Herren

Niederlage in Oldenburg

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„Das war das mit Abstand schlechteste Spiel der Saison“, rief mir unser Edelfan und Allesfahrer Dieter nach dem Schlusspfiff zu. Ich hätte ihm nur zu gerne widersprochen, allerdings fehlten mir die Argumente.

Fairerweise muss man allerdings dazu sagen: der VfB Oldenburg hat heute über 90 Minuten eine wirklich hervorragende Leistung gezeigt. Neu-Trainer Marco Elia konnte beim VfB, der bis heute nur einen Sieg in zehn Spielen vorweisen konnte, offenbar einige Kräfte freisetzen, denn die Oldenburger gingen von Anfang an hohes Tempo und setzen unsere Mannschaft über die starken Außenspieler unter Dauerdruck. Auf dem linken Offensivflügel hatte Juri Marxen so seine Probleme mit Celikyurt und Temin, über rechts wirbelte Richter gegen Jan-Philipp Rose. Zudem war Hugo Magouhi in der Mitte ein steter Unruheherd. Nach einer halben Stunde hätte Oldenburg schon mit 2:0 führen können, doch die Treffer von Hugo Magouhi (10.) und Gazi Siala (30.) zählte auf Grund einer Abseitsstellung nicht. Zudem hatten Temin (3./7./22.) und Magouhi (15.) schon früh vielversprechende Chancen für die Oldenburger.

Trainer Dirk Heyne hatte schon nach einer halben Stunde genug gesehen und reagierte mit einem Doppelwechsel: Johann von Knebel und Marin Mandic kamen für Nick Brisevac und Juri Marxen. Verbesserung stellte sich allerdings nur kurzzeitig ein. Philipp Koch sah auf dem linken Flügel Jan-Philipp Rose, der viel Platz zum Flanken hatte. In der Mitte stieg Mats Facklam am höchsten und traf mit der ersten guten Offensivaktion zur völlig überraschenden Führung (38.). Kurz vor der Pause bekam der VfB noch die Chance zum Ausgleich. Richter brachte den Ball von der rechten Seite in die Mitte, wo Magouhi verfehlte und Coffie retten konnte (41.). Die Oldenburger Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft trotz des Rückstandes mit warmem Applaus in die Kabine.

„Spielentscheidend war für uns die Halbzeitpause, als die Spieler mit Applaus in die Kabine gegangen worden sind. Das tut den Spielern gut und war die Initialzündung für uns zu sagen, dass wir genau so weiter spielen wollen wie in der ersten Halbzeit mit dem Unterschied, dass wir unsere Chancen machen wollen“, sagte VfB-Trainer Marco Elia nach dem Spiel. Den unbedingten Willen, das Spiel zu drehen, zeigte vor allem einer: Pascal Richter. Nachdem der Schiedsrichter Vorteil anzeigte, ging Richter kraftvoll über die rechte Außenbahn nach vorne und zog einfach mal ab – sein Fullspeed-Geschoss konnte Höcki nicht mehr parieren (56.).  Und es kam, wie es zu befürchten war. Wenn der Knoten geplatzt ist, wird es schwer. Erneut war es Richter, der Magouhi den Ball in Mittelstürmer-Position zukommen ließ. Diesmal machte es der Angreifer besser als im ersten Abschnitt und drückte das Leder über die Linie (65.).

Unsere Mannschaft tat sich gegen die freigewordenen Oldenburger Kräfte weiterhin schwer und ließ drei Eigenschaften vermissen, die sie sonst so stark macht: Ballsicherheit, Passgenauigkeit und das schnelle Umschaltspiel nach vorne. Immer wieder waren die Oldenburger einen Schritt schneller am Ball, immer wieder gingen Bälle, die in der Abwehr erkämpft wurden, auf Höhe der Mittellinie verloren. Verloren ging auch Kapitän Philipp Koch, der nach 79 Spielminuten mit der Ampelkarte vom Feld musste. Nachdem er in Halbzeit 1 bereits für Halten verwarnt wurde, traf er bei dem Versuch, den Ball lang ins Zentrum zu schlagen seinen Gegenspieler unglücklich und sah daraufhin die zweite gelbe Karte. Peinlich dagegen, wie Koch daraufhin von einigen Oldenburger Zuschauern beschimpft wurde – selbst mit neutraler Brille war klar zu sein, dass er nur den Ball im Blick hatte und seinen Gegenspieler gar nicht gesehen hat. Zu diesem Zeitpunkt war der Drops allerdings schon gelutscht: Gazi Siala stellt nach einem Eckball von Celikyurt  den 3:1-Endstand her (75.). Bei unseren Offensivaktionen blieb es bei Ansätzen. So rettete der sehr gut mitspielende Torhüter Kisiel vor seinem Strafraum nach tollem Pass von Veselinovic gegen Drinkuth (71.), Veselinovic traf nach einer Flanke von Toksöz per Kopf aufs Tordach (85.).

Lange Zeit zum Nachdenken bleibt unserer Mannschaft nicht: bereits am Mittwoch geht es im Pokal beim FC Elmshorn weiter, ehe am kommenden Sonntag der SSV Jeddeloh zu Gast in Norderstedt ist.

Tore:
0:1 Mats Facklam (38., Vorlage: Jan-Philipp Rose)
1:1 Pascal Richter (55.)
2:1 Hugo Magouhi (63.)
3:1 Gazi Siala (78.)

Unser Team:
Höcker – Rose, Coffie, Mohr, Marxen (35. Mandic) – Koch (c), Tosköz  – Facklam  (75. Brown), Brisevac (35. von Knebel), Drinkuth – Veselinovic

Gelbe Karte: Koch, von Knebel
Gelb-Rote Karte: Koch (79., wiederholtes Foulspiel)

Zuschauer 1.002