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Garstedt wächst – Eintracht weicht?

Die Norderstedter CDU und SPD haben unter dem unspektakulären Titel „Verlegung der städtischen Sportanlage Ochsenzoller Straße“ gemeinsam eine Machbarkeitsstudie beantragt. In dieser Machbarkeitsstudie geht es darum zu prüfen, ob das Edmund-Plambeck-Stadion samt Trainingsplätze umziehen und damit Bauland in attraktiver Lage freimachen kann – bei gleichzeitiger Verbesserung des Sportangebotes unter unserer Mitwirkung.

Kern der Machbarkeitsstudie sind zwei Themen: Zum einen möchten die Stadt und der Stadtteil Garstedt weiter wachsen. Da passt das Grundstück in zentraler Lage perfekt, denn viele attraktive Wohnflächen im großen Stil gibt das dicht besiedelte Garstedt nicht her. Das Grundstück würde Platz für etwa 3.000 Menschen bieten.

Zum anderen möchte man das Sportangebot in Norderstedt weiter ausbauen, denn es gibt in Norderstedt eine Sportstättenunterdeckung. Hierfür sind allerdings dringend zusätzliche Plätze notwendig. „Stand heute ist unsere Sportanlage zu 100 Prozent ausgelastet, und das von 16.30 bis 21.30 Uhr, von der G-Jugend bis zu den Regionalliga-Herren. In jedem Jahr haben wir eine Warteliste, wir können keinen Breitensport anbieten, keinen Mädchen- oder Frauenfußball“, so Eintracht-Präsident Reenald Koch.

Eine Erweiterung am aktuellen Standort ist nicht möglich, so dass nur ein Umzug bliebe. Hierbei ist für den sportpolitischen Sprecher der CDU, Uwe Mattes, wichtig: „Es ist eine Garstedter Sportanlage, die dem Stadtteil erhalten bleiben soll.“ Ein potenzielles Grundstück unweit der jetzige Fläche hat die Politik bereits im Auge: Zwischen der Straße Halloh (Verlängerung der Ochsenzoller Straße) und westlich der Niendorfer Straße in Richtung Bönningstedt in der Einflugschneise des Flughafens besitzt die Stadt Norderstedt bereits mehrere Grundstücke. Ob diese tatsächlich in Frage kommen, wird die Studie zeigen.

Was würde der Standortwechsel mit sich bringen? Laut ersten Planungen ein überdachtes, drittliga-taugliches Stadion mit 5.000 Plätzen mit Hybridrasen, konzipiert als Mehrzweckarena für Veranstaltungen wie Konzerte, dazu kämen sechs Außenplätze statt bisher drei und ausreichend Parkflächen.

Die Finanzierung wäre laut Hamburger Abendblatt wohl kein Problem: mit dem ehemaligen Norderstedter Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote gibt es in Kiel einen Fürsprecher. Reenald Koch: „Es ist eine Investition in die Zukunft, das rechnet sich von selbst.“

Katrin Fedrowitz, Ortsvorsitzende der SPD
„Wir spielen ja mit dem Gedanken einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Unter diesen Umständen ist es durchaus interessant, das Grundstück nutzen zu können. Wir verschließen schon zu lange die Augen davor, dass an diesem Standort etwas passieren soll.“

Uwe Matthes, sportpolitischer Sprecher der CDU
„Trotz der positiven Kollateraleffekte für den Sport – der Charme liegt im Wohnungsbau. Wir reden doch in jedem Ausschuss darüber, dass Flächen fehlen.“

Reenald Koch, Vereinspräsident Eintracht Norderstedt
„Das Gebiet an der Ochsenzoller Straße ist für die Stadtentwicklung ein Sechser im Lotto.“

Ob diese beantragte Machbarkeitsstudie tatsächlich in Auftrag gegeben wird, wird auf der nächsten Sitzung des Schul- und Sportausschusses am 4. Oktober diskutiert.

[Alle Zitate aus dem Hamburger Abendblatt]