Herren

4:1-Heimsieg gegen Lupo!

„Ich bin gestern morgen aufgestanden und habe gesagt, ich will dieses Wochenende alle sechs Punkte holen“, eröffnete Jens Martens die Pressekonferenz. „Gestern haben wir mit der U19 5:1 gegen Eichede gewonnen, das waren die ersten drei Punkte. Und heute mussten die nächsten drei Punkte her. Diesen Druck hat meine Mannschaft natürlich auch verspürt. Wir haben ja auch eine örtliche Presse, die das – berechtigt – entsprechend darstellt. Daher bin ich jetzt auch extrem froh, dass ich hier mit den gewünschten sechs Punkten sitze.“ Für die Gäste war es dagegen von Anfang an ein gebrauchter Tag. Nicht nur, dass im Mannschaftsbus einige Plätze frei blieben – von 25 Spielern im Kader waren lediglich 16 einsatzbereit – auf der Anreise quittierte auch noch der Bus der Niedersachsen seinen Dienst, so dass man erst zwei Stunden später abfahre konnte und das Spiel mit knapp 45 Minuten Verspätung anfing.

Die Anfahrt steckte den Gästen zu Beginn noch in den Knochen, so schien es. Unsere Mannschaft ließ den Ball selbstbewußt durch alle Reihen kreisen und hatte gefühlte 80% Ballbesitz. Knapp 20 Minuten dauerte es, bis ordentlich Druck auf den Kessel kam. Über Veselinovic und Brüning kam der Ball zu von Knebel, der von der Grundlinie auf den Fünf-Meter-Raum zurück legte. Lupo-Keeper Marius Sauß konnte den Ball jedoch vor dem nahenden Kubilay Büyükdemir aufnehmen (18.). Zwei Minuten später hatte Juri Marxen zu viel Zeit zum Flanken, und servierte das Leder auf den Kopf von Sinisa Veselinovic, der höher als sein Gegenspieler sprang und mit einem schulbuchmäßigen Kopfball zur Führung traf (20.). Der Treffer hatte eine befreiende Wirkung – insbesondere für unsere in der ersten Halbzeit stets gefährliche rechte Außenbahn. Eine erneut perfekt getimete Flanke von Marxen in die Mitte, wo Marcus Coffie heran gehechtet kam – seinen Flugkopfball konnte Sauß noch gerade eben von der Linie kratzen (24.). Auch das zweite Tor wurde von der rechten Außenbahn initiiert. Büyükdemir lupfte den Ball über seinen Gegenspieler zum mitlaufenden Vico Meien, der den Ball von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr legte. Tyson Richter war zwei Schritte vor Nils Brüning am Ball, doch anstatt den Ball zu klären schob er ihn zum 2:0 über die Linie seines eigenes Tores (34.). Und einer ging noch: Philipp Koch schlug einen Freistoß scharf in die Mitte, Marin Mandic kam mit den Haarspitzen an den Ball und lenkte ihn an Sauß vorbei zum 3:0 in die Maschen (42.).

Mit einer beruhigenden 3:0-Führung ging es in die zweite Halbzeit, wo allerdings nur noch erschreckend wenig zusammen lief und die vorher relativ wehrlosen Gäste plötzlich die bessere Mannschaft waren. „Eigentlich wollten wir auch in der zweiten Halbzeit so aktiv und offensiv weiterspielen. Das ist uns leider nicht mehr gelungen.“ Was vorallendingen daran lag, dass die Wolfsburger nun defensiv deutlich stabiler standen und nach vorne für Gefahr sorgen konnten. Den ersten Warnschuß gab Leon Henze ab – seinen 20 Meter-Knaller konnte Höcki zur Ecke lenken. Unser einziger wirklich sehenswerter Angriff der zweiten Hälfte führte prompt zum 4:0. Nils Brüning spielte den Ball von der rechten Seite zu Vico Meien und zeigte diesem gleich an, wo er den Ball hin haben will – der Doppelpass gelang, plötzlich war Brüning frei durch und schob zum 4:0 ein. Auf der anderen Seite hatte Johannes Höcker nun mehr Arbeit, als ihn lieb war – gleich bei zwei Ecken hintereinander musste er mit den Fäusten klären (76.). Spätestens nachdem Karas Schuß aus 12 Metern knapp am Gehäuse vorbei strich (86.), hatten sich die Gäste ihr Tor redlich verdient. Dies besorgte der eingewechselte Elvir Zverotic mit einem Schuß aus fünf Metern (89.). Über den Gegentreffer wollte Trainer Jens Martens lieber „den Mantel des Schweigens decken“ während sein Gegenüber Uwe Erkenbrecher lobende Worte für die zweite Halbzeit seiner Mannschaft fand: „Als es in der zweiten Halbzeit ein Pflicht-Freundschaftsspiel war, haben wir ganz gut ausgesehen, haben den Ball gut laufen lassen und hatten Spielanteile.“ Deutlich weniger zufrieden war er jedoch mit Durchgang 1: „In der Phase, als es drauf ankam, waren wir klar schlechter, der Gegner klar überlegen. Zweikampfverhalten, Torgefährlichkeit… das war sehr wenig bei uns, daran konnte man deutlich sehen, woran es liegt, dass wir in der Tabelle so schlecht stehen.“

Sehr viel besser hätte der Spieltag für uns gar nicht laufen können – nicht nur, dass unsere Jungs heute mit 4:1 gewannen, mit Ausnahme des TSV Havelse (3:0-Heimsieg gegen den VfB Oldenburg) und des BSV Rehden (2:1-Sieg bei Werder Bremen II) spielten unsere direkten Konkurrenten im Abstiegskampf für uns – der Lüneburger SK unterlag Weiche Flensburg mit 1:3, so dass wir aktuell vier Punkte Vorsprung auf den direkten Abstiegsplatz haben. Zudem verlor Germania Egestorf-Langreder überraschend mit 3:4 beim VfL Oldenburg und ist damit nur noch einen Punkt von uns entfernt.

Und auch aus Liga 3 gab es frohe Kunde: Eintracht Braunschweig schaffte ein Last-Minute-Unentschieden gegen Preußen Münster und hält sich weiter von den Abstiegsplätzen fern, so dass aktuell kein zusätzlicher Abstiegsplatz in der Regio Nord zu befürchten ist.

Tore
1:0 Sinisa Veselinovic (20., Vorlage: Juri Marxen)
2:0 Tyson Richter (34., Eigentor; Vorlage: Vico Meien)
3:0 Marin Mandic (43., Vorlage: Philipp Koch)
4:0 Nils Brüning (65., Vorlage: Vico Meien)
4:1 Elvir Zverotic (88.)

Unser Team
Höcker – Kummerfeld, Mandic, Coffie, Marxen – Koch (c) – Brüning (67. Amamoo), Meien, von Knebel, Büyükdemir (81. Facklam) – Veselinovic (67. Lüneburg)

Gelbe Karte: Büyükdemir

Zuschauer: 193