Herren

3:0-Erfolg gegen Lübeck!

EN FUEN Eintracht Norderstedt VfB Lübeck Linus Meyer Tor_slider

Das Hinspiel in Lübeck blieb wohl allen Norderstedtern vielfach in schlechter Erinnerung: Platzverweis gegen Philipp Koch, mit der schlechtesten Saisonleistung 0:3 verloren und damit die Horrorserie von zehn sieglosen Spielen eingeleitet. Und hätte der VfB nicht in der Halbzeit den Fuß vom Gaspedal genommen, wäre es wohl noch schlimmer gekommen. Das heutige Rückspiel im Edmund-Plambeck-Stadion war wíe eine Kopie des Hinspiels, nur mit vertauschten Rollen.

Dabei standen die Vorzeichen nach den langfristigen Ausfällen von Jan Lüneburg und Hamajak Bojadgian ungünstig. Dafür rutschte Marin Mandic nach kurzer Baby-Auszeit wieder in die Startelf, für Lüne startete natürlich Sinisa Veselinovic. Tolles Fußball-Wetter im Edmund-Plambeck-Stadion, bei 22 Grad und Sonne fanden sich 810 Zuschauer im Stadion ein, davon gut 150 aus Lübeck. Die machten aber gleich mal lange Gesichter, denn es waren gerade einmal zehn Minuten um, da spielte Deran Toksöz einen tollen Pass in den Lauf von Felix Drinkuth, der sich gegen einen Gegenspieler durchsetzte und in die Mitte flankte. Dort kam Meyer vor Thelen an den Ball und spitzelte das Leder an Gommert vorbei ins Tor zur frühen Führung (10.).

Die Lübecker konnten sich in der folge etwas befreien, konnten aber lediglich durch einen Schuß von Löffler, der sich nach Pass von Hoins gegen Brown und Koch durchsetzte, in die Mitte ging und aus 14 Metern Robben-like abzog, Torgefahr ausstrahlen. „Wir haben nicht gut ins Spiel reingefunden“, musste VfB-Coach Landerl eingestehen. Wirklich besser wurde es auch in Halbzeit zwei nicht. „Wir haben die Qualität nicht auf den Platz gebracht. Bei uns hat heute von allem ein bißchen gefehlt“, kritisierte Landerl. Qualität zeigte dagegen unsere Elf. Hoins verdaddelte den Ball gegen Jordan Brown, der schaltete schnell um, spielte einen weiten Diagonalball auf Dane Kummerfeld, der 18 Meter vor dem Tor Platz hatte und mit dem linken Vollspann abzog – der Ball schlug unhaltbar im Lübecker Tor ein (55.). „Das war fantastisch“, lobte Trainer Dirk Heyne Vorbereiter und Torschütze.

Der 3:2-Sieg gegen den TSV Havelse nach langer Durststrecke war also in der Tat der von Dirk Heyne heraufbeschworene „Brustlöser“. Mit der erneuten Führung im Rücken kehrte die in den letzten Wochen vermisste Leichtigkeit kehrte zurück, man spielte souverän ohne dabei zu glänzen. Wieviel sich beim Fußball tatsächlich im Kopf abspielt, konnte man nun sehen – allen voran bei Linus Meyer, der in den letzten Spielen häufig gut spielte, aber ums Verrecken nicht den Ball im Tor unterbringen konnte. Seit seinem Treffer in Braunschweig ist er wieder voll da und traf fünf mal in Folge. Getreu dem Motto „der Stürmer ist der erste Verteidiger“ lief er Lübeck-Keeper Gommert früh an und wurde von ihm angeschossen, den Abpraller holte sich Meyer, ging Richtung Grundlinie und legte für Veselinovic zurück, der noch an Gommert scheiterte, doch der ebenfalls mit aufgerückte Felix Drinkuth, ebenfalls mit stark steigender Formkurve, drückte den Ball zum 3:0 über die Linie (63.). Zu diesem Zeitpunkt waren die Gäste nur noch zu zehnt – Daniel Halke wurde nach zwei gelbwürdigen Fouls mit der Ampelkarte vom Platz gestellt (59.). Entsprechend kam von Lübeck nach vorne nicht mehr viel, einzig der eingewechselte Sezer traf nochmal das Außennetz (71.), ansonsten verlebte die Norderstedter Defensive einen erstaunlich ruhigen Nachmittag bei sommerlichen Temperaturen. „Ich bin total zufrieden“, resümierte Dirk Heyne, „wie die Mannschaft Moral zeigt und die Bedingungen annimmt.“

Damit warten die Lübecker weiterhin auf den ersten Sieg im Edmund-Plambeck-Stadion seit 1994 (!) – damals natürlich noch gegen den 1.SC Norderstedt.

 

Unsere Mannschaft:
Höcker – Rose, Mandic (c), Coffie, Brown – Koch, Toksöz – Kummerfeld (77. Choi), Meyer (83. Marxen), Drinkuth (88. Lindener) – Veselinovic

Tore:
1:0 Linus Meyer (10., Vorlage: Felix Drinkuth)
2:0 Dane Kummerfeld (55.; Vorlage: Jordan Brown)
3:0 Felix Drinkuth (63.)

Schiedsrichter: Christian Scheper (Emstek)
Gelb: –
Zuschauer: 810