Herren

Brise sorgt für Offensivsturm

Da gibt es keine zwei Meinungen: Heimspiele machen momentan mächtig Spaß. Zweites Heimspiel innerhalb einer Woche und wieder bekamen die Zuschauer eine offensivstarke und spielfreudige Mannschaft sowie gleich sieben Tore zu sehen. In überragender Verfassung zeigte sich dabei Nick Brisevac, der beim 6:1-Heimsieg gegen den Heider SV nicht nur zwei Tore selbst erzielte, sondern auch ansonsten Dreh- und Angelpunkt im Offensivspiel war.

Von Anfang an gaben unsere Jungs im Edmund-Plambeck-Stadion den Ton an und schnürten die Gäste in der eigenen Hälfte ein. Brüning (5./7.), Brisevac (6.), von Knebel (11.) und Bork (15.) hatten bereits früh im Spiel gute Chancen, scheiterten jedoch an HSV-Keeper Franzenburg oder verfehlten das Tor nur um Zentimeter. Die Führung für unsere Mannschaft lag früh in der Luft – und dann schlugen die Gäste eiskalt zu. Leif Hahn bekam den Ball in den Lauf gespielt, ging an Grau vorbei, zog aus 14 Metern ab und traf zur überraschenden Führung der Gäste ins lange Eck (22.). Nur 100 Sekunden später lag der Ball dann auf der anderen Seite im Netz. Brüning bat Ehlert zum Tanz und flankte den Ball in den Fünf-Meter-Raum. Franzenburg kam mit der Hand vor von Knebel an den Ball, löffelte ihn allerdings direkt in die Füße von Jordan Brown, der nun das leere Tor vor sich hatte und problemlos einschieben konnte (23.).

In der 28. Minute war es plötzlich mucksmäuschenstill im Stadion. Jan Lüneburg und Steffen Neelsen prallten im Luftduell mit den Köpfen zusammen und blieben liegen. Nach einer Verletzungsunterbrechung und Shakehands der beiden Kontrahenten konnte es für beide weitergehen. Für Lüne jedoch mit Turban. Wir konnten den Schreck offensichtlich besser verkraften: Juri Marxen wurden von Nils Brüning per Doppelpass frei gespielt, Marxen ging einfach durch Neelsen und Ehlert durch, als wären sie Slalomstangen, passt dann quer auf Nick Brisevac, der den Ball auf Höhe des Sechzehners bekam, ebenfalls zwei Heider stehen ließ und auf Höhe des Fünf-Meter-Raumes erfolgreich zum Abschluß kam – das 2:1 (32.). Danach bekamen die Gäste besseren Zugriff auf die Partie, die letzte Torchance vor der Pause hatte Jordan Brown, der den Ball vom extrem fleißigen Jan Lüneburg klasse in den Lauf gelupft bekam – der Heider Keeper war jedoch einen Schritt vor ihm am Ball.

Im zweiten Abschnitt lief das Spiel dann deutlich mehr in unserem Sinne. Zwar spitzelte Neelsen den Ball noch vor dem einschussbereiten Brüning weg (50.), doch fünf Minuten später war es passiert. Eine erneute Flanke von Brüning in den Fünf-Meter-Raum klärte Quade per Kopf direkt vor die Füße von Juri Marxen. Dessen trockener Schuß schlug unhaltbar links unten im Tor ein (55.). Nun hatte unsere Elf Torhunger bekommen. Nick Brisevac‘ Versuch aus 70 (!) Metern über den weit vor seinem Tor stehenden Franzenburg ging jedoch etwa einen Meter am Tor vorbei, sorgte aber für Beifallsstürme der Zuschauer (57.). Noch mehr Beifall gab es wenige Minuten später. Bei einem Freistoß von Koch konnte Franzenburg noch abtauchen und den Ball zur Ecke klären. Diese brachte Rico Bork in die Mitte, Brüning verlängerte per Kopf auf Yannik Nuxoll, der direkt vorm Keeper nur noch die Rübe rein halten musste (63.). Und weil die Kombination Bork/Nuxoll so gut funktionierte, gleich noch einmal hinterher: Freistoß aus 17 Metern auf Höhe der Außenlinie, Bork flankt den Ball mit links nach innen, wieder ist Nuxoll mit dem Kopf da – 5:1 (69.). Nicht schlecht für jemanden, der ist 15 Minuten vor Spielbeginn von seinem Einsatz erfahren hatte. Kurz zuvor musste Jan Lüneburg das Feld verlassen. Er prallte erneut mit Neelsen zusammen, die Platzwunde bracht wieder auf. Völlig offen, ob er in Lüneburg wieder dabei sein kann. „Wenn es nach Lüne geht, spielt er Mittwoch. Aber aus medizinischer Sicht – Stand: heute – eher nicht.“

Für ihn kam Dominik Akyol in die Partie, der damit Eintracht-Geschichte schrieb: Er ist der erste Spieler des Jahrgangs 2000, der in einem Liga-Spiel unserer Mannschaft auf dem Feld stand.

Das Highlight der Partie setzte dann Nick Brisevac, der aus einer wirklich guten Mannschaftsleistung hervorstechen konnte. Ein Freistoß von Selcuk wurde von Philipp Koch mit dem Kopf geklärt. Der Ball landete bei Dominik Akyol der Nick Brisevac auf die Reise schickte. Anstatt mit dem Ball am Fuß alleine aufs Tor zuzugehen, hatte Brise das Auge für den mitgelaufenen Evans Nyarko auf der rechten Seite. Der ging mit dem Ball ein paar Schritte und spielte zurück auf den völlig freien Brisevac, der alleine aufs Tor zuging und Franzenburg sehenswert überlupfte (74.) – ein Konter aus dem Bilderbuch, der den Deckel auf das Spiel drauf machte! Trainer Jens Martens zeigte sich nach dem Spiel erleichtert. „Wir haben in Lüneburg in der ersten Halbzeit sehr schlecht gespielt, in der zweiten Hälfte wurde es etwas besser. Da mussten wir froh sein über den Abbruch, weil ich das Gefühl hatte, dass wir an dem Tag kein Tor mehr schießen.“ Da sah heute anders aus. „Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen, haben natürlich auch auf Torerfolg gespielt. Heide hat das in der ersten Halbzeit sehr gut verteidigt und uns durch da Tor unter Zugzwang gesetzt. Wir haben in der zweiten Halbzeit noch zulegen können und am Ende einen deutlichen Sieg errungen, über den wir uns sehr freuen.“ Dass man es von Anfang an schwer haben würde, überrascht Heide-Trainer Sönke Beiroth nicht. „Wir sind mehr als eine Liga aufgestiegen. Der Unterschied von Oberliga zu Regionalliga ist sicherlich größer als nur eine Liga. Es war ein Spiel, aus dem wir viel lernen und mitnehmen können.“

Unsere Mannschaft:
Huxsohl – Bork, Grau, Nuxoll, Marxen – Koch – Brüning (77. Keßner), von Knebel (70. Nyarko), Brisevac, Brown (c) – Lüneburg (65. Akyol)

Tore:
0:1 Leif Hahn (21.)
1:1 Jordan Brown (22.; Vorlage: Nils Brüning)
2:1 Nick Brisevac (32.; Vorlage: Juri Marxen)
3:1 Juri Marxen (55.; Vorlage: Nils Brüning)
4:1 Yannik Nuxoll (63.; Vorlage: Rico Bork)
5:1 Yannik Nuxoll (69.; Vorlage: Rico Bork)
6:1 Nick Brisevac (74.; Vorlage: Evans Nyarko)

Gelbe Karten: –

Zuschauer: 805