Herren

Punktlos in Flensburg

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Nach saisonübergreifend elf unbesiegten Liga-Spielen in Folge kehren wir heute zum ersten Mal seit fünf Monaten ohne Punkte zurück nach Norderstedt. Vor den Augen von DFB-Präsident Dr. Reinhard Grindel begann das Spiel anders, als erwartet: Nicht die gastgebenden Flensburger, mit einem 4:0 Auswärtssieg in Lübeck im Rücken, machten das Spiel, sondern die elf Norderstedter. „Wir haben erwartet, dass Flensburg versucht, uns massiv unter Druck zu setzen, aber das war nicht der Fall“, sagte ein überraschter Dirk Heyne nach dem Spiel. „Ich weiß nicht, ob das die Marschroute von Flensburg war oder ob wir das nicht zugelassen haben, weil wir wirklich ballsicher aufgetreten sind.“

Bereits nach acht Minuten konnte unsere Mannschaft in Führung gehen. Felix Drinkuth setzte sich auf der rechten Außenbahn in Szene, spielte in die Mitte wo Linus Meyer den Ball auf den aufgerückten Dane Kummerfeld durchließ. Der ließ sich nicht zwei Mal bitten und belohnte seinen nimmermüden Einsatz in den letzten Wochen mit dem 1:0.

Mit der Führung im Rücken lieferten unsere Jungs eine wirklich ordentliche Partie auf dem tiefen, aufgeweichten Rasen, während der Titelfavorit aus Flensburg nicht richtig ins Spiel kam. Wirkliche Torchancen blieben jedoch Mangelware, das Spiel fand größtenteils im Mittelfeld statt und wurde von den starken Abwehrreihen dominiert, die kaum etwas zuließen. Wie so oft in solchen Spielen sind es dann Standards, die Spiele entscheiden können. Aus heiterem Himmel kamen die Gastgeber durch einen ebensolchen Standard zum zu diesem Zeitpunkt überraschenden Ausgleich: Rene Guder schoß von der linken Seite einen Freistoß mit dem rechten Fuß flach in den Strafraum. Eigentlich nicht wirklich gefährlich, doch der Ball rauschte an gefühlt 20 Spielern vorbei und schlug im langen Eck ein. Für Weiche-Coach Daniel Jurgeleit war die Leistung seiner Mannschaft in der ersten Partie keine Überraschung. „Wenn man so eine Partie abliefert wie in Lübeck letzte Woche ist es unwahrscheinlich, dass man die nächste Woche in einem Spiel gegen eine Mannschaft, die bisher noch nicht verloren hat, wieder so auftritt. Da zählt nur das nackte Ergebnis.“

In Halbzeit zwei hatten die Männer von der Förde dann mehr vom Spiel und bestimmten über weite Strecken die Partie. Torchancen konnten aber auch sie nicht kreieren, da beide Abwehrreihen nach wie vor sattelfest standen. So musste auch hier ein Standard herhalten: Freistoß von der rechten Seite, Hasanbegovic kam mit dem Kopf dran und trifft aus elf Metern zum 2:1 für Weiche (56.). Die Flensburger zogen sich daraufhin etwas zurück und versuchten es mit Kontern, spielten diese aber nicht sauber zu Ende. Eintracht wiederum versuchte es nun verstärkt in der Offensive, bekam die Bälle aber auf dem tiefen und nassen Rasen ohne den verletzten Regisseur Deran Toksöz nur selten an der gut gestaffelten Flensburger Defensive vorbei in die gefährliche Zone, so dass es am Ende beim 2:1-Sieg der Flensburger blieb. Zu allem Überfluß sah Philipp Koch in der Nachspielzeit noch glatt Rot, als er Hasanbegovic im Mittelfeld umgrätschte. Um ein Haar wäre auch der gerade eingewechselte Flensburger Tim Wulff vom Platz geflogen, der auf das Foul hin PK13 wüst ansprang und schubste – Schiedsrichter Fleddermann beließ es aber hier bei einer gelben Karte.

 

Die Fakten zum Spiel
SC Weiche Flensburg 08 vs. FC Eintracht Norderstedt 2:1 (1:1)

Eintracht Norderstedt:
Huxsohl – Lindener (83. Stannis), Mandic (c), Bojadgian, Brown – Koch, Marxen (63. Zekjiri) – Kummerfeld (78. Lüneburg), Meyer, Drinkuth – Veselinovic

SC Weiche Flensburg:
Kirschke – Walter, Paetow, Jürgensen, Thomsen – Ebot-Etchi, Arndt (53. Drews) – Guder, Empen (88. Ostermann), Hartmann (90. Wulff) – Hasanbegovic

Tore:
0:1 Dane Kummerfeld (8., Linksschuß, Vorlage: Drinkuth)
1:1 Rene Guder (41., direkter Freistoß)
2:1 Nedim Hasanbegovic (56., Kopfball)

Schiedsrichter: Daniel Fleddermann (Nordhorn)

Gelb: Brown (3) / Arndt (1), Guder (2), Hasanbegovic (1), Wulff (2)

Rot: Koch (90.+3, rohes Spiel)

Zuschauer: 608