Herren

Last Minute KO im Pokal

Der Traum vom DFB-Pokal ist für diese Saison ausgeträumt, der perfekte Abschied für Johannes Höcker, Marin Mandic, Ronny Marcos, Marcus Coffie und Sinisa Veselinovic sowie Physio Vanessa Blunk, die heute zum letzten Mal für uns im Einsatz waren, ist geplatzt. Durch einen Treffer in buchstäblich letzter Sekunde unterliegen wir im ODDSET-Pokal-Finale der TuS Dassendorf mit 1:2, die damit ihren Titel verteidigen konnten.

Die Norderstedter Fans begrüßen ihre Mannschaft beim Einlaufen mit einer großen, bunten Choreographie und lautstarken Anfeuerungen, doch den besseren Start in die Partie hatte wie so oft in dieser Saison der Gegner. Bereits nach zwei Minuten musste sich Johannes Höcker im Tor mächtig strecken, um einen Schuss von Rinik Carolus abzuwehren, drei Minuten später prüfte Sven Möller Höcki aus gut zwanzig Metern. Erneut blieb unser Schlußmann Sieger. Nach den ersten beiden Schreckmomenten rissen unsere Jungs die Partie an sich – Christian Gruhne rettete mit viel Mühe gegen Jordan Brown (6.). Dann spielte sich Johann von Kmebel in den Mittelpunkt: Ein Zuspiel von Nils Brüning schloß er nahezu perfekt ab – der Ball klatschte an die Querlatte. 60 Sekunden später war es erneut von Knebel, der die Situation hervorragend antizipierte, zunächst Carolus abschüttelte, um dann das Auge für Jordan Brown zu haben – der setzte sich in der Mitte gegen Marcel Lenz durch und überwand Christian Gruhne zum 1:0 (14.).

Nach einer halben Stunde fightete sich der Regionalligist im Körper eines Oberligisten zurück in die Partie, es wurde nun ein offener Schlagabtausch. Nachdem Juri Marxen einen Schuß von Sven Möller in höchster Not blocken konnte (32.), setzte Johann von Knebel knapp neben den Pfosten (38.). Auf der anderen Seite scheiterte Pascal Nägele zwei Mal (39./41.).

Kurz vor der Pause wurde es hektisch: Sven Möller schoß den Ball an den angelegten Arm von Marin Mandic und forderte Elfmeter – kann man in der heutigen Zeit, wo alles wo die Hand nur in der Nähe ist als Elfmeter gepfiffen wird, sicherlich mal fordern. Ist aber realistisch betrachtet Quatsch. Quatsch machte auf der anderen Seite Dassendorfs Amando Aust. Nachdem Keeper Gruhne den Ball an der Strafraumgrenze mit dem Fuß annehmen musste, setzte Sinisa Veselinovic energisch nach, wobei der Keeper zu Fall kam – Aust stürmte herbei und schubste Veselinovic mit Anlauf um. Wohlgemerkt nicht in einer Rudelbildung, sondern mit Anlauf. Der ansonsten sehr gute Schiedsrichter Stephan Timm zeigte sowohl Veselinovic als auch Aust gelb – damit war der Dassendorfer Kapitän, vorsichtig gesagt, sehr gut bedient.

Die zweite Halbzeit begann deutlich ruhiger als die Erste – erst nach 63 Minuten brandete wieder Jubel auf, nachdem Sinisa Veselinovic nach einem abgefälschten Brown-Schuß entschieden nachsetzte und das 2:0 erzielte – dabei stand er aber einen Meter im Abseits, der Linienrichter hatte bereits die Fahne oben. Auf der anderen Seite ging Nägele im Zweikampf mit Coffie zu Boden – auch hier blieb der Pfiff zurecht aus (66.). Doch nur zwei Zeigerumdrehungen später landete der Ball im Strafraum-Getümmel vor den Füßen von Henrik Dettmann, der kurzen Prozess machte und den Ball im Tor versenkte (68.).

Nun setzten die Dassendorfer zur großen Schlußoffensive an – und unsere Jungs mussten trotz der lautstarken Anfeuerungen von den Fanrängen den physischen und psychischen Strapazen der letzten Wochen Tribut zollen, hauten sich Defensiv voll rein, konnten aber nach vorne nicht mehr für Entlastung sorgen. Höcker rettete noch gegen Möller (78.), doch in der Nachspielzeit, als alle schon mit einer Verlängerung rechneten, kam der Stich ins Norderstedter Herz: Der starke Höcker konnte einen Schuß von Lenz noch sensationell entschärfen, doch der eingewechselte Kurczynski reagierte am Schnellsten und nagelte den Abpraller unhaltbar zum 2:1 für Dassendorf unter die Latte (90.+3). „Es war ein Spiel auf Augenhöhe. Da ist es natürlich um so bitterer, in der Nachspielzeit den Treffer zu kassieren, wo sich eigentlich alle schon auf die Verlängerung eingestellt haben“, sagte Trainer Jens Martens nach der Partie und schlußfolgerte ernüchtert: “ In diesem Spiel haben wir Pech gehabt, beim letzten Pokalsieg hatte Norderstedt Glück. Vielleicht waren wir dieses Jahr einfach mal dran.“

Tore:
1:0 Jordan Brown (14.; Vorlage: Johann von Knebel)
1:1 Henrik Dettmann (68.)
1:2 Kristof Kurczynski (90.+3)

Unser Team:
Höcker – Marcos, Mandic, Coffie, Marxen (90.+4 Lüneburg) – Koch – Brüning (83. Facklam), Meien (69. Nyarko), von Knebel, Brown – Veselinovic

Zuschauer: 2.936