Herren

Koch & von Knebel führen Eintracht ins Viertelfinale

Die Anfangsphase gehörte den mutig aufspielenden Gastgebern. Es war noch nicht einmal eine Minute gespielt, da hätte es bereits bei uns klingeln können, als sich nach einem Mißverständnis in der Defensive Kömürcü auf den Weg machte, den Ball jedoch nur ans Außennetz setzte. Unsere Elf brauchte zehn Minuten, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Dann war von Knebel nach Nyarko-Pass alleine durch, wurde aber fünf Meter vor dem Tor vom herauseilenden Keeper Brückner gelegt. Der Schiedsrichter entschied auf gelb und Freistoß Norderstedt. Während einige noch empört eine Rote Karte für den Buchholzer Torhüter forderten, legte sich Philipp Koch das Leder zurecht und traf sehenswert per direktem Freistoß oben links in den Winkel zur Führung.

Die Führung gab uns Sicherheit, der Ball lief nun deutlich besser. Im zentralen Mittelfeld hatten Nyarko und Koch viel Freiraum, den insbesondere PK13 in der ersten Halbzeit mit vielen Ballgewinnen und klugen Pässen für sich zu nutzen wusste. Die 08er blieben zunächst immer wieder bei Kontern gefährlich. Nach 16 Minuten scheiterte Buchholz‘ Top-Torjäger Dominik Fornfeist am glänzend reagierenden Höcker. Auf der Gegenseite gewann Nils Brüning Mitte der gegnerischen Hälfte mit starkem Einsatz den Ball von Metzler, verzögerte kurz, um den Ball dann genau im richtigen Moment genial auf Johann von Knebel durchzustecken. Der blieb cool und schob den Ball am Keeper vorbei zum 2:0 (29.). Mit dem Pausenpfiff. erhöhte Norderstedt sogar noch auf 3:0. Jan Lüneburg schickte den starken Johann von Knebel, der an nahezu jeder gefährlichen Offensivaktion beteiligt war, auf die Reise. Dessen Querpass in die Mitte wollte Marcel Peters vor Nils Brüning klären, legte den Ball aber stattdessen ins eigene Netz (45.).

Die Entscheidung? Könnte man meinen. „Das 0:3 mit dem Pausenpfiff tat richtig weh und war der vermeintliche Genickbruch“, musste Buchholz-Trainer Thorsten Schneider feststellen. Und so hatte es zu Beginn der zweiten Halbzeit den Anschein, als ob Eintracht nicht mehr wollte, als das Spiel unaufgeregt und seriös nach Hause zu fahren, und Buchholz mit dem 3:0 jeglichen Glauben an sich verloren hatte. „Mit der ersten Halbzeit bin ich sehr zufrieden. Das war so nicht zu erwarten. Buchholz ist ein sehr unbequemer Gegner, wir haben mit vielen neuen Spielern gespielt. Das hat gezeigt, dass wir auf einem guten Weg sind“, sagte Dirk Heyne nach dem Spiel und spielte darauf an, dass mit Marcos, Brüning und Nyarko sowie dem nach langer Verletungspause genesenen Bojadgian gleich vier quasi-Neuzugänge auf dem Platz standen. „Mit der zweiten Halbzeit bin ich nicht zufrieden, wir waren über 20 Minuten nicht aufmerksam genug“, fügte er noch hinzu. Und das wäre beinahe ins Auge gegangen, denn durch unsere Passivität witterte Buchholz plötzlich Morgenluft. Höcker musste vor dem starken Kömürcü und im Nachschuss gegen Jonas retten (70.). Und fünf Minuten später stand es plötzlich nur noch 1:3, als der Ball über Jonas und Buzhala zu Kömürcü kam, der den Ball an Höcker vorbei einschob (75.). Das Spiel wurde nun hektisch. Plötzlich lag ein Buchholzer Spieler an der Trainerbank der Gastgeber am Boden. Was war passiert? „Ein Zuschauer hielt mich an der Außenlinie fest“, so Sinisa Veselinovic nach dem Spiel. „Der Buchholzer kam auf mich zu, deutete eine Kopfnuss an und ließ sich dann fallen. Ich habe den nicht einmal berührt.“ Die Szene sorgte aber zumindest für ordentlich Stimmung, es gab keine Schiedsrichter-Entscheidung mehr, die nicht lautstark vom Anhang der Nordheider kritisiert wurde. Und Buchholz gab nun Gas: Jonas setzte den Ball auf die Latte (86.), Höcker rettete in höchster Not gegen Kömürcü (88.).

Wir konnten wiederum mit dem sich uns bietetenden Freiraum nichts anfangen. „Wenn man nach einer 3:0-Führung zurückschaltet, sollte man wenigstens seine Torchancen nutzen“, sprach Heyne die vielen unzureichend ausgespielten Kontermöglichkeiten an. Erst in der Nachspielzeit machte Norderstedt den Deckel drauf. Wieder war es der glänzend aufgelegte Johann von Knebel, der einen Pass von Nils Brüning humorlos zum 4:1 verwertete (90.+1). Und Brüning setzte, nach zuvor zwei Torvorlagen, dann höchstpersönlich den Schlußpunkt und traf aus unmöglichem Winkel fast von der Grundlinie zum 5:1 Endstand (90.+3) – unser einziges Tor des Spiels, an dem Johann von Knebel nicht beteiligt war. Der wollte seine Leistung aber nicht zu hoch aufhängen. „Ich stand einfach vorne ein paar mal richtig und hab einmal mit etwas Glück quergelegt“, so von Knebel im Anschluss an die Partie.

Mit dem Sieg löste unsere Mannschaft das Ticket fürs Viertelfinale, wo es im Elbe-Stadion gegen den Wedeler TSV geht. Der Spieltermin wird in Kürze bekannt gegeben.

Tore:
0:1 Philipp Koch (11.; direkter Freistoß)
0:2 Johann von Knebel (29.; Vorlage: Nils Brüning)
0:3 Marcel Peters (44., Eigentor)
1:3 Can Kömürcü (75.)
1:4 Johann von Knebel (90.+1; Vorlage: Nils Brüning)
1:5 Nils Brüning (90.+3; Vorlage: Sinisa Veselinovic)

Unser Team:
Höcker – Marcos, Bojadgian, Mandic, Brown (c) – Koch, Nyarko (46. Meien) – Brüning, von Knebel, Büyükdemir (87. Baghdadi) – Lüneburg (74. Veselinovic)