er zwei hundertprozentige Chancen der Hausherren entschärfen konnte.

Bei unserem ersten Auftritt in Neetze vor einer Woche rettete uns ein Gewitter vor einer wahrscheinlichen und verdienten Niederlage. Dass unsere Mannschaft aus dieser fast-Niederlage gelernt hatte, zeigte sie am Mittwoch in Neetze. War es vergangene Woche noch so, dass der LSK uns teilweise mit seinen Angriffen erdrückt hatte, wirkte unsere Elf heute deutlich stabiler. Ein Faktor hierfür dürfte der defensivere Evans Nyarko gewesen sein, der für Johann von Knebel in der Startelf stand und der Mannschaft Stabilität verlieh. So hatten wir in den ersten zwanzig Minuten erst einmal optische Vorteile, doch lediglich Rico Bork konnte den Ball gefährlich Richtung Tor bringen. Sein Schuß aus halblinker Position rauschte knapp am langen Pfosten vorbei (20.). Der Lüneburger SK antwortete mit der besten Möglichkeit der ersten Hälfte: Thorben Deters bekam den Ball fünf Meter vor dem Tor auf den Kopf serviert, Lars Huxsohl war jedoch mit einem Klassereflex zur Stelle und entschärfte die Chance seines Kumpels. Kristijan Augustinovic setzte nach, war aber zu überrascht und drosch den Ball deutlich über das Tor. Für die Lüneburger ein Signal, denn nun hatten sie die Hoheit im Mittelfeld, jedoch ohne sich Torchancen erarbeiten können. Einen hatten sich beide Mannschaften noch aufbewahrt. Rico Bork verzog erneut nur um wenige Zentimeter (36.), auf der anderen Seite kamen sich Deters und Seidel nach einer Flanke von Marian Kunze gegenseitig in die Quere, so dass es letztlich Abstoss gab (42.).

Direkt nach der Pause entwickelte sich ein offener Schlagabtauch. Bork schickte Brisevac auf die Reise, der den Ball klasse annahm, anstatt in aussichtsreicher Position abzuschließen wollte er jedoch mit der Hacke auf Nyarko ablegen, was gründlich misslang (49.). Die Trainer rauften sich draußen die Haare. Noch mehr, als Fabian Grau vier Minuten später einen viel zu kurzen Pass auf Lars Huxsohl spielte. Seidel bekam den Ball vor die Füße, zielte jedoch genau auf Huxsohl, der parieren konnte. 120 Sekunden später bekam Bork den Ball auf den starken linken Fuß, scheiterte aber an Springer. 56 Minuten waren gespielt, als es plötzlich lichterloh im Norderstedter Strafraum brannte. Nach einer Flanke schlug Juri Marxen am langen Pfosten über den Ball. Der Ball landete auf dem Fuß von Marian Kunze, der aus fünf Metern abzog – der Ball klatschte an die Latte. Eine Zeigerumdrehung später war es – natürlich – erneut Marian Kunze, der zum Flanken kam. Am langen Pfosten lauerte Istefo, der sich für die Vorlage mit dem 1:0 bedankte (58.). Norderstedt spürte, dass trotz des Rückstandes hier noch was drin war und versuchte es in einer spannenden Partie weiter, lediglich die Torchancen waren nach dem 1:0 zunächst Mangelware. Bis zur 83. Minute, als Correia Ca auf der Linie gegen Evans Nyarko rettete. Doch der Ball landete über Umwege beim zwei Minuten vorher eingewechselten Dane Kummerfeld, der den Ball von der linken Seite wieder in den Strafraum brachte. Der ehemalige Lüneburger Michael Kobert hechtete in den Ball und überwand Ole Springer per Kopf zum Ausgleich (84.).

Die letzten Minuten waren intensiv und hochdramatisch. Unsere Mannschaft spürte, das hier sogar noch ein Sieg drin war, schaffte damit aber in der Abwehr Freiraum für den LSK. Drei Minuten vor Schluß gab es ein heilloses Durcheinander im Norderstedter Sechzehner. Gleich drei Einschußmöglichkeiten hatte der LSK, doch zunächst konnte Lars Huxsohl abwehren, dann warf sich die gesamte Mannschaft mit allem was sie hatte in den Ball und konnte den erneuten Rückstand verhindern, ehe Thorben Deters den Ball übers Tor schoß (87.). Zwei Minuten später kam Istefo im Strafraum an den Ball, doch Lars Huxsohl machte die Ecke zu und rettete überragend das Unentschieden gegen den Lüneburger Angreifer (89.).

„Es war ein aufregendes Spiel, bei dem auf beiden Seiten eine hohe Lauf- und Kampfbereitschaft vorhanden war. Spielerisch habe ich bei uns Vorteile gesehen, bei den Chancen habe ich den Vorteil beim Lüneburger SK gesehen“, fasste Trainer Jens Martens die Partie zusammen. „Wir haben uns gegenüber dem letzten Mittwoch deutlich verbessert. Wir müssen am Ende auf Grund des Spielverlaufs mit dem späten Ausgleichstor froh sein, dass wir einen Punkt mitgenommen haben.“ In der Pressekonferenz ging es ähnlich fair und friedlich zu wie zuvor auf dem Platz (trotz hoher Kampfbereitschaft nur eine gelbe Karte), denn LSK-Teamchef Rainer Zobels Einschätzung zur Partie war kurz und knapp. „Ich habe dem nichts hinzuzufügen, ich bin derselben Meinung.“



Unsere Mannschaft:
Huxsohl – Marxen, Grau, Nuxoll, Brown (c) – Koch (63. von Knebel), Nyarko – Brüning (82. Kummerfeld), Brisevac, Bork – Kobert

Tore:
1:0 Fabian Istefo (58.)
1:1 Michael Kobert (84., Vorlage: Dane Kummerfeld)

Gelbe Karte: Nuxoll

Zuschauer: 924

Wir liegen damit nach dem 3. Spieltag auf einem sehr guten dritten Tabellenplatz hinter den Meisterschaftsfavoriten VfB Lübeck und VfL Wolfsburg (U23). Am Sonntag „reisen“ wir zum Auswärtsspiel „beim“ FC St. Pauli in unserem eigenen Stadion.