Herren

Heimsieg gegen Havelse!

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„Eintracht und der TSV“ schallte es durchs Edmund-Plambeck-Stadion – und das hatte seinen Grund. Nachdem die Havelser Jungs den Norderstedter Fans beim Hinspiel bei Starkregen auf ihrer Tribüne Zuflucht gewährten, bekamen Sie vom DFB einen Fairplay-Award verliehen. „DFB-Preis? Der wahre Preis ist Fanfreundschaft“ stand auf einem großen Transparent zu lesen, dass beide Fangruppen, die heute Seite an Seite standen, zum Einlaufen der Mannschaften hochhielten. „Das war schon ungewohnt“, sagte Jordan Brown nach dem Spiel. „Aber es ist schön zu sehen, dass es auch so geht.“

Während es auf den Rängen harmonisch zuging, hatte auf dem Platz das Motto „hart aber herzlich“ Vorrang. Beide Mannschaften waren mit reichlich Sand im Getriebe aus der Winterpause gekommen – die Gastgeber noch sieglos, Havelse konnte nur in Oldenburg siegen – und wollten das Spiel unbedingt gewinnen. Auf schwer zu bespielendem Rasen entwickelte sich schnell ein Kampfspiel mit dem besseren Start für die Gäste, für die es das dritte Spiel in nur fünf Tagen war – Kyereh zog aus 23 Metern einfach mal ab, der Ball versprang auf dem unebenen Rasen direkt vor Johannes Höcker und schlug zum 0:1 ein (22.). Bis zum Strafraum waren wir die aktivere Mannschaft, kamen aber erst nach 31 Minuten zum Abschluß. Der genesene Dane Kummerfeld flankte Richtung Elfmeter-Punkt, Jan Lüneburg ließ den Ball für Felix Drinkuth abtropfen, der den Ball volley in die zweite Etage drosch. Kurz vor der Pause kam Eintracht zum verdienten Ausgleich: Nach einer von vielen strittigen Entscheidungen von Schiedsrichter Markus Büsing, dessen Zweikampfbewertungen auf beiden Seiten für viel Unmut sorgten, standen Deran Toksöz und Felix Drinkuth zum Freistoß bereit. Während alle eine Flanke von Toksöz erwarteten, schoß Drinkuth den Ball aus etwa 25 Metern um die Mauer herum zum Ausgleich flach in die kurze Ecke (43.).

Deutlich temperamentvoller begann die zweite Halbzeit – eine langen Ball von Kummerfeld nahm Meyer auf der linken Seite traumhaft mit dem rechten Außenrist mit, drang an Fölster vorbei in den Strafraum ein und überlistet Torhüter Paatzsch aus kurzer Distanz – das 2:1 (48.). Doch die Gäste drängten auf den Ausgleich: nach einem Freistoß konnte zunächst Veselinovic einen Schuß der Havelser abblocken, der zweite Versuch ging in die Tormitte, wo Höcki den Ball mit einer Faust klärte, dabei aber von einem Havelser ziemlich abgeräumt wurde (53.). Statt Freistoß Norderstedt gab es Eckball für Havelse, den Cicek auf den Kopf von Plume brachte – erneut konnte Höcker per Faust klären.

Ein kapitaler Bock des gerade zuvor eingewechselten Degner hätte beinahe für die Entscheidung gesorgt. Sein Versuch eines langen Balles nach vorne wurde von Linus Meyer geblockt und prallte in Richtung Jan Lüneburg, der schneller am Ball war als der herausgeeilte Keeper und alleine aufs leere Tor zuging, mit dem Abschluss aber so lange wartete, bis Degner zurück geeilt war und den Ball vor der Linie klären konnte. Drei Minuten später schlug Dane Kummerfeld eine Flanke auf den Kopf von Felix Drinkuth, dessen Aufsetzer Keeper Paatzsch mit den Fingerspitzen von der Linie kratzen konnte.

Eine alte Fußballweisheit sagt: „Wenn du sie vorne nicht machst, kriegst du sie hinten rein.“ 80 Minuten waren gespielt als Holm an der Norderstedter Strafraungrenze hart gegen Veselinovic einstieg – der Schiedsrichter ließ weiterspielen, über Gökdemir landete der Ball wieder bei Holm, der den Ball an Höcker vorbei legte und zum Ausgleich einschob. Der Schlußakkord gehörte aber uns – nach einem Einwurf flankte Jordan Brown den Ball von der Seitenauslinie in den Strafraum, der Ball wurde länger und länger und senkte sich über den Torhüter zum 3:2 ins Tor (84.).

Leider gab es bei diesem Spiel gleich fünf (!) Verletzte Spieler, was sicherlich vorrangig der Belastung der letzten Wochen geschuldet ist. Gute Besserung an Havelses Julius Langfeld (Zerrung), Tom Merkens (Muskelprobleme), Tobias Fölster (Sturz auf Ellbogen) sowie Hamajak Bojadgian (muskuläre Probleme) und Jan Lüneburg (geschwollenes Sprunggelenk)!

Ein Sonderlob gab es vom Gäste-Coach heute für Lüne: „Jan Lüneburg macht das vorne überragend, wie er die Bälle verlängert, das ist schwer zu verteidigen“ adelte Christian Benbennek unseren Sturmtank. Dirk Heyne fiel nach dem Spiel ein Stein vom Herz. „Der Sieg war für uns sehr, sehr wichtig. Das macht es für uns sehr viel leichter. Man hat gesehen, dass noch eine gewisse Unsicherheit im Abwehrverhalten und im Abschluß da ist. Ich denke, dass heute beide Mannschaften an die Grenze gegangen sind. Ein Riesen-Kompliment an beide Mannschaften, es war ein toller Fight bei diesem Platz, bei diesen Bedingungen“. Auch Benbennek hatte trotz der Niederlage ein Kompliment für seine Jungs parat. „Es war eine packende Partie. Wir haben in drei Tagen fünf Spiele gemacht. Und auch wenn die Tabelle für uns überhaupt nicht schön aussieht, ist es großartig, was die Jungs hier nach 180 Minuten in den letzten vier Tagen noch geleistet haben. Es war kämpferisch eine Riesen-Leistung. Wenn wir immer mit so viel Herz spielen, werden wir es schaffen, die Liga zu halten.“

Wir drücken den Havelsern dafür alle verfügbaren Daumen, damit wir auch nächstes Jahr wieder zwei so stimmungsvolle Spiele gegen die Männer aus Niedersachsen erleben können.

Die Fakten zum Spiel

Eintracht Norderstedt – TSV Havelse  3:2 (1:1)

Unsere Mannschaft:
Höcker – Rose, Bojadgian (46. Bauman), Coffie, Brown  – Toksöz (c) – Kummerfeld (73. Lindener), Meyer, Choi (46. Veselinovic), Drinkuth – Lüneburg

Tore:
0:1 Daniel Kyereh (22.)
1:1 Felix Drinkuth (43.; direkter Freistoß)
2:1 Linus Meyer (48., Vorlage: Dane Kummerfeld)
2:2 Tobias Holm (80.)
3:2 Jordan Brown (84.)

Gelb: Meyer (3)

Zuschauer: 405