Herren

Mit toller Leistung zum 3:2-Sieg!

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Als Schiedsrichter Zielsdorf die Partie abpfiff, brandete Applaus von den 485 Zuschauern im Edmund-Plambeck-Stadion auf. Sie waren Zeuge eines hochklassigen und spannenden Regionalliga-Spiels geworden, bei dem sich die Hausherren mit 3:2 gegen die Reserve von Holstein Kiel durchsetzten. „Norderstedt hatte die Effektivität im Spiel, wir nicht. Von daher geht der Sieg dann auch in Ordnung“, gab Störche-Trainer Ole Werner nach dem Spiel zu. Sein Gegenüber zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. „Es ist ein wichtiger Sieg nach dem bisherigen Saisonstart. Zudem denke ich, dass Kiel eine sehr, sehr gute Mannschaft ist.“

Unsere Mannschaft zeigte sich von Beginn an lauf- und einsatzstark, ganz anders als noch unter der Woche im Pokal beim SC Poppenbüttel. Sie attackierte den Aufsteiger früh im Aufbauspiel und zwang ihn so immer wieder zu Fehlern. Nach 20 Minuten hatte sich die Eintracht mit ihrem laufintensiven Spiel Respekt erarbeitet und die Kontrolle über das Spiel gewonnen. Philipp Koch, der im zentralen Mittelfeld eine ganz starke Leistung ablieferte und viele Bälle gewann, erkämpfte sich den Ball und schickte Felix Drinkuth auf die Reise, dessen Hereingabe Nick Brisevac knapp neben das Tor setzte (26.). Mitten in die Drangphase hinein unterlief Kapitän Jordan Brown, der sich erst nach dem Abschlußtraining fit meldete, ein Fehler: er nahm den Ball mit der Brust an, wurde dabei aber von Niebergall gestört, der ihm die Kugel abnahm, noch zwei Schritte ging und wunderschön ins Netz schlenzte (33.). „Die individuellen Fehler ziehen sich wie ein roter Faden durch die Saison“, sagte der Unglücksrabe nach dem Spiel. „Leider passiert mir das in einer Phase, wo wir gerade am Drücker waren. Aber wir sind dann sehr gut zurückgekommen.“

Während die Norderstedter Zuschauer, die bislang in jedem Spiel Geschenke ihrer Mannschaft an den Gegner sahen, schon den alten Roland-Kaiser-Gassenhauer „Ich glaub es geht schon wieder los…“ im Ohr hatten, erzielte Drinkuth den postwendenden Ausgleich. Nach einer Flanke von Choi fingerte Weiner seinen Kopfball zwar noch aus der kurzen Ecke, doch im Nachsetzen stocherte der Stürmer den Ball aus spitzem Winkel über die Linie (35.). Nur drei Minuten gingen wir nach einer Co-Produktion der beiden überragenden Spieler auf dem Feld in Führung. Drinkuth setzte die Hintermannschaft unter Druck, Foits Pass landete bei Koch, der umgehend auf Brisevac weiterleitete. Der wurschtelte sich gegen drei Kieler durch und passte auf Veselinovic, der aus der Drehung zum 2:1 traf (38.). Das war auch der Halbzeitstand, wobei beide Mannschaften noch eine gute Möglichkeit hatten. Höcker entschärfte Niebergalls Schuss mit einer starken Flugeinlage (40.), Weiner fischte Drinkuth das Leder im letzten Moment vom Fuß (42.). „Wir waren in dieser Phase im eigenen Spiel zu mutlos und gegen den Ball zu passiv, das wird dann eben bestraft“, monierte KSV-Coach Werner.

Nach der Pause wollten unsere Jungs die frühe Entscheidung herbeiführen, doch Brisevac (50.) und Meien (56.) vergaben aus aussichtsreicher Position, ehe die beiden Hauptdarsteller des Spiels für das 3:1 sorgten: Brisevac lief tief aus der eigenen Hälfte ungestört über das halbe Spielfeld und fand im richtigen Moment die Lücke für Drinkuth, der sich gegen zwei Kieler durchsetzte und flach in die rechte Ecke zum 3:1 traf (58.).

„Ab der 65. Minute war das Spiel etwas am kippen, da sind etwas die Kräfte geschwunden in einer Phase, wo wir eigentlich mehr Ballkontrolle hätten haben müssen“, musste Heyne zugeben und nahm seine Mannschaft, für die es bereits das fünfte Pflichtspiel innerhalb von zwei Wochen bei teilweise sehr hohen Temperaturen war, gleichzeitig in Schutz. Die Kieler, die die Anfangsphase der zweiten Hälfte komplett verschliefen, übernahmen die Kontrolle und versuchten es immer wieder mit langen Bällen in die Sturmspitze. Awuku traf ans Außennetz (65.), Kulikas setzte einen Kopfball knapp daneben (66.), ein abgefälschter Schuss landete am Außenpfosten (70.) und Höcker reagiert zweimal erstklassig gegen Mohr (71./81.). Zumindest sollte es für die Jungstörche noch zum Ehrentreffer reichen: nach einem langen Ball von Born räumte Höcki sowohl Ball als auch Kiels Foit ab – der gute Schiedsrichter Zielsdorf pfiff Elfmeter, Proteste gab es keine. Der ehemalige Norderstedter Kulikas ließ sich die Chance nicht entgehen und traf in der Nachspielzeit zum 3:2.

Kiel Coach Ole Werner hatte nach dem Spiel ein zwiegespaltenes Fazit: „Wir sind mit dem Ergebnis und zwei Phasen im Spiel nicht zufrieden. Zum einen die Phase um die beiden Gegentore in der ersten Halbzeit, zum anderen die Anfangsphase der zweiten Halbzeit. Ansonsten bin ich mit der Leistung meiner Mannschaft über weite Strecken des Spiels sehr zufrieden.“

„Wir haben in der ersten Halbzeit früh gestört, keinen Spielaufbau zugelassen, viele Bälle im Mitteleld gewonnen und zweite Bälle geholt und dann fällt so ein blödes Gegentor. Aber die Reaktion mit zwei Toren hintereinander war natürlich klasse“, lobte Dirk Heyne die Leistung und Mentalität seiner Spieler.

 

Tore:
0:1 Felix Niebergall (33.)
1:1 Felix Drinkuth (35.; Vorlage: Kangmin Choi)
2:1 Sinisa Veselinovic (38., Vorlage: Nick Brisevac)
3:1 Felix Drinkuth (50., Vorlage: Nick Brisevac)
3:2 Laurynas Kulikas (90.+1, Foulelfmeter)

Unser Team:
Höcker – Rose, Mandic, Coffie, Brown (c) – Koch, Meien – Choi (69. Stannis), Brisevac (90. Marxen), Drinkuth – Veselinovic (76. Facklam)