Herren

0:2-Niederlage in Lübeck

Neben den verletzten Nick Brisevac und Jan Novotny sowie dem gesperrten Mats Facklam musste Trainer Dirk Heyne kurzfristig auch auf Hamajak Bojadgian (Adduktorenprobleme) und Evans Nyarko (Rücken) verzichten. Etwas überraschend begannen Jannik Mohr in der Innenverteidigung sowie Sinisa Veselinovic in der Sturmspitze.

Das erste Drittel des Spiels lässt sich relativ einfach zusammenfassen: Lübeck machte von Anfang Druck und war die klar spielbestimmende Mannschaft, wir waren zu ängstlich, etwas verkrampft und konnten nur selten für Entlastung sorgen. Und wenn wir dann doch mal den Ball hatten, ging er relativ schnell verloren, so dass wir uns nie ganz vom Lübecker Druck befreien konnten. Zehn Minuten waren gespielt, als es zum ersten Mal richtig gefährlich wurde – Nils Brüning blockte einen Arslan-Freistoß vor der Torlinie per Kopf ab. Wenig später tauchte Hoins alleine vor Höcker auf, stand dabei aber im Abseits (17.). Und da aller schlechten Dinge drei sind, ging Lübeck nach 21 Minuten in Führung. Yannick Deichmann schlug eine Flanke von der rechten Außenbahn butterweich in die Mitte, am langen Pfosten löste sich Ahmet Arslan von Jordan Brown und nickte zur Lübecker Führung ein. Kurz darauf hätte es sogar 2:0 stehen können, doch Höcker rettete innerhalb von 30 Sekunden gegen gleich drei Versuche der Gastgeber. Note 1 mit Sternchen für unseren Keeper in dieser Situation, das war wirklich herausragend. Danach beruhigte sich das Spielgeschehen, unsere Jungs konnten sich etwas befreien und den Druck vom Kessel nehmen. Der ehemalige Lübecker Kubilay Büyükdemir, stärkster Norderstedter und von den Lübecker Fans in Durchgang zwei massiv ausgepfiffen, kam aus 13 Metern zum Schuß, zielte aber etwa einen Meter unten rechts vorbei. Auf der anderen Seite musste Höcker noch einmal abtauchen, um einen Arslan-Freistoß zu entschärfen (41.).

Personell unverändert kam unsere Mannschaft aus der Halbzeit zurück, zeigte aber ein ganz anderes Gesicht: Die Worte unseres Chef-Trainers schienen Gehör gefunden zu haben – die Jungs kämpften sich ins Spiel, spielten wie befreit, mutiger, zweikampfstärker, angriffslustiger und kauften den Lübeckern früh den Schneid ab. Einziges Manko: die gute Leistung reichte nur bis zur Strafraumkante, wirklich zwingende Möglichkeiten konnte man sich nicht heraus arbeiten. Johann von Knebel tankte sich von der linken Außenbahn durch den Strafraum, fand aber den Weg ins Tor nicht (48.). Auf der gegenüberliegenden Seite köpfte Weißmann nach einem Eckball nur ans Außennetz (51.), ehe Höcker erneut stark gegen Deichmann reagierte (54.). Norderstedt drückte nun immer mehr, die Lübecker Defensive schwamm, doch sie hielt, während die lautstarken VfB-Fans immer unruhiger wurden.

Nach einer guten Stunde gab es große Diskussionen – Daniel Halke legte den wieselfinken Büyükdemir an der Strafraumgrenze, woraufhin es fleißig rudelte: Norderstedt forderte Elfmeter, die Lübecker wollten nicht mal ein Foul begangen haben – der gute Schiedsrichter Schmidt erkannte richtigerweise auf Foul außerhalb des Strafraums und gab Halke gelb und uns Freistoß (67.). Mo Baghdadi versuchte es aus 20 Metern, zielte jedoch knapp vorbei (73.). Immer wieder gab es nun kleinere Unterbrechungen, immer wieder lag ein Lübecker am Boden und brauchte medizinische Betreuung, was natürlich zum einen unseren Angriffsschwung etwas ausbremste, zum anderen aber auch die Lübecker Fans noch einmal motivierte, ordentlich Stimmung zu machen. Trainer Heyne vermutete nach dem Spiel in der Pressekonferenz süffisant vermehrt Krämpfe bei den Lübecker Spielern ausgemacht zu haben – was deren Trainer Landerl mit irritiertem Blick verneinte. Und während wir immer mehr am eigentlich längst verdienten Ausgleichstreffer schnupperten, schlugen die Gastgeber zu: Tommy Grupe kam mit dem Bein irgendwie an einen Eckball von Arslan, Brüning fälschte das Leder noch ab und plötzlich war die zweite Halbzeit auf den Kopf gestellt (83.). Während der VfB nun wieder voll da war, lief bei uns nach diesem Todesstoß nicht mehr viel – Hobsch mit einem Kopfball an die Latte (88.) und Franziskus, der es schaffte, völlig frei aus drei Metern Entfernung den Ball neben das Tor zu setzen (90.+), hatten die Möglichkeiten, das Ergebnis noch deutlicher zu gestalten.

Für uns geht es am kommenden Samstag mit einem weiteren Auswärtsspiel weiter – dann sind wir beim HSV zu Gast. Beginn auf der Wolfgang-Meyer-Sportanlage wird um 13.00 Uhr sein.

Tore:
1:0 Ahmet Arslan (21.)
2:0 Tommy Grupe (83.)

Unser Team:
Höcker – Marcos, Mandic, Mohr, Brown (c) – Koch (85. Kummerfeld), Meien – Brüning, von Knebel, Büyükdemir (70. Baghdadi) – Veselinovic (61. Lüneburg)

Gelb:
Koch, Marcos, Lüneburg

Zuschauer: 2.234