Herren

Pokalkrimi mit Happy End

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„Hauptsache, wir sind weiter“, fasste Sinisa Veselinovic unmittelbar nach dem Spiel zusammen. Und das ist wohl die treffendste aller Beschreibungen, nachdem sich unsere Mannschaft gegen einen ganz starken Oberligisten Niendorfer TSV schwer tat, zur Halbzeit schon mit 0:3 hätte zurück liegen können und am Ende doch noch mit viel Glück die nächste Runde erreichte.

Doch der Reihe nach: das Spiel sollte eigentlich auf dem Rasenplatz des NTSV stattfinden, doch die Stadt sperrte den Rasen nach den anhaltenen Regenfällen, so dass das Spiel kurzfristig auf dem benachbarten Kunstrasenplatz stattfand. Trainer Dirk Heyne verzichtete auf Kapitän Marin Mandic, Felix Drinkuth (beide angeschlagen) und Dane Kummerfeld (Pause). Für Sie spielten Til Bauman, Yayar Kunath und Marlon Stannis. Jordan Brown, Linus Meyer und Sinisa Veselinovic saßen zunächst nur auf der Bank, für sie liefen Juri Marxen, Vico Meien und Jan Lüneburg auf – dafür waren Jan-Philipp Rose und Deran Toksöz wieder in der Startelf. Es gab also einige Veränderungen, was unserer Mannschaft zunächst nicht gut tat.

Niendorf-Coach Ali Farhadi, der auf Leon Meyer und Ante-Akira Kutschke verzichten musste, hatte vor dem Spiel gesagt: „Wir haben uns gut vorbereitet und werden nicht nur Spalier stehen, sondern alles reinwerfen, was wir haben. Wenn wir einen guten Tag erwischen und Norderstedt das Leben schwer machen, haben wir eine Chance, in die nächste Runde einzuziehen.“ Er sollte mit jedem einzelnen Wort recht behalten. Die Niendorfer spielten defensiv stark, sehr diszipliniert, ließen unseren Offensivspielern keinen Raum und stießen immer wieder gefährlich nach vorne. Wie in der 16. Minute, als Pascal Ehrenberg über die rechte Seite kam und in der Mitte Kevin Trenel fand, der die frühe Führung für Niendorf erzielte. Der Weckruf für unsere Mannschaft? Mitnichten. Lars Huxsohl stürmte aus seinem Tor und klärte den Ball vor Kevin Trenel, doch der Ball landete vor den Füßen von Malte Wilhelm, der aus 35 Metern aufs leere Tor zielte, aber knapp verfehlte (33.). Wenig später ein weiter Ball aus der eigenen Abwehr auf Magnus Hartwig, der Lars Huxsohl umspielte, doch der Winkel wurde etwas zu eng, so dass der Ball an den Pfosten klatschte (41.). Und unsere Mannschaft? In der ersten Halbzeit völlig neben der Spur. Hinten löchrig und vorne ungefährlich.

Trainer Heyne reagierte und brachte Linus Meyer für Vico Meien, um das Offensivspiel zu beleben. Doch der Schuß ging zunächst nach hinten los. Knapp zwei Minuten waren gespielt, da traf Magnus Hartwig zum 2:0 für die Gastgeber (47.). Doch diese kalte Dusche konnte unsere Mannschaft schnell korrigieren. Juri Marxen setzte sich kraftvoll auf rechts durch, flankte in die Mitte auf Jan Lüneburg. Torwart Marcel Kindler riss zwar noch die Fäuste hoch, doch der Ball landete erneut auf dem Kopf von Lüne, der so den Anschlußtreffer erzielen konnte (49.). So langsam fand unsere Mannschaft nun in die Spur zurück, stand hinten besser und wurde nach vorne gefährlicher. Der Einsatz wurde in der 69. Minute belohnt: Tor-Butler Philipp Koch flankte einen Eckball direkt auf den Kopf von Hamajak Bojadgian, der den Ball aus zehn Metern im Netz versenkte. Unsere Mannschaft war nun klar besser und machte weiter Druck, schaffte es aber nicht mehr, das Spiel zu drehen. Es ging in die Verlängerung.

Die erste Hälfte blieb relativ ereignislos, da plötzlich starker Regen einsetzte und das Spiel deutlich erschwerte. Pünktlich zur zweiten Hälfte hörte der Regen schlagartig wieder auf. Wer gedacht hatte, das dem Oberligisten so langsam die Kraft ausgeht – Fehlanzeige. Beide Mannschaften lieferten sich einen offenen Schlagabtausch und wollten das Spiel unbedingt gewinnen, doch es fielen keine weiteren Tore, es ging ins Elfmeterschießen. Übrigens das erste Elfmeterschießen für Eintracht Norderstedt überhaupt in einem Pflichtspiel! Da hätte wohl kaum jemand auf unser Team gesetzt – auch wenn die schwarze Elfmeterserie schon längst vorbei ist, hängt das immer noch nach, während auf der anderen Seite mit Marcel Kindler ein echter Elfmeterkiller zwischen den Pfosten steht. Doch es sollte anders kommen. Der erste Elfmeter von Niendorfs Huneke verfehlte das Tor um wenige Millimeter, während Deran Toksöz, Philipp Koch und Hamajak Bojadgian auf unserer Seite verwandelten. NTSV-Abwehrspieler Tim Philipp Krüger mutierte dann zum Pechvogel: er rutschte bei seinem Schuß weg und der Ball verfehlte das Tor deutlich. Im Anschluß traf mit Sinisa Veselinovic auch der vierte Norderstedter Schütze – damit war das Spiel gegessen.

Trainer Dirk Heyne zeigte sich nach der Partie unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft:  „Bis zur 47. Minute haben wir ängstlich gespielt. Die Mannschaft hatte Angst, Fehler zu machen, so sah es zumindest von außen aus. Wir haben Alibi-Fußball gespielt, ohne etwas zu riskieren und ohne Tempo. Erst, als wir in der zweiten Halbzeit dann mussten, dann haben wir einigermaßen angefangen, Fußball zu spielen. Ich habe bis zum Schluss gezittert. Als Favorit kann man hier eigentlich nur verlieren.“

Mit viel, viel Glück überstehen wir die Hürde Niendorf und sind damit im Achtelfinale, das voraussichtlich am 31. Oktober stattfinden wird. Der Auslosungstermin wird in Kürze bekannt gegeben.

Spielbericht Amateur Fussball Hamburg
Spielbericht Fussifreunde
Spielbericht Hamburger Abendblatt

Die Fakten zum Spiel

Niendorfer TSV vs. Eintracht Norderstedt 4:6 n.E. (1:0, 2:2, 2:2)

Unsere Mannschaft:
Huxsohl – Rose, Bauman, Bojadgian, Marxen – Koch, Toksöz – Stannis (67. Zekjiri), Meien (46. Meyer), Kunath – Lüneburg (78. Veselinovic)

Tore:
1:0 Kevin Trenel (16.)
2:0 Magnus Hartwig (47.)
2:1 Jan Lüneburg (49., Vorlage: Juri Marxen)
2:2 Hamajak Bojadgian (69., Vorlage : Philipp Koch)

E – Fynn Huneke verschießt
E – 2:3 Deran Toksöz
E – 3:3 Lennart Speck
E – 3:4 Philipp Koch
E – 4:4 Nico Kukuk
E – 4:5 Hamajak Bojadgian
E – Tim Philipp Krüger verschießt
E – 4:6 Sinisa Veselinovic

Schiedsrichter: Markus von Glischinski (Eilbek)

Gelb: –

Zuschauer: 300 (228 zahlende)