Herren

Bittere Heimniederlage

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Das tut weh: Mit 0:4 verlieren wir heute nachmittag zu Hause gegen den bislang auswärts punktlosen 1.FC Germania Egestorf/Langreder. Neu-Coach Paul Nieber fand offenbar die richtige Taktik und die richtigen Worte, um seine Mannschaft auf das Spiel heiß zu machen. „Wir haben unseren Plan gut umgesetzt, geduldig verteidigt, auf unsere Chancen gewartet und diese dann auch genutzt, auch wenn wir in der ersten Halbzeit einige Male mit Glück verteidigt haben“.

Wir traten in derselben Besetzung an, die am vergangenen Wochenende bei der U23 von Hannover 96 mit 2:1 gewinnen konnte. „Wir können in dieser Liga gegen jede Mannschaft gewinnen“, sagte Dirk Heyne mit Blick auf das Spiel in Hannover, um dann mit Bezug auf das heutige Spiel nachzuschieben „wir können aber auch gegen jede Mannschaft verlieren, wenn nicht alles hundertpozentig stimmt.“

Es ging recht vielverprechend los. Jordan Brown hatte die erste Torannäherung, sein Kopfball nach Flanke von Marxen war aber zu unplatziert (6.). Ein scharf getretener Freistoß von Bork war wenige Zentimeter zu hoch für Coffie, der den Ball nicht richtig mit dem Kopf traf (8.) und Toksöz versuchte es aus 30 Metern, setzte aber zwei Meter zu hoch an (12.). Drei Minuten später die kalte Dusche: Gaida fing einen Ball von Toksöz ab, über Novotny kam der Ball zu Engelking, der nicht entscheidend gestört wurde und aus 18 Metern zur Führung traf. Ein Treffer, der symptomatisch für den folgenden Spielverkauf sein sollte: „Der Unterschied zwischen Egestorf und uns war ganz einfach das Führen der Zweikämpfe“, monierte Dirk Heyne. „Ich habe schon nach dem Spiel in Hannover gesagt, dass die schweren Spiele jetzt erst kommen.“ Denn am schwersten tut sich unsere Mannschaft erfahrungsgemäß gegen Teams, die über den Kampf kommen und schnell nach vorne umschalten. „Da sind andere Qualitäten gefragt als gegen Hannover. Wir müssen energisch und mit Körpereinsatz spielen und auf die zweiten Bälle gehen. Das haben wir heute nicht gemacht und daher richtig vor die Fresse gekriegt.“

Den von einer Auswärtskrise geplagten Gästen fiel nun offensichtlich eine Last von den Schultern, sie wirkten befreiter und machten einen gefestigteren Eindruck als noch in der Anfangsphase. Und hatten noch vor dem Pausenpfiff die Möglichkeit, auf 2:0 zu erhöhen. Nach einer Flanke von Teichgräber kam Torschütze Engelking heran gerauscht und köpfte den Ball an den Pfosten. Wir hatten nach einer Flanke von Koch noch vor der Pause die Möglichkeit zum Ausgleich zu kommen, doch von Knebel musste sich erst den Ball zurechtlegen und vergab damit eine vielversprechende Torchance.

Anstatt eines Norderstedter Sturmlaufes ging es nach der Pause wie in der ersten Halbzeit weiter. Egestorf setzte zu einem schulbuchmäßigen Konter an, an dessen Ende Behnsen Beismann bediente, der Höcki zum 0:2 überlupfte (51.). Heyne reagierte, brachte Lüneburg für von Knebel, Drinkuth ging auf Linkaußen, Brisevac rückte in die Mitte. Zunächst schien der Plan aufzugehen: Bork zielte aus 25 Metern knapp zu hoch (56.), nach einer feinen Aktion von Toksöz auf dem linken Flügel legte der eingewechselte Lüneburg per Brust auf Drinkuth ab, der den technisch anspruchsvollen Ball jedoch nicht optimal traf (57.). Besser machten es die Gäste: nach einem Eckball von der linken Seite setzte sich Marvin Schlömer in der Mitte durch und traf per Kopf zum 0:3 (64.). Beiuns war nun die Luft raus, auch wenn Lüneburg noch einmal eine gute Kopfballchance nach Flanke von Bork hatte (69.).

GEL-Trainer Nieber bewies dagegen sein glückliches Händchen: alle drei eingewechselten Spieler waren am Schlußpunkt beteiligt. Ilic und Wiechens setzen sich auf der rechten Seite per Doppelpass durch, Bork ließ Ilic ungestört in die Mitte passen, wo der ebenfalls eingewechselte Homeier vor Coffie an den Ball kam und ihn nur noch über die Linie drücken musste. „Ich bin erst einmal froh, dass wir den Auswärtsfluch besiegt haben“, sagte Egestorf-Trainer Nieber nach dem Spiel.

Sein Gegenüber haderte einmal mehr mit den vielen individuellen Fehlern seiner Hintermannschaft. „Das waren alles Tore, wo uns die Zweikampfführung gefehlt hat, das ist die klare Erkenntnis heute“, zeigte sich Heyne enttäuscht. „Vielleicht war auch ein bißchen Unterschätzung des Gegners auf dem Platz“, suchte er nach Erklärungen für die deutliche Niederlage. „Wobei es dafür keinen Grund gibt, da wir gegen Mannschaften, die das Kämpferische und das Umschaltspiel bevorzugen, sicherlich noch Nachholbedarf haben. Das hat sich heute leider bewahrheitet.“

Zum Rückrundenbeginn empfangen wir am kommenden Sonntag mit dem BSV Schwarz-Weiss Rehden einen weiteren Gegner, der in die Kategorie kampfstark und schnelles Umschaltspiel passt, im Edmund-Plambeck-Stadion.

Tore:
0:1 Torben Engelking (15.)
0:2 Christoph Beismann (50.)
0:3 Marvin Schlömer (64.)
0:4 Jos Homeier (84.)

Unser Team:
Höcker – Bork, Coffie, Mandic, Marxen (85. Can) – Koch (62. Facklam), Toksöz – Brisevac, von Knebel (51. Lüneburg), Brown (c) – Drinkuth

Gelbe Karte: Bork (3), Drinkuth (3)

Zuschauer: 335