Herren

Remis in Oldenburg

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„Wir sind beschissen worden!“ fasste Oldenburg-Trainer Dario Fossi die Gemütslage der Oldenburger nach der Partie zusammen. „Es war ein Foul, aber eine rote Karte in einem bis dahin fairen Spiel zu zücken und danach 60 Minuten kein Foul mehr zu pfeifen? Danach pfeift er nur noch einmal Foul beim Freistoß zum 2:2. Ich fühle mich beschissen, meine Jungs hatten den Sieg verdient gehabt.“ Mit den Worten echauffierte er sich über den Platzverweis von Erdogan, der im Mittelfeld den Ball hatte, von Jordan Brown gekreuzt wurde und diesen dabei von hinten traf. Schiedsrichter Benen zückte glatt Rot (33.) und verwies den sich lautstark beschwerenden Trainer Fossi auf die Tribüne, während Brown verletzt ausgewechselt werden musste. Für ihm kam der sehr agile Juri Marxen.

Für uns grüßte schon nach etwas mehr als 60 Sekunden das Murmeltier, die neu gewonnene Tradition der frühen Gegentore setzte sich fort: nach einem Eckball bekamen wir den Ball nicht geklärt, eben jener Erdogan nickte den Ball zur frühen Führung ins Tor (2.) „Das frühe 0:1 haben wir nicht gut verdaut“, musste Dirk Heyne nach dem Spiel zugeben. „Wir haben danach nie Ruhe in unser Spiel bekommen.“ Die Oldenburger standen in der Verteidigung stark, schalteten extrem schnell um und waren bei ihren Kontern brandgefährlich, während unsere Jungs den Ball gefällig laufen ließen, allerdings nicht weiter als 20 Meter vors Tor der Gastgeber kamen. Ausnahme: in der 22. Minute flankte Drinkuth von rechts, Brisevac‘ Schuss wurde nach oben abgefälscht und landete auf dem Kopf von Veselinovic, der zum Ausgleich traf.

Wie schon unter der Woche gegen Bremen schien uns die Überzahlsituation eher zu hemmen, man schien beeindruckt von der humorlosen Spielweise des Aufsteigers und fand kaum Mittel, um die starke Oldenburger Defensive unter Druck zu setzen. Im Gegenteil, das schnelle Umschaltspiel des Aufsteigers sorgte immer wieder für Gefahr – und für die erneute Führung. Nach einem starken Ball auf den rechten Flügel nahm Sandoghbar Fahrt auf, flankte butterweich in die Mitte, wo Blömer den Ball perfekt mit dem Kopf erwischte und die Führung wiederherstellte (37.).

Auch in der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild nicht. Wir versuchten es, kamen aber nicht in die gefährliche Zone, während Oldenburg hinten sicher stand und immer wieder Konter fuhr. Nachdem Brisevac mit einem direkten Freistoß aus 20 Metern für den Ausgleich sorgte (72.), setzte ein offener Schlagabtausch ein. Um ein Haar hätten unsere Jungs die Partie noch gedreht, doch Veselinovic traf mit seinem Kopfball in der Schlusssekunde nur den Pfosten, so dass es beim 2:2 bliebt. Der enttäuschte VfL-Coach Fossi verglich seine Gefühlslage mit der von Dirk Heyne nach dem Spiel in Rehden und schloss die Pressekonferenz mit den Worten „Für mich ist es eine gefühlte Niederlage.“

Tore:
1:0 Efkan Erdogan (2.)
1:1 Sinisa Veselinovic (23., Vorlage: Nick Brisevac)
2:1 Lennart Blömer (37.)
2:2 Nick Brisevac (72.; direkter Freistoß)

Unser Team:
Höcker – Rose, Mandic, Coffie, Brown (c) (36. Marxen) – Koch, Toksöz (65. Facklam) – Choi (46. Can), Brisevac, Drinkuth – Veselinovic