Herren

1:4-Niederlage in Wolfsburg

_DSC_1776_slider

Wolfsburg war in den vergangenen Jahren häufiger Drehort für Norderstedter Horrorfilme. Nach 22 Minuten wähnten sich die mitgereisten Norderstedter Fans wie in einer Fortsetzung dieser Filmreihe, denn zu diesem Zeitpunkt führten die Gastgeber bereits mit 3:0 gegen die von Dirk Heyne neu formierte Mannschaft.

So bekam Lars Huxsohl den Vorzug vor Johannes Höcker und, soviel sei vorweg genommen, zahlte das Vertrauen des Trainers mit einer starken Leistung zurück. Jan Schrage gab nach dem Ausfall von Jordan Brown überraschend auf der Rechtsverteidigerposition sein Startelfdebüt, zudem begann Marlon Stannis für Sinisa Veselinovic.

Schon nach sechs Minuten kam die kalte Dusche: Möbius schlug einen Eckball in die Mitte, Franke kam mit dem Kopf an den Ball, per Billard-Effekt landete der Ball erneut bei Franke, der aus fünf Metern abzog, dabei noch einen Mitspieler traf und der Ball so unhaltbar im Norderstedter Tor landete. Nach 20 Minuten erhöhten die Jungwölfe auf 2:0. Badu spielte einen Ball scharf in die Mitte, Torjäger Blaz Kramer kam eine Fußspitze vor Marcus Coffie an den Ball und traf. Noch bevor sich unsere Jungs von dem Schock erholt hatten, stand es 3:0. Hanslik schickte Justvan direkt in die Tiefe, der plötzlich alleine vorm Tor stand und den Ball an Lars Huxsohl vorbei ins Netz zum 3:0 (22.) schob. Zu diesem Zeitpunkt hätte es auch noch schlimmer aussehen können, doch der hervorragend aufgelegte Keeper Huxsohl rettete zunächst zehn Meter vor seinem Tor per Fuß vor Kramer (8.), dann per Faust gegen eine Direktabnahme aus 12 Metern von Hanslik (14.) und wenig später erneut gegen Kramer, der aus spitzem Wechsel an unserem Torhüter scheiterte.

Die Norderstedter Fans ließen sich vom Spielstand nicht entmutigen und feuerten ihr Team weiterhin an. Nach einer knappen halben Stunde kamen wir besser ins Spiel. Marlon Stannis sendete ein erstes Lebenszeichen in Richtung Wolfsburger Tor, doch sein Schuß aus 16 Metern ging deutlich drüber (32.). Wolfsburg hatte erneut durch Kramer per Kopf nach einem Eckball eine gute Torchance, doch Deran Toksöz rettete auf der Linie, bevor der VfL zum Nachschuß kam, spitzelte Linus Meyer den Ball weg (36.).

Nach dem Pausentee ließ unsere Mannschaft deutlich weniger zu und konnte das Spiel deutlich offener gestalten. Es dauerte bis zur 60. Minute, ehe es vor dem Tor wieder gefährlich wurde: Steven Lindener verlor den Ball an Badu, der Kramer steil schickte. Dessen Hereingabe landete vor den Füßen von Hanslik, doch erneut war Huxsohl zur Stelle und rettete per Fuß. Auf der anderen Seite legte Linus Meyer den Ball auf Felix Drinkuth zurück, doch seinen Schuß aus 11 Metern rettete Marvin Sarr auf der Linie (65.). Nichts zu retten gab es nach 67 Minuten: Nach einem Foul an Linus Meyer traf Felix Drinkuth aus 20 Metern halbrechte Position per direktem Freistoß zum 1:3 Anschlußtreffer. Für mehr sollte es aber nicht mehr reichen. Den Schlußpunkt setzte Murat Saglam, der einen Foulelfmeter zum 4:1 verwandelte (89.).

Man merkt jetzt, in der späten Phase der Saison, bei den Amateur-Mannschaften recht deutlich, dasss Ihnen die ganzen Nachholspiele in den Knochen stecken – damit stehen wir nicht alleine da. Von daher ist es auch nicht verwunderlich, dass eine Profi-Mannschaft wie der VfL Wolfsburg einfach mehr Reserven hat. Und auch, wenn das Ergebnis anderes vermuten lässt: Wolfsburg war über 30 Minuten die klar bessere Mannschaft, ja. Aber danach war das Spiel über weite Phasen relativ ausgeglichen. Am Mittwoch heißt es noch einmal: Zähne zusammen beißen und noch einmal für 90 Minuten Gas geben – dann ist Sommerpause und Zeit, die Batterien neu aufzuladen.

Für Linus Meyer und Steven Lindener war dies das letzte Spiel für unsere Mannschaft, beide werden am Mittwoch in Rehden nicht mehr dabei sein. Auch wenn wir es schon mehrfach gesagt haben: Danke, Jungs! Danke für alles. Habt einen schönen Urlaub! Ich bin mir sicher, wir werden uns wiedersehen.

 

VfL Wolfsburg vs. FC Eintracht Norderstedt 4:1 (3:0)

Unsere Mannschaft:
Huxsohl – Lindener (62. Rose), Mandic (c), Coffie, Schrage – Koch, Toksöz – Stannis (46. Veselinovic), Meyer, Drinkuth – Choi

Tore:
1:0 Dominik Franke (6.)
2:0 Blaz Kramer (20.)
3:0 Julian Justvan (22.)
3:1 Felix Drinkuth (67., direkter Freistoß)
4:1 Murat Saglam (89., Foulelfmeter)

Schiedsrichter: Theodor Potiyenko (Hude)

Gelb: keine

Zuschauer: 257